566 Concordi.———— das ganze Mobiliar ſchafften ſie aus dem Hauſe, derweilen die Mägde das Hornvieh in Sicherheit brachten, indem ſie es
Da ſteig i halt nüber, Is da Weg nu ſo rauh—
8 Phe ehate Drüber⸗ V aus den Stallungen auf entferntere Plätze trieben. Eine Drum ſchaug, liaba Vata, Feuerſpritze aus Ruhpolding kam beinahe gleichzeitig mit dem Wer wird denn ſo ſchrein, vom bairiſchen Ruck herabeilenden Burſchen bei der Brand⸗ Du kannſt die zwoa Herzn V ſtätte an. Noch war viel zu retten. Die großen, werthvollen
Do' nimma entzwein!—“ Holzlager mit ihren Sägen über dem Waſſer blieben bis jetzt
melodienreicher, ſchwungvoller Jodler folgte I noch verſchont. einzelnen dieſer drei naiven, Der keuchend an der brennenden Mühle angekommene
n und Singen dampfte Hieſel am Brandt blickte nun einige Sekunden ängſtlich ſuchend ſchon ein würziges, kräftiges Mahl in den Schüſſeln und umher, und nachdem er Thereſe jammernd, aber außer Ge⸗ Töpfen am Herde für Mägde und Knechte der Mühle am fahr in dem Obſtgarten erſchaute, wandte er ſich den noch zu Brandt. rettenden Holzlagern über dem Waſſer zu. Hieſel's rieſigen — Anſtrengungen, ſeiner Entſchloſſenheit zumeiſt, hatte es der Müller zu danken, daß der werthoollſte Theil ſeiner Be⸗
ſitzungen dem Feuer entriſſen wurde.
Doch kein Wort der Anerkennung, des ſchuldigen Dankes hatte der Müller für den ſo wackeren, biederen Nachbar, als er bei der Brücke dem mit Energie klare und wichtige Befehle ertheilenden Burſchen zuerſt begegnete. Thalhofer's allzu un⸗ gerechtes Vorurtheil gegen den armen, braven Hieſel war ſo ſtark, daß er nicht einmal im Moment eigenen Unglückes daſſelbe abwerfen konnte. Er ließ ihn ſpäter hart und un⸗ dankbar an dem ehrlichen Teufel vorübergehen, welcher jetzt aus einer tiefklaffenden Stirnwunde blutete, die ihm ein herab⸗
Ein gar immer als Zwiſchenſatz jedem heiteren Verschen, und trotz dieſem Dichte
Die Dienſtboten ließen ſich nach vollbrachtem Tagewerke ihr Mahl trefflich ſchmecken. Der Müller ging eben zu ſeinen Leuten in die Wohnſtube hinaus, um ſeine Anordnungen für morgen jedem Einzelnen zu ertheilen, als die noch in den Ställen beſchäftigten, eben von Traunſtein zurückgekehrten Holzfuhrknechte Loisl und Waſtl mit dem erſchreckenden Rufe: „Feuer! brennen thut's! Leut', kommt und helft!“ athemlos in die Stube hereinſtürzten, während außen grellleuchtende, zuckende Blitze und heulendes Brauſen des Sturmes das nahende Wetter verkündeten. Der erſchreckende Ruf„Feuer!“
brachte alle Anweſenden außer Faſſung und Alles ſtob und drängte wildlärmend durcheinander dem Ausgange zu. Als ſtürzendes Brandſtück geſchlagen hatte.
die Erſchrockenen auf den Hof hinauseilten, ſchlugen die hellen Dem Hieſel that ſichtlich das wahrhaft abſcheuliche Be⸗ Flammen bereits über Dach und Firſt der überfüllten Heu— nehmen des ſtarrköpfigen Müllers weh, aber ſeine große Liebe
und Korn⸗Scheunen hinaus und bei dem lange trockenen zu deſſen Tochter ließ ihn auch dieſen ſchwärzeſten Undank er⸗ Wetter breitete ſich das gefräßige Element mit fabelhafter tragen. Schnelligkeit über die ganzen Wirthſchaftsgebäulichkeiten weiter Selbſt als der Hieſel am Brandt dann, auf den obdach⸗
fort aus. Der mächtige Sturm, wie ein Genoſſe des Feuers, loſen Müller zuſchreitend, demſelben in gutmüthigſter Weiſe blies hohnlachend in die raſch fortſchreitende Verheerung ſeines für die erſte Nacht ſeine beſcheidene Hütte oben beim G'wänd Verbündeten hinein und verwilderte die Wuth des gefähr⸗ zum Uebernachten antrug, ſchlug Letzterer die Gaſtfreundſchaft lichſten Feindes der Menſchen.— des armen Nachbars kurz aus, indem er lieber zu ſeinem
„ 2 5 2 Das ganze Thal, ſowie das Gewänd der Berge waren Frreunde, dem Müller von Maria G'ſchwend, hinauszugehen
tageshell erleuchtet, als oben auf dem ſogenannten bairiſchen wünſche.
Ruck, von Tirol her kommend, ein Mann ſichtbar wurde. Es Faſt traurig wandte ſich Hieſel dann von dem Müller mußte dem nächtlichen Wanderer durch das Bergland der weg, als drüben zwiſchen den noch immer brennenden Scheunen furchtbare Brand ſofort auffallen. V und dem Wohnhauſe eine geſpenſterhafte Frauengeſtalt, von
Erſchrocken blickte derſelbe, einen Augenblick wie gebannt Knechten und Mägden verfolgt, auftauchte. Dieſe Szene er⸗ ſtehen bleibend, in das tiefliegende Thal, weder den jetzt V regte die Aufmerkſamkeit aller Anweſenden, und auch Hieſel ſtrömenden Regen, noch das heftige Krachen des Donners näherte ſich für Augenblicke dem neuen Zwiſchenfall. achtend, der, wildtönend von den Bergwänden zurückprallend,„Haliet ſie auf!— fangt ſie, die elende Her' die ruch⸗ unaufhörlich das feſte Geſtein in ſeinem Fundamente erbeben loſe Brandſtifterin!“ hörte Hieſel die verfolgenden Knechte ließ und erſchütterte. rufen, während in geſchickten Sprüngen und Windungen die „Das iſt die Mühle am Brandt! Gott ſchütz mein Verfolgte ihren Häſchern immer wieder entging. Da er⸗ Reſerl!“ ſchrie der vor Schrecken erbleichende Burſche, und in kannte Hieſel in dem immer mehr in die Enge getriebenen, tollkühner Eile und Haſt, auf ſeinen Bergſtock geſtützt, ſtürzte feenhaft ausſehenden Mädchen ſeine unglückliche Schweſter
er über Geröll, Gräben und gähnende Schluchten den ge⸗ Wally.
fährlichen Almſteig hinunter immer näher dem Thale zu.„Da iſt das Freudenfeuer für meinen Bernhard!— ich Schon ergriff das vom Sturme bis zu den hohen Wäldern hab' es ihm ſelber angezündet, dem nahenden Hochzeiter,“ rief hinauf lodernde Feuer die Mahlmühle und das ſtattliche Wohn⸗ ſie den Leuten entgegen, dabei den kleinen Silberglasbecher
haus des Müllers, aller menſchlichen Hilfe ſpottend.— Das vom Gartenhäuschen herumzeigend.
noch vor einer Stunde ſo trauliche Heim war ſchonunglos der V Hieſel erbleichte bei den Worten ſeiner Schweſter, die ſich
Zerſtörung anheimgefallen. Das Werk der Menſchenhände iſt V als Brandſtifterin ſelbſt erklärte. Der Müller kam eben auch
ein ſchwaches, hinfälliges Ding gegenüber der entfeſſelten Macht naäher heran, und jetzt erkannten Alle die Irre vom Hieſel
wildtoſender Elemente. am Brandt. Die Knechte des Müllers leiſteten faſt Uebermenſchliches;
„Sie hat das Zündholzbecherl vom Sommerhaus erwiſcht.


