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Zimmer verlaſſen hatten.„Wer
Wo
neordia.
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war das, wenn kein Ge⸗ heimniß dabei iſt?“
„Marie Courbier, die Maitreſſe Villeneuve’s,“ antwortete Alexander..
„Merkwürdig, die Grüſin heißt auch Marie,“ bemerkte der Pſeudomarquis leichthin.
„Marie?! Höchſt Du nicht geäfft biſt?“
„Wer wollte es wagen? nicht mit ſich ſcherzen.“
„So viel ich weiß, kennt Dich die Gräfin nur unter dem Titel eines Maxquis von Chateaufort.“
„,„rotzdem würde es ein zu gefährliches Spiel ſein, um es zu unternehmen.“
„Es mag ſein, obgleich es Fälle giebt——
„Nein, nein, ich kaun nicht betrogen ſein.“
„Ich habe das auch nicht behauptet; aber die Aehnlichkeit iſt ſo ungemein—— Haſt Du bemerkt, ob Deine Gräfin einen leichten, kleinen Fleck auf ihrer linken Schulter beſitzt?“
„Von der Größe einer Linſe—“
„So iſt ſie es auch, um die mir der Weg zur Gnade verſperrt iſt,“ ſagte der ehemalige Offizier.
„Hal! Teufel!“ ſchrie Cartouche,„wäre dem ſo. Aber nein, nein! Und doch— Gewißheit! und meine Rache ſoll ſo ausgeſucht ſein, daß der Satan darüber ſchaudern ſoll. Heil mich narren!— Lami! Lami!“
Er hatte den verraütan Freund vom Fenſter aus über den Hof gehen ſehen. In der nächſten Minute trat Joſef in das Gemach, wo ſich die Beiden befanden.
„Joſef Lami,“ rief er, ihm entgegeneilend,„hältſt Du es für möglich, daß man mich belügt, zumal wenn man ſich in meiner Gewalt befindet?“
„Du ſtellſt die Frage zu allgemein,“ erwiderte der Gefragte.
„Nun denn, hältſt Du es möglich, daß die Gräſin keine Gräfin, ſondern eine Metze iſt?“
„Mir iſt ſo Manches ſeltſam bei ihr vorgekommen; doch kann ich es nicht behaupten, daß ſie eine dulliöwcſer ſei,“ erwiderte Lami.„Mich hat mein Weib, das
ſonderbar. Und Du biſt gewiß, daß
Louis Dominique Cartouche läß
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ich heiß liebte, hintergangen, daß ich ſie ſterben ließ, ich ſühle mich zu ſehr Partei, über ein Weib zu Gericht zu ſitzen und ein Urtheil zu Gunſten deſſelben zu fällen. Jedenfalls aber, um wieder auf die Gräſin zu kommen, hat ſie, wenn ſie eine Abenteuerin iſt, nur mit Dir daſſelbe Spiel getrieben, wie Du mit ihr. Sie kann ſih darauf berufen und Du kannſt nur Deine eigene Blindheit beklagen. Alexander, biſt Du der geiſtreiche Entdecker der Komödie geweſen? Für ordenmnen de Fälle wil
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ich Dir dann den Rath geben, nicht mit der Thür in das Haus zu fallen, ſonſt könnteſt Du Kontuſionen davontragen.“ „Wenn es wahr wäre——“ monologiſirte Dominique.
„Ich werde mich überzeugen, wo ſie es am wenigſten er⸗ warten wird. Freunde, in die hochzeitlichen Kleider! Alexander, Du wirſt ſehen, daß ich in dem himmelblauen Atlas wie n Gott ausſchauen werde. Kein Wort von unſerem Geipräch e.
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Das größte Ziunner des alten, jetzt im Jeſltleide p prangen⸗ den Schloſſes war zur Kapell e hergerichtet, in der ſich die Trauzeugen in ihrer gewählten Toilette befanden, meiſtentheils Herren. Niemand von allen Gaunern machts der Maskerade Unehre; jeder wußte ſich in der koſtbaren Tracht, die er trug,
leicht und ſicher zu bewegen, wie man denn auch in den Dienern wie in ihrem Haushofmeiſter keinen anderen Kern vermuthet hätte, als die Schale zeigte.
Vor dem Altar ſtand der Geiſtliche, ihm zur Seite zwer Chorknaben, welche die frappanteſte Aehnlichkeit mit Pariſer Loretten beſaßen. Aller Augen ruhten erwartungsvo auf der Thür.
Jetzt öffnete ſich dieſelbe. Der falſche Marquis führte ſeine ſchöne Braut herein, ihnen folgten Lami und du Chatelet.
Marie war bewunderungswürdig ſchön; die 9 Reize, welche ihr die Natur verliehen hatte, ren durch die Pracht der Gewänder, durch den ſtrahlenden Brillantſchmuck gehoben, daß dieſer und jener in der Verſammbung ſich kanm einos Aus⸗ rufes der Bewunderung enthalten konnte. Die Gräfin bemerkte den Eindruck, den ihre Erſcheinung hervorgebracht, und lächelt Auch Dominique lächelte; aber es ſprach ſich darin nicht die Bewunderung und die Freude aus— in ſeinem Lächeln lauerte der Dämon der Bosheit, der den vernichtenden Schlag zu führen im VBegriff iſt.
Hinter Lami und du Chatelet zeigte ſich das Geſicht Etienne's mit dem Ausdruck der Zufriedeuheit.
Nachdem das Brautpaar die Verſammlung begrüßt hatte, nahm Dominique das Wort:
„Erlauchte Damen und Herren, liebe Freunde und Ver⸗ wandte. Sie wiſſen, warum ich Sie hierhergerufen. Der Marquis von Chateaufort will ſich mit der ſchänen Gräfin Ar⸗ gentiéere vermählen. Schon iſt der Chekontrakt vechtskrüftig vollzogen worden, in dem erhabene Braut mich Herrn ihrer Güter gemacht. Es fehlt nur noch der des Prieſters, um unſere Ehe zu weihen. Der würdige Vate wartet. Madame, ſind Sie bereit?“
Marie ſenkte beiſtimmend das Haupt. Cartouche ergriff wieder ihre Hand, um ſie vor den Pater zu führen. Da
trat ihnen der Haushofmeiſter(Bouchard) entgegen. 74
meine
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„Was willſt Du?— uns aus dem Wege, herrſchte der Pſeudomarquis ſeinem Diener zu. 2
„Soeben brachte ein Eilbote dieſen Brief an die Frau Gräſin, er hat keinen Aufſchub.“
Marie nahm den Brief und erbrach ihn, über Cartouche's Antlitz ſchwebte ein hölliſches Lächeln. Das Schreiben enthielt die Worte:„Herr de Villeneuve wünſcht ſeiner Maitreſſe Glück zu ihrer Komödie.“ Sie erbleichte, zitterte; im nächſten Augenblick hatte ſie ſich wieder gefaßt und wollte das Papier zerreißen.
„Was hat Ihnen das Papier gethan, daß Sie es ver⸗ nichten wollen?“ fragte D Dominique;„ich bitte, geben Sie es
ichen, daß kein Geheimniß zwiſchen un
nir 1A 4 mir als ein Ze
„Nein, laſſen Sie es mir als ein Zeichen Ihres Ver⸗ trauens,“ erwiderte ſie mit holdem Lächeln.„Es enthält in der That nichts, das der Rede werth wäre. Nicht wahr,
Sie dringen nicht mehr in mich, Sie beſcheiden ſich?“
„Sie thun mir weh, daß Sie mir die Bitte abſchlagen und gerade in dem Augenblicke, wo der Prieſter uns ver⸗
binden ſoll.“ iſt ſo gleichgiltig, ſo unwichtig. Eine Ver⸗
„Der Inhalt iſt
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wandte ſandte mir nur ihren Blüc ch. „Ihre Weigerung reizt meine Neugier.“
„Laſſen Sie di jelbe entſchwinden, ſie iſt ohne Grund,
ich habe Ihnen der T heit nach den Inhalt berichtet.“ 60*
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