gen ges eich ten
bei, Ihr jin⸗
——
—
———
eben die Jahreszeit lieferte, für Lady Anna mit in das Herrenhaus,
Die Ziegen kamen nicht mehr in den Garten, weil ſie eingeſperrt blieben; ſtatt ihrer erſchien jedoch nach einiger Zeit Lady Anna täglich in demſelben, um William einige Stunden bei ſeinen Arbeiten Geſellſchaft zu leiſten. Sie ſah ſich zuerſt dieſelben nur ſchweigend an; doch bald begann ſie auch, Fragen in dieſer Hinſicht an William zu richten, und der junge Mann beantwortete dieſelben ſo bereitwillig wie ausreichend.
Allmälig nahmen dieſe Unterhaltungen zwiſchen Lady Anna und dem Gärtner den Charakter von Unterweiſungen an, die ſich wiederum zu einem förmlichen Kurſus der Gartenkunſt aneinander reiheten.
Nebenbei kamen jedoch auch noch andere Sachen zur Sprache. Lady Anna faßte Vertrauen zu dem jungen Manne, klagte ihm ihre Leiden und theilte ihm ihre Wünſche mit. Sie fand vollkommenes Verſtändniß und rege Theilnahme für Alles, was ſie anging, bei ihm. William bedauerte das arme verlaſſene Weſen, welches auf der Grenzſcheide zwiſchen Kind und Jungfrau ſtand, von ganzer Seele, und praktiſch, wie er war, beſchloß er, ſo weit er dazu im Stande ſein könnte, dem mangelhaften Bildungsgrade deſſelben, ohne ſeine Abſicht
merken zu laſſen, gleichſam ſpielend nachzuhelfen.
Zu Stoone's Habſeligkeiten gehörte auch eine kleine Bibliothek, und aus dieſer gab er Lady Anna leicht verſtänd⸗ liche Bücher, um zunächſt die Luſt zum Leſen bei ihr zu er⸗ wecken. Was er bezweckte, erfolgte ſehr bald; die ſo lange ſchlummernden geiſtigen Fähigkeiten des jungen Mädchens er⸗ wachten zu regem Leben. Die Unterhaltung der beiden jungen Leute und dabei auch die Studien der jungen Dame wurden immer vielſeitiger.
Dem Treiben wie dem Zuſammenſein der Beiden ward von keiner Seite etwas in den Weg gelegt. Es fand gewiſſer⸗ maßen unter den Augen des Geſindes, wie derjenigen des
Conecprdia. 655
Lords ſtatt. Letzterer war ſogar wiederholt längere Zeit hin⸗ durch zugegen, während William Lady Anna in Geſprächsform Unterricht ertheilte. Er äußerte ſich ſo wenig billigend wie mißbilligend darüber, und es iſt leicht möglich, daß der wür⸗ dige Pair von England den ihm ſelbſt daraus erwachſenden Vortheil zu ſchätzen wußte.
Unter ſolchen Umſtänden verlief der Sommer. William Stoone hatte natürlich in Betreff der Gartenarbeiten nichts verſäumt. Der Küchengarten lieferte im Herbſte bereits einen recht hübſchen Ertrag. Der Ziergarten war abgeräumt. Die Ausholzung und Durchplänterung des Parkes waren in An⸗ griff genommen. Der Winter verſprach dem Gärtner einige Muße zu gewähren.
Da erſchien eines Tages Maſter Wright in Travellshouſe und erſuchte William Stoone, in Zukunft die Oberleitung der Gärtnerei in Burtonsfield zu übernehmen. Mit William's Verhältniſſen vertrug ſich ein ſolches Nebengeſchäft, welches überdem einen Nebenerwerb abwarf, recht gut, und man ward deshalb handelseinig. William Stoone beſuchte daher fortan Burtonsfield häufig, und die Folge davon war, daß ſich zwi— ſchen ihm und den beiden Aufſichtsperſonen daſelbſt ein freund⸗ ſchaftlicher Umgang herausbildete. Die Iſolirtheit der drei Perſonen unter meiſtens unwiſſenden, ungebildeten Leuten machte denſelben gewiſſermaſſen zum Bedürfniß.
Dabei erlitt indeſſen der Verkehr William's mit Lady Anna auch während des Winters keine nennenswerthe Unter⸗ brechung. Der junge Mann erſchien faſt regelmäßig Abends im Herrenhauſe und ertheilte Lady einen, jetzt nach beſtimmtem Plane geregelten Unterricht. Zugegen war während deſſelben ſtets die alte Wirthſchafterin; doch ſehr häufig fand ſich auch Lord Travells ein, und zwar wohl meiſtens deswegen, um eine von William mitgebrachte Zeitung zu leſen. Sich ſelbſt eine ſolche zu halten, war dem reichen Manne das Geld
zu lieb.(Fortſetzung folgt.)
Geheimnißvolle Pfade. Erzählung von Otto Eberſtein. (Fortſetzung.)
Sie befanden ſich in einem abgelegenen, einſamen Pro⸗ menadentheile und lenkten ihre Schritte jetzt nach der inneren Stadt, wo die Weinhandlung des Signor Falſetti lag.
„Neben der Abſicht, meinem zerrütteten Vermögenszuſtande etwas auf die Beine zu helfen, führte mich hauptſächlich der Wunſch, Dich zu ſprechen, hierher,“ begann lachend der Le⸗ gationsrath.„Wir haben uns nach der Affaire mit der Wald⸗ droſſel nicht geſehen; Du mußt mir jetzt erzählen, wie Du mit dem Mädchen fertig geworden biſt.“
„Die Sache hat ſich ziemlich programmmäßig, das heißt, in der Weiſe abgewickelt, wie wir verabredet und voraus⸗ geſehen hatten. Mit einem Planwagen und etwas un⸗ bedeutendem Hauſirkram hatte ich mich im Birkenthaler Gaſt⸗ hofe einquartirt, um von da aus das Weitere zu beſorgen. Meine Frau ging täglich einige Male hinaus vor das Dorf, in der Richtung, wo die Bahnwärterstochter herkommen mußte, nachdem ſie gleich nach dem Eintreffen in der Wohnung des alten Gerhard ihre Waaren angeboten hatte, um das Mädchen kennen zu lernen. Am dritten Tage endlich ſah ſie die Kleine
V 1 V V p V
auf das Dorf zukommen und machte mir ſchleunigſt davon Mittheilung. Ich ſpannte meinen Gaul ein— ein elendes Thier von Ausſehen, aber ein flotter Läufer— und fuhr lang⸗ ſam vor das Dorf. Die Kleine hatte ihre Einkäufe bald beſorgt und kam mit ihrem Körbchen zurück; abſichtlich fuhr ich ſo langſam, daß ſie uns bald einholen mußte. Endlich kam ſie; meine Frau, die von dem Mädchen wiedererkannt wurde, redete ſie an und lud ſie endlich ein, bei dem ſtaubigen Wege auf unſerem Wagen Platz zu nehmen.“
Der Legationsrath blickte ſeinen Gefährten befremdet an, als dieſer plötzlich ſchwieg.
„Nun, weiter!“ drängte er, als der Stößer noch immer, wie in Gedanken verſunken, neben ihm herſchritt.
„Thomas! Das iſt ein Engel, faſt hätte es mich gereut, Dir meine Hilfe zugeſagt zu haben; das Mädchen hat mir wahrhaftig leid gethan.“
Ein mißtrauiſcher Blick aus Stüher's Augen Sprecher, den dieſer aber nicht bemerkte.
„Nach einigem Zögern beſtieg ſie arglos den Wagen, und
traf den
— ᷣᷣↄ
——— QQQ—Q—Q—ꝭ——ę—L——————
—-ÿ-——
——
—yy o
—
———
—


