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kann, mich in Geſellſchaft zu führen.
alles dies trat im Licht des Tages beſonders ſcharf und deut⸗ lich hervor.
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Concordia.
Nachdem ſie eine Weile im Zimmer ungeduldig hin⸗ und hergegangen, warf ſie ſich in einen hochlehnigen Stuhl und zwang endlich den Baron zum Emporſehen mit der kurz hin⸗ geworfenen Bemerkung:
„Wohl ein intereſſantes Buch?“
„Spinoza!“
„Mein Gott, immer daſſelbe veraltete, langweilige, groß⸗ väteriſche Buch! Ich bewundere Deine Geduld.“
Der Baron zuckte ſchweigend die Achſeln.
„Wie iſt es mit dem heutigen Abend?“ fuhr die Baronin leicht gähnend fort.„Wir haben da erſtens eine Einladung
zum eſchen Geſandten, auch iſt beim Oberſten von Gramrod
Empfangsabend; vorher möchte ich noch dem erſten Akt des neuen Luſtſpiels beiwohnen; alsdann könnten wir wohl zu⸗ nächſt auf einen Augenblick bei der Gräfin Opaloff——“
„Nein, nein,“ unterbrach der Baron ſie unmuthig,„Du darfſt auf mich nicht rechnen. Ich habe reichlich genug für heut' von dem geſtrigen Abend. Trage Plotzki Deinen Wunſch vor; er wird mit Freuden bereit ſein, Dich zu begleiten,— mich verſchone, ich bitte Dich!“
Eine bittere Gereiztheit ſprach aus den Zügen der Baronin.
„Mein Gott, iſt es denn möglich?“ rief ſie, theatraliſch die Hände ringend.„Mein eigener Mann hat ſo wenig Intereſſe für mich, daß er es kaltblütig Anderen überlaſſen Ich will aber nicht an der Seite Plotzki's erſcheinen, hörſt Du es? Du ſollſt mein Begleiter ſein, Rolf. Ich habe ein Recht, es zu verlangen, ja, und ich werde, wenn mir's nicht freiwillig zuerkannt wird, dies Recht geltend machen.“
In ihrer zunehmenden Heftigkeit war der Baronin ent⸗ gangen, daß ihr Gatte das Zimmer verlaſſen hatte.
Nun erſt bemerkte ſie ihr Alleinſein und ſtampfte zornig mit dem Fuße auf den feingetäfelten Parquetboden.
Als ſei ihm damit ein Zeichen zu ſeinem Erſcheinen ge⸗ geben, ſchob faſt in demſelben Audendtic Herr von Plotzki mit raſcher Hand die Portiére zur Seite und ſtand lächelnd, glatt, freundlich, wie immer, auf der Schwelle.
Er kam näher.„Theure Editha, whs ſehe ich? Doch nicht Thränen in den ſchönen Augen? Thränen bleichen ja den roſigen Schimmer dieſer Wangen, machen den Blick dieſer glanzvollen Augen trüb und matt. Was giebt es?“
„Was ſoll es geben, Plotzki? Er weigert ſich natürlich wieder, mich heut' Abend, wie ich es doch eigentlich verlangen kann, zu begleiten. weichen zu wollen, bin aber natürlich an dem ehernen Panzer
ſeiner Gleichgiltigkeit abgeprallt.— Es iſt Alles— Ales vergebens!“.
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Sie ſeufzte..-
„Nun— und— Sie bleiben hier, Editha?“ faagte Herr von Plotzki, indem er die Baronin erwartungsvoll g ah.
„Ich kann es nicht länger ertragen!“ rief Editha mit her⸗ vorbrechendem Ungeſtüm.„Rathen Sie mir, Plotzki, was ich thun ſoll, um ihm nur ein Atom von Liebe⸗für mich dinzu— flößen. Ich glaube, er haßt mich.“
Herr von Plotzki, den Ausbruch ihrer Gefühle durchaus nicht beachtend, ſeine Frage 1
Ich verſuchte es wieder einmal, ihn er⸗*
„Ich meine, ob Sie nun hierbleiben werden?“ iFahale*
mit ihm— lauſchte mit I
„Nein— ich werde Sie bitten, mein Kavalier zu ſein,“
ſprach Editha beſtimmt.„Ich weiß ja, Sie thun es gern.“
„Natürlich, natürlich,“ erwiderte Herr von Plotzki,„ich ſtehe ganz zu Ihrem Befehl.“
Sein Lächeln bei dieſen Worten hatte jedoch etwas erzwungen Verbindliches.
Eine Viertelſtunde ſpäter ſaß er am haſtig folgende Worte auf's Papier:
Schreibtiſch und warf
„Lieber Beſſelſtein! Warten Sie nicht auf mich. Halten
Sie Bank. Komme vielleicht noch, aber ſpät. Pagendienſt.
Der Ihre. P.“
Dies Billet wurde ſchleunigſt geſchloſſen, geſiegelt und dem Diener mit der Weiſung übergeben, es dem Oberlieutenant a. D. Florian Beſſelſtein zu überbringen.—
Editha fuhr am Abend in Plotzki's Begleitung zum *** ſchen Geſandten.
Schon eine geraume Weile vor ihrer Abfahrt hatte der Baron das Haus verlaſſen. Ein dumpfer Druck im Gehirn ließ ihn die dringende Nothwendigkeit verſpüren, friſche Luft zu ſchöpfen.
Hinaus, hinaus aus der Enge der Stadt! Auf der Schwelle des eigenen Hauſes den Staub von den Füßen ſchütteln, weit hinter ſich laſſen Menſchengewühl und Häuſer⸗ maſſen und frei ſich träumen, frei von dem Dämon, der mit furchtbarer Unerſättlichkeit an dem Mark ſeines Lebens nagte, deſſen finſterer Flug ſeinen Himmel umdüſterte, deſſen Daſein ſeine Seele mit Bitterkeit und tiefem Groll erfüllte.
Wer war es, der ihn in ſeine Nähe, an ſeine Seite gebannt? Durch weſſen Schuld mußte er die ſchwere Bürde, die mit ihrer Wucht ihn ſchier zu Boden zog, tragen?——
Wie deutlich ſtand gerade heute Alles vor ſeiner Seele!
Er ſah die kleine Editha, die Eigenſinnige, Herrſchſüchtige, im Hauſe ſeiner Eltern, wo ihr, der reichen Erbin, auf Wunſch des Vaters jeder Wille geſtattet wurde. Sah das unſchöne, ihm ſo unſympathiſche Kind Alle im Hauſe tyranniſiren, von der ſtillen, leidenden, duldſamen Mutter bis hinab zur unterſten Magd.
Editha war verwaiſt, das einzige Kind eines Jugend⸗ freundes ſeines Vaters und letzterer ihr zum Vormund und Verwalter ihres ungeheuren Vermögens beſtimmt.
So oft Rolf zu den Ferien heimkam, fand er Editha
ſtörriſcher, widerſetzlicher, herrſchſüchtiger; ſoviel in ſeiner Macht ſtand, ging er ihr alls dem Wege, denn ein unangenehmes Gefühl, faſt ein Widerwille, beſchlich ihn ſtets in ihrer Nähe.
Aber ſeltſam! Editha ſchien dieſelbe Antipathie für ihn nicht zu empfinden.—
Wenn der Wagen, der ihn von der Station nach dem heimatlichen Gute brachte, vor der Freitreppe des alten Herrenhauſes hielt, war ſie ſtets die Erſte, die ihn zu be⸗ grüßen kam.
Und jedesmal umſpannte ſie ſeine Hand mit feſtem Druck und ſah mit den brengenden Augen lange— lange ſo ſtarr und unbeweglich in die ſeinen, als wolle ſie bis auf den Grund ſeiner Seele bkicken. a⸗ war ihm läſtig, wider⸗ wärtig!—
Er floh, ſie— ſie ſuchte ihn auf.
Sie durchſtreifte den Garten, bis ſie ihn in dichtumrankter Laube vor ſeinen Bücherndfand, ſetzte ſich zu ihm— lernte zubrunſt jedem ſeiner Worte.
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