Ausgabe 
15.9.1918
Seite
10
 
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(ob wird es in England und Frankreich auch noch anständige und

menschliche Kommandanten von Gefangenenlagern geben: ste stnd

aber die Ausnahme. And die Briefe, die der Feind abwirf,, stnd

nur 3~4 verschiedene. Diese aber sendet er in vielen Tausenden von Exemplaren vervielfältigt.

Kleinmütige schüchtert der Feind ein: ..Euer Kampf

Ist ausflchtslo«. Amerika wird Euch den Garau« machen. Eure Tl-Booie taugen nicht«. Wir bauen mehr Schiffe al« ste versenken. Euer Handel ist vernichtet. Wir sperren Euch noch dem Kriege die Rohstoffe ab: dann must Deutschland« Industrie verhungern. Eure Kolonien seht Ihr niemal« wieder." Go Ningt e« au« seinen Flug- blättern, bald Lockung, bald Drohung.

Wie steht es in Wirklichkeit?

Wir hoben km Osten ben Frieden erzwungen und stnd stark genug, es auch im Westen ;u tun. trotz der Amerikaner. Aber stark und einig müssen

wir fein!

Das ist es. wogegen der Feind mit seinen Zetteln und Gerüchten kämpft.

Er will uns den Glauben und die Zuoerstcht. ben

Willen und die Kraft nehmen. Worum sucht der Feind immer noch nach Bundesgenossen im Kampf gegen un«? Warum trachtet er. die noch neutralen Völker ,um Kampfe gegen un« ,u pressen? Well wir ihm an Kraft gewachsen stnd. Worum hetzt er schwane und andere Farbige gegen deutsche Soldaten?

Wett er uns vernichten will!

Wieder anderen sagt der Feind: ..Ihr Deutschen. Eure

Regierungsform ist falsch! Kämpft gegen die Hohen,ollem, gegen

den Kopiialismu«. helft uns. - der Entente Euch eine bessere

Siaatsform ,u geben." Der Feind weist genau, welche Stärke

unserem Staat und unserem Kaiserreich innewohnt. Aber gerade eben deshalb bekämpf! er ste.

Der Feind versucht auch, alte Wunden im deutschen Doltskörper aufzureisten. Mit seinen Flugblättern und durch Gerüchte versucht er. Zwietracht und Misttrauen unter ben Bundesstaaten zu säen.

Wir beschlagnahmten am Bodensee viele Tausende Flugblätter. Die nach Bayern geschafft werben und gegen Die Norddeutschen aufreoen sollten. Was der jahrhundertelange Traum der Deutschen war und wa« unsere Bä,er un« erstritten, bas deutsche Kaiser-

reich wollen Sie zerstören und Deutschland zur Macht­losigkeit des 30jahrigeu Krieges verurteilen.

Auch unsere Bundestreue zu unseren Verbündeten will der Feind erschüttern. Er kennt nicht deutsche

Art und deutsches Manneswort.

Er selbst opfert seine Derbünbelen.

Wer Englands Verbündeter ist. stirbt daran.

And schiiestlich versendet der Feind nicht den ungefährllchsten seiner In Druckerschwärze getauchten Giftpfeile, wenn er Aeosterungen deutscher Männer und beutscher Zeitungen abwirft. Die Aeusterungen deutscher Zeitungen stnd au« dem Zusammenhang gerissen. Bei Aeusterungen Deutscher, die wiedrrgegeben werden,

denkt daran, dast es Verräter am Vaterlande zu jeaer Zeit gegeben hat, bewustte und unbewustte.

Meist sitzen sie im neutralen Ausland, um nicht unseren Kamps und unsere Entbehrungen teilen zu müssen

ober als Sochverräler gerichtet )U werden. Auch die Derfechter extremer Barteirichlungen dürfen nicht den Anspruch erheben für die Allgemeinheit de« deutschen Dolke« >u sprechen. Es ist

unsere Stärke, aber auch unsere Schwäche, dast wir auch im Kriege jede Meinung ungehindert zu Worte kommen

lassen. Wir dulden bisher auch den Abdruck der feindlichen Serresberichte und der Reden der feindlichen Sioatsmänner. die mit Angriffswaffen gegen den Geist de« deutschen Heere« und Dolle« stnd. in unseren Zeitungen.

Dies ist Stärke, weil es Kraftbewusttsein beweist.

E« ist aber eine Schwäche, weil e« duldet, dast de« Feinde« Glft bei uns Eingang findet

Damm, deutsches Heer und deutsche Heimat: Wenn dir einer dieser ausgeworfenen Giftbrocken in rZvrm eines Flugblattes oder eines Gerüchtes vor die Augen oder die Ohren kommt, so denke daran, hast er vom Feinde stammt. Denke daran, oaj- vom Feinde nichts kommt, was Deutschland swmmt. Das must sich jeder sagen, gleichgültig, welchem Stande oder welcher Vartei er angehört. Tklssst du ernen. der zwar dem Namen und der Abstammung nach deutsch ist. der aber seinem Wesen nach im Feinbeslager steht, so halte ihn

D,r salbte ihn. Stelle ihn öffentlich

an ^en Dränger, damit auch jeder andere wahre Deutsche ihn verachtet.

ölch, &gufjcf)££ fözzi und dguffcdE HmmÄ

Grostes Hauptquartier.

den 2. September 1Yl8.

Grneralfelbmarschall.

3 - » t» Jranffurt «. OL