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senen Reihen der Franzosen— und man wird sich ein schwaches Bild der Scene ausmalen können. Nun füge man Omer Pascha mit 15,000 gelben Türken und braunen Aegyptern auf der Inkerman-Seite hinzu, um einen Ausfall der Russen aus den Thälern zu ver⸗ hüten, Pelissier und Canrobert mit einem glänzenden Gefolge von Stabsoffizieren und Adjutanten auf einer Höhe der Victoria-Redoute, und ein paar Tausend Engländer unten, so hat man die großen Figuren die— ses Sturmes beisammen.
Vier mächtige Raketen, die 6½ Uhr in den Himmel hinaufzischten, gaben das Zeichen zum Angriffe. Von allen Seiten drängten die Truppen heran und flogen mehr über die untern russischen Schanzen, als sie klet⸗ terten, ohne auf besondern Widerstand der Russen zu stoßen. Auch als sie massenweise die steilen Höhen hinaufklimmten, wurden ihnen blos wenige Schüsse von den Parapeten der Höhe heruntergeschickt, so daß bald der ganze oberste Rücken mit wüthenden Schar⸗ mützlern gefüllt war. Die russischen Malakoff- und Redan⸗-Batterien war von dem lebhaftesten Feuer der englischen zum Schweigen gebracht worden, da man einen solchen Sturm nicht bei Tage erwartet haben mochte. Die Russen flohen alle in der Richtung des Malakoffthurmes, so daß die ganze Mamelonhöhe ohne irgend einen ernstlichen Kanpf durch bloßes Hinauf— klettern erobert zu sein schien. Mit diesem leichten Siege nicht zufrieden, ließen sich die Franzosen ohne Commando, blos von dem Feuer des Krieges, vom Instinkte hinter den fliehenden Russen hertreiben, als wenn alle plötzlich eiustimmig beschlossen hätten, nun sofort auch den Hauptschlüssel zu Sebastopol, den Ma⸗ lakoff, zu nehmen. So stürmten sie leidenschaftlich hinunter in das Thal, das wie ein umgekehrter Sattel sich zwischen Mamelon und Malakoff streckt, und ge⸗ rade hinauf gegen die Schanzen des entgegengesetzten Hügels. Unter Kanonen-, Flinten- und Steinregen drängten die Franzosen immer vorwärts, bis sie schon unter der niedrigsten Schußlinie der Kanonen wa⸗ ren, so daß sie nur nech von dem Stein- und Mus⸗ ketenregen litten. Aber sie litten mehr, als sie ver— tragen konnten, da sie in ihrer plötzlich ungemein ge— ring erscheinenden Anzohl durch keine Nachfolger unter⸗ stützt wurden. Diese waren nämlich zu rück⸗ commandirt worden, so daß die Kühnsten auf ih⸗ rem Rückwege unter einem russischen Flankenfeuer größ— tentheils fielen. Ebenso und fast gleichzeitig wurden die Engländer, nachdem sie ihre eigentliche Aufgabe, eine Steinschanze zu nehmen, gelöst hatten, zurück— gerufen und beinahe zur Hälfte niedergrmacht.
(Forts. folgt.)
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Folgende Prophezeiungen über den Ausgang des gegen— wärtigen Krieges liest man in einem Stuttgarter Blatt: „Doktor Lumming, ein bekannter englischer Prediger, hat kürzlich dem Herausgeber der IIIustrated London news die folgenden Prophezeiungen zur Veröffentlichung mitge— theilt. Die erste soll aus einem alten Buch mit Weissa⸗ gungen aus dem fünfzehnten Jahrhundert genommen sein und lautet in deutscher Uebersetzung:
Es stürzet in vierhundert Jahr Der Bär sich auf den Halbmond dar; Ist fest von Ochs und Hahn das Band, Behaͤlt der Halbmond auch Bestand. Doch zweimal zehen weit're Jahr, Nimm, Halbmond, es mit Schrecken wahr— Wird siegend hoch das Kreuze steh'n, Der Halbmond sinkend untergeh'n. Die zweite steht in einem Werk in dem Augustiner—
kloster zu Rom, mit dem Titel:„De fluctibus mysticae naris 1675,“ worin sich diese merkwürdigen Worte finden: „Vor der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts werden überall in Europa Aufstände entstehen; Hungersnoth, Pest und Erdbeben werden viele Städte verheeren; Rom wird das Scepter verlieren, der Papst von seinen eigenen Leuten zum Gefangenen gemacht werden. Ein Fürst aus dem Norden wird Europa überziehen; sein Schwert wird die Kirche kräftig vertheidigen, den rechten(orthodoxen) Glauben aufrecht erhalten und den Muselmann unter⸗ jochen.
Canalmüller. Worum geht's awer mit dem verdon⸗ nerte Krieg gar nitt vorwärts, bleibt als's Brod uff'm alte Preiß.
Schlammbeißer. Ja, daß iß so, liewer Colleg: Ver- stehste. d'Russe traue sich nitt'raus unn die Allejirte traue sich nitt enei, unn de Neudrale in der Mitt traue sich nitt raus unn enei, unn da bleibts halt beim sta- tus quo ante.
Richter. Wie die Voracten darthun, so seyd Ihr ein Dieb von Profession und schon oft in Untersuchung gewesen?
Inquisit, O nä, Herr Richter, das iß annerst, ich stehle blos zu meim Vergnüge.
Richter. Nun, sagt einmal ganz aufrichtig, der Kräu— termeier war doch auch bei Eurer Bande?
Inpuisit. Ja wohl, das häßt, er war nur wie ich, Ehremitglied.
Spiegelberg. Ah, gruͤß Sie Gott, lieber Dürrländer Sie kommen von Nauheim, was macht mein liebes Frau chen? ich werde fast krank vor Ungeduld.
Dürrländer. Ach, wie angenehm, daß ich Sie gleich treffe, die liebt Ihnen auch so zärtlich, ich soll Ihnen tausend Küsse von ihr bringen; sie ist übrigens sauwohl und vergnügt.
Hollhosse. Waß haste dann mit dem Dings da?
Poppe. Der will gern heirathe, awer der Ahlt will ihm de Dochter nitt gewe, da soll ich Se freie helfe.
Hollhosse. Da brauch m'r zu freie, da macht m'r nur den Ahlt besoffe, daun geht's gleich vorwärts, so isses ja ganz kerzlich erst gescheh!— i
Mutter. Gustelchen, willst Du gleich geschickt sein, sonst kommt der Niklaus!
Söhnchen. Ach, mir duht der Nikolaus nichts mehr, ich bin kein Türk! Wenn Du mir aber was duhst, lasse ich Dich ins Laternemännche setze.
Mutter. Warum denn?
Söhnchen. Weil Du dem Vater so viele viele Küß' schickst.
Bummler. Entschuldigen Sie, mein Herr, darf ich Sie um ein bischen Feuer bitten?
Herr. Mit Vergnügen, hier nehmen Sie einige Zünd⸗ hölzchen.
Bummler. Ach Sie sind sehr gefällig! Sie geben mir wohl auch die Cigarre dazu.
Herr. Wollen Sie eine Havanna oder eine Pfälzer?
Bummler. Wenn ich bitten darf, beide Sorten.
Eine Buchbinderrechnung.. Ein Mutterherz in Kalbsleder gebunden 30 kr. Die heilige Cäcilie gefalzt„ 5 Den Codex Justiniani in Schweins leder gebunden 1 fl. 12 Die Nonne von Gnadenthal mit einem blauen Rücken ersehen nnn 24„
Summa 2 fl. 12 kr.
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