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des führte. Von Allen war es Joſef Lami allein, dem die ſchrecklichſten Martern kein Geſtändniß abzupreſſen vermochten, der durch ſeinen Galgenhumor die Richter in Verlegenheit ſetzte, bis der Tod ihn unter den fürchterlichſten Schmerzen erreichte und ihn ſo zum geprieſenen Gaunermärtyrer machte.
Eigenthümlich war es, daß Marie Courbier und deren Vater ſich zu retten vermochten, daß Keines von ihnen in die Hände der Gerechtigkeit fiel. Wie es ihnen möglich geweſen, iſt ein Geheimniß geblieben; daß es der Fall, bezeugt, daß die falſche Gräfin von Argentière im folgenden Jahre unter der Ariſtokratie Englands eine bedeutende Rolle ſpielte und ſich in den angenehmſten Verhältniſſen befand.
Hatte Dominique's Gaunergenie bisher das Glück gelächelt, ſo ſchien ſein Stern jetzt im Verbleichen zu ſein. Die Ver⸗ ſuche, ſeinen Staat aufrecht zu erhalten, mißglückten; die Säulen des Hauſes, das er gegründet, waren zertrümmert, und neue aufzurichten, erlaubte nicht das Damoklesſchwert, welches über ſeinem Haupte ſchwebte. Die Kühnheit des ge⸗ waltigen Verbrechertitanen war freilich nicht erſchüttert, war jedoch nur die des Flüchtlings. Der einſt gefürchtete Räuber wurde jetzt wie ein wildes Thier gehetzt und die Maréchauſſée, die ſonſt ihn anzugreifen faſt geſcheut, war auf ſeinen Ferſen, unabläſſig, in jedem Augenblick.
In der Seineſtraße wohnte ein Mädchen, das zu des Gaunerkönigs Maitreſſen zählte, das aber den Genoſſen des⸗ ſelben faſt unbekannt war. Bei ihr glaubte ſich Dominique
Concordna.
können. Doch bald war auch dieſer Aufenthaltsort verrathen; ſchon am Abend des zweiten Tages drang die Polizei in das Haus. Die Vorbereitungen waren meiſterhaft getroffen— es ſchien, als müßte Cartouche jetzt gefangen werden, wenn auch dazu Opfer erforderlich waren, denn die Piſtolen, welche er führte, fehlten ſelten ihr Ziel.
Schon hat man die Wohnungsthür geſprengt, ſchon greift der Gefangene nach ſeinen Waffen— da fällt ihm der Kamin in die Augen und er verſchwindet in demſelben. Es war die höchſte Zeit; im nächſten Augenblick dringt die Maréchauſſée in dieſes Gemach mit blanken Schwertern, mit vorgehaltenen Piſtolen.— Zu ihrem Erſtaunen empfängt kein Piſtolenſchuß die Hereinbrechenden; aber ſie fanden auch das Neſt leer.
Wohin war er entflohen, den ſie ſuchten? Kein Winkel blieb undurchforſcht. Endlich fand man die Spuren des Ent⸗ wichenen im Kamin; er ſelbſt war der Gefahr entwiſcht.
Als die Schaarwache hereinbrach, kletterte Dominique den Schornſtein empor, kauerte einen Augenblick hinter denſelben nieder und kroch ſodann über die Dächer fort. Hier kam ihm die Dunkelheit zu Hilfe. Nachdem er eine ziemliche Strecke zurückgelegt hatte, ſchwang er ſich in die Mündung eines Schornſteins und kletterte langſam und Geräuſch vermeidend hinab. Der Schornſtein führte in den Kamin eines Zimmers der zweiten Etage. In dem Zimmer ſaß eine junge Frau am Fenſter.(Schluß folgt.)
Herr Direktor Grasberger. Kultur-⸗hiſtoriſche Humoreske von Alexander Swab. (Schluß.)
Es war dies ein ſinniges Arrangement des Direktors. Wenn der Blasrohrmann den Obertheil ſeines Körpers wie eine vorgeſtreckte Fahnenſtange durch die niedrige Thür hin⸗ durchgeſchoben, die Füße vorſichtig nachgezogen und ſich nun in ſeiner ganzen Länge den Zuſchauern präſentirt hatte, da gab es jedesmal ein zwerchfellerſchütterndes Halloh.
„Ich habe dieſes Menſchen wegen ſchon die vorderen Soffiten beſeitigen müſſen, damit nichts von ſeiner Erſcheinung verloren gehe,“ hatte der Direktor gejammert;„aber daß ich meine Thüren bis an die Decke hinauf verlängere und zu lauter Kirchenportalen umwandeln ſoll, wird mir doch Niemand zu⸗ muthen.“
Und der ſonſt„tüchtige“ Blasrohrmann wurde erſucht, ſein jeweiliges Auf⸗ und Abtreten in der vorerwähnten eigen⸗ thümlichen, dem Volksglauben nach nur Geiſtern und Ge⸗ ſpenſtern geläufigen Weiſe zu bewerkſtelligen.
Nachdem der Rieſenbleiſtift ſomit auf dieſe Art ſichtbar geworden iſt, verhält er ſich unbemerkt von den Anderen im Hintergrunde. Und da jene bei ſeinem Hereinſchleichen von ihm ausgeſtoßenen Worte nur zur„holden Täuſchung“ des „verehrlichen Publikums“ berechnet ſind, ſo nehmen Jette und der gefährliche Alte natürlich keine Notiz davon.
Jetzt wird ein Schnarren, Kratzen und Piepen im Orcheſter wach und und unter dem ergreifenden Heulen einer inferna⸗ liſchen Muſik kehrt Jette wieder in's Leben zurück.
Ein unvergleichliches Terzett beginnt. „Jette, Jette, theures Läben,“ detonirt der verliebte Greis.
„Dir hab' ick mir janz erjeben,“ winſelt Jette, vollſtändig taktverlaſſen, dazwiſchen,„folge Dir von Ort zu Ort, aber— Arthur darf nicht fort!“
„Schöner Gedanke, aber es kommt anders,“ ſiſtulirt Arthur.
„Wie, Du wagſcht es, Libertine!“ verſuchte der Schweizer die Melodie wiederzufinden.
„Jott, ſo alt und noch ſo jrüne!“ ſetzt Jette zwei volle Takte zu ſpät ein.
„Schwöre Treue mir allein!“ ſchmachtet der verliebte Alte in Sechsachteltakt, während die Muſek Viervierteltakt zu ſpielen hat.
„Ich berſte vor Lachen, ich berſte vor Lachen,“ ſtöhnt Arthur in neunmaliger Wiederholung.
„Ja, ick ſchwör' es, wenn— er bleibt,“ ſäuſelt Jette.
„Soll ich Arthur lernen haſſen?“ poltert der muſikaliſche Aelpler.
„Theurer Liebſter!“ ſchmeichelt ſie unwiderſtehlich.
„Gut— er bleibe!“ ruft er beſiegt.
„Ha, das wird er bleiben laſſen!“ ſtürzt Arthur, ein ver⸗ körpertes unglückſeliges Ausrufungszeichen, hervor.
Senſation; Gruppe.—
„Herr Prinzipal, Herr Prinzipal— ſie kommt, ſie kommt! Herr Gott— da iſt ſie ſchon!“ Mit dieſem Angſtruf ſtolpert das naturburſchenſchaftliche Faktotum herein, den rechten Arm halb vor ſich hingeſtreckt— in der gewohnten Attitude des Haarſchneidens— und flüchtet ſich hinter Jetten.
Die Frau Direktorin als Gattin des an jugendlicher
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