Wehre dich
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deutsches Heer und deutsche Heimat!
Wir stehen in schwerem Kampf mit unseren
Feinden.
Wenn zahlemnästige Aeberleaenhelt allein den Sieg verbürgte, läge Deutschland längst zerschmettert am Boden. Der Feind weist aber, dast Deutschland und seine Verbündeten mit den Waffen allein nicht ,u besiegen sind. Der Feind weist, dast der Geist, der unserer Truppe und unserem Volke innewohnt, uns
unbestegbar
macht. Deshalb hat er neben dem Kampf gegen die deutschen Waffen den
Kamps gegen den deutschen Geist
ausgenommen, er will unseren Gelst vergiften und glaubt, dast auch die deutschen Waffen stumpf werden, wenn der deutsche Geist zerfressen ist. Wir dürfen diesen Plan des Feindes nicht leicht nehmen.
Den Feldzug gegen unseren Geist führt der Feind
m» verschiedenen Mitteln: er überschüttet unsere Front nicht nur mit einem Trommelfeuer der Artillerie, sondern auch lnil einem Trommelfeuer von bedrucktem Vapier. Seine Flieger werfen
neben Bomben, die den Leib löten. Flugblätter ab. die den Geist töten sollen. Unsere Feldgrauen lieferten an der Westfront von diesen feindlichen Flugblättern im Mai 84.000. im Funi 120.000 und im Juli 300,000 ab. Eine gewaltige Steigerung! Fm Full 10,000 Giftpfeile täglich! 10,000 mal täglich der Versuch.
dem einzelnen und der Gesamtheit den Glauben an die Gerechtigkeit unserer Gache und die Kraft und die Zuversicht ;u dem Endsieg zu nehmen.
Dabei können wir damit rechnen, dast ein grober Teil der feindlichen Flugblätter von uns nicht aufgefunden wirb. — Der Feind begnügt stch aber nicht nur damit, den Geist unserer Front aniogreifen.
er will vor allen Dingen auch den Geist der Heimat vergiften. Er weist, welche Guellen der Kraft für die Front in der Heimat ruhen.
Seine Flugzeuge und Ballone tragen zwar Die angehängten Flugschriften nicht weit in unsere Heimat: fern von ihr liegen ja die
Linien, in denen der Feind vergeben- um Waffensieg ringt. Aber der Feind hofft, dast mancher Feldgraue da- Blatt, da- so harmlos aus der Luft heruntergeflattert ist. nach Hause schickt. Zu Hause wandert es bann von Hand zu Hand, am Biertisch wirb es besprochen. ln den Familien, in den Nähstuben. in den Fabriken, auf
der Glraste. Ahnungslos nehmen viele Tausende den Giftstoff in stch auf; Tausenden wirb die Last, die der Krieg ihnen ohnehin bringt, dadurch vergröbert und der Wille und die Hoffnung aus den siegreichen Ausgang des
Krieges genommen. All diese schreiben dann wieder von ihren Zweifeln an die Front, und Wilson. Lloud George und Elemenceau
reiben sich die Hände! Der Feind greift den Geist der Heimat auch sonst noch an.
Die unsinnigsten Gerüchte, geeignet, unsere innere Widerstandskraft ;u brechen, werden in Amlauf
gesetzt. *
Wir stellen sie gleichzeitig in der Schweiz, in Holland und Dänemark fest. Don dort breiten sie sich wellenartig über ganz Deutschland aus. Oder aber sie tauchen gleichzeitig, in unsinnigen Einzelheiten übereinstimmend, in den entlegensten Gegenden unserer Heimat auf. in Schlesien. Gstpreusten und im Rheinland, und nehmen von da aus ihren Weg über das übrige Heimatgeblet. Auch dieses Gift
wirkt auf «Urlauber und fliegt in Briefen ;ur Front.
And wieder reiben sich die Feinde die Hände! Der Feind ist klug. Er weist für jeden bas Dülverchen zu mischen.
Die Kämpfer an der Front lockt er. Ein Flugblatt lautet: „Deutsche Soldaten! es ist eine schändliche Lüge, dast die Franzosen die deutschen Gefangenen misthandeln. Wir sind keine Anmenschen. Kommt nur getrost zu uns herüber! Hier findet ihr rücksichtsvolle Aufnahme, gute Verpflegung und friedliche Anterkunft." Man frage hierzu die tapferen Männer, denen es unter unsäglichen Mühen gelang, der feindlichen Gefangenschaft zu entrinnen. Ausgeplündert bis auf bas letzte, im Drahtpferch ohne Gbdach durch Hunger und Durst für verräterische Aussagen gefügig gemacht ober durch Schläge und Bedrohung mit dem Tobe zum Verrat an den Kameraden gezwungen, auf dem Fransport zur schweren Arbeit von der französischen Bevölkerung besplen. mit Anrat beworfen:
Go sieht ln Wahrheit bas Varabies aus. bas der Feind vorgaukelt.
Auch nachgebruckte Griginalbriefe von Gefangenen werden abgeworfen. in denen diese schildern, wie gut es ihnen gehe. Gott-


