tur, es ist bir Verneinung unsrer Leistungen und uniers Win kens. Das deutsche Volk war fleißig, in sich gekehrt, strebsam, erfinderisch auf allen Gebieten, es arbeitete geistig und körperlich. Cs gab aber solche, die nicht zu arbeiten wünschten, sondern ans ihren Lorbeeren ausruhen tvollten, das waren unsre Feinde. Wir kamen ihnen an die Nähte, und zlvar durch friedliche Arbeit und friedliche Entuicklung, Industrie und Wisen'chast, ^ NN st und Votkserziehung. soziale Gesetzgebung usw. D durch kam unsec Volk in die Höhe. Und da kam der Neid; der Neid verantaßte unsre Gegner zum Kampf und es kam der Krieg über nlls, die wir ahnungslos waren. Und jetzt, da die Gegner jehen, daß alle ihre.Hoffnungen, die sie in den frühern Jahren gehabt haben, trügerisch geivesen sind, da unsre getvaltigen Heersübrer, nach bcrn, Namen mit Recht Cure neuen Werkstätten genannt tverden, Schlag aus Schlag ihnen versetzt haben, nun erhebt sich auch noch der Haß dazu. Nun, meine Freunde, wer haßt? Der Deutsche, der Germane, kennt keinen Haß. Wir kennen nur einen ehrlichen Zorn, der dem Gegner einen Schlag versetzt. Wenn er aber daniederliegt und blutet, reichen wir ihm die Hand und sorgen für seine Heilung; der Haß zeigt sich nur bei den Völkern, die sich unterlegen fühlen. Wenn also meine Landsleute betrübt sind oder sich darüber wundern. daß ein so furchtbarer Haß bei unfern Feinden vorhanden ist, so liegt das daran, das ihre Berechnungen verfehlt gewesen' sind. Cin jeder, der den Charakter der Angelsachsen kennt, lveiß, lvas es.' heißt, mit ihnen zu sechten, der iveiß, wie zähe sie sind. Im vergangenen Jahre in Flandern, wo unser Heer monate'aug einer fünffachen Uebermacht Stand bot, habe ich gesagt: Kinder, leio Euch eins klar, das i]t kein Krieg wie früher, das ist ein Uamps um unsere Existenz, die mau uns stieilig 'machen toill. Bei einem solchen Kamps geht es Zoll um Zoll'. Wir wissen nicht, lvann das Ringen beendigt sein wird, ibe^das eine lvissen wir. daß in i r den K ampf bestehen müssen.
Um nun. meine Freunde, laßt Euch noch aus ot'vas Hinweisen: Ihr habt gelesen, was kürzlich in Moskau pe.isiert ist: die gewaltigen Verschwörungen gegen die jetzige Regieinng. ^.as pailamentarisch regierte und demokratische Volk der En g- l a nd er hat die ultrademotratische Regierung, die sich das russische Volk jetzt zu sormulieren begonnen hat, zu stürzen versucht, weil diese Regierung in Wahrnehmung der Juni- essen ihres Vaterlandes dem Volke den Frieden, nach dem es
schreit, erhalten, der Angelsachse aber noch keinen Frieden haben rvill.
So sieht es also aus. Es ist ein Beweis des Gefühls der Unterlegenheit, daß er zu solchen verbrecherischen Mitteln preist. Jetzt konimt es aus die letzten Anstrengungen mr C s Ül e h t u ni s Ganze. Und meil unsre Feinde es ivisieu, weil sie vor den, deutschen Heere den größten Respekt haben, ioeil sie emsehen, daß sie unser Heer und unsre Marine nicht niederzwingen können, deshalb versuchen sie es mit der Zersetzung iNi ^Innern, uns mürbe zu machen durch falsche Gerüchte und Flaumacherei. Das kommt nicht ans den Kreisen des deutschen Volkes, das sind künstliche Machwerke. Abei ein jeder, der ans solches Gerücht hört, ein jeder, der unverbürgte Nachrichten in Eisenbahn, Werkstatt oder anderswo lveitergibt, versündigt sich am Vaterland, der ist ein Verräter und herber Strafe verfallen, ganz gleich, ob ei »Graf sei oder Arbeiter. Ich weiß sehr wohl, daß ein jeder von E.'uch mir darin recht gibt. Glaubt mir wohl, es ist für mich nicht leicht, jeden Dag die Sora e der Verantwortung für ein Volk von 70 Millionen zu tragen, und dazu mehr a'.s vier Jahre alle die Schtvierigkeiten und die ,\nitefjmeube N v t des Volkes zu sehen.
Ihr habt durch die freundlichen Worte des Herrn Krupp soeben gehört, daß ich von dem Krankenlager der Kaiserin, meiner vielgeliebten Gattin uud Eurer Landesmutter, komme. I'ch bin jahrelang an der Front gclvefen, immer so nahe wie «möglich, um meinen Truppen nahe zu sein, da traf mich die Nachricht von der Erkrankung der Kaiserin. Ein jeder Gatte
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unter Ihnen weiß, was das heißt, wenn man so schwere Verant- wortuwg tragt und dann solche Nachricht bekommt. Mit trotte? NJilte ist die Kaiserin wieder ans dem Wege der Besse- rnng. Es waren dies drei schwere Wochen. Ich bin üeanttrnst 1,1 ^nnnerung an die schönen Stunden, die Ihre Majestät rm
QU ui| ich, niajt anders als s . . lunme des Gewissens zu hören und Eure Pflicbt trotz drr schweren Zeit zu tun, bis der Friede da ist. Wir haben ein Wort, daß uns die heilige Schrift zürnst, das heißt: „->'llle Eure Sorge werfet aus ihn, er sorget für uns." Dun, das
»eiufgaoen. Wie können ,vir Gott gefallen und sein Herr er- iveithen ü Dadurch, daß >vir unsre Pflicht tun Wann befielst unne P.licht? Unser Vaterland sreizuniach-n. Jnfolgedeise.» gaben wir auch die Verpflichtung, mit a lau un/rn Kräften a us- 3 ii 0 alten im Kampfe gegen seine Feinde. Jeder von uns bekomn.t von oben seine Aufgabe zugeteilt, du an reinem L anilI,er r. bu an deiner Drehbank und ich auf meinem Thron.
, lT "u-'sen aber alle ans Gottes Hilfe bauen, und der Zmeisel oas Mt ber größte Undank gegen den Herrn. Und nun flaue bflj Ena) ganz einfach und ehrlich: Habeii mir denn eia mtl ich v n n fc z u m Zweifel? Seht doch die vier Jahre Krieg an, n>as wir für gewaltige Leistungen hinter uns haben. L nie .Kilbe -Holt staub gegen un-3 und unsre treuen Verbündeten, nnc jetz^ hüben wir Frieden inil Rußland, Frieden mit Rnniä Serbien nno Mvntenegro sind erledigt. Nur in: Westen lampten nur „ach. und da sollte im? der liebe Gott i,n letzten Rngenbliel noch verlasse»? Wir sollten »ns schämen über unser» Klenunnt. Der konimt aber dann, wenn man Gerüchten Glaub.n schenkt Aus den Tatsachen, die Ihr selber erlebt .luvt, da schmiedet Euch den sesteu Glauben an die Zulnnü Eure-' Vaterlandes! '
Wir haben oftmals daheim .and im Felde, in der Kirche und unter freiem Himmel „Eine feste Burg ist unser Gott" ib'sungen, daß es hinansgeschallt hat in des Himmels Blau un> in Gewitterwolken hinein. Ein Volk, aus dein ein solches Lied entstanden ist. das muß nnbezlvingbar sein. Meine Bitte und menie Ansiorderung an Euch und durch Euch an die gestirnte ?lrbeiierjchast, die sich so ausgezeichnet und tüchtig oeioährk hat, mit durch Euch an das gesamte deutsche Volk geht dahin: Für mich und mein Verhältnis zu ineiuem Volk sind maßgebend meine Wortc vom 4. August 1914: „Ich kenne keine Par- teieu. ich kenne nur Deutsche". Unsre Parteien haben es nicht verstanden und sind im Kriege nicht aus der Höhe. Es ist jetzt keine Zeit für Parteiungen Wir ulMfen uns jetzt alle z n s a m m e n s ch l i e ß e n zu einem '^loel, unfc hier ist wohl am ersten das Wort aul Platze: „Wer- o^e t ft a r k iv i e St a h l", uud dxr deutsche Volksblock, zu r-tuhl zusammengeschweißt, der soll dem Feinde seine Kraft zeigen. Wer also unter Euch entschlossen ist, dieser meiner Aufforderung nachzulommen, iver das Herz aus dem rechten Flek hat, iver die Lrene hatten ivill, der stehe jetzt aus und verspreche mir an Stelle der gesamten deutschen Arbeiter- ichaft: W i r iv o l l e n k ä m pjen uud d u r ch h a l t c u b i s Zi ii m letzten. Dazu helje uns Gott. Und iver das rvill, der antworte mit Ja! (Die Versammelten aiitiv orten m i t lautem 3 a.) Ich danke Euch. Mit diesem Ja gehr ich jetzt zum Feldmarschall. Es gilt nun für jeden von uns, die getobte Pflicht auch zu erfüllen uud au Geistes- uud Körperlrast ^as äußerste einzujetzen für das Vaterland. Jeder Zweiiet mi'ß aus Herz und Sinn gebaunt werden. Jetzt heißt es: Deutsche, die Schwerter hoch, die Herzen stark und die Muskeln ge strafst zum Kampfe gegen alles, was Aegen uns steht, uud tveun es noch so lauge dauert Dazu helse uns Gott. Attien. Und nun lebet wohl, Leute!
Truck von Voigt & Kleiber, Frankfurt a. M., Mebergasse 6.


