Lnzavett-Zeikurig.
der aufgebrachten Mittel auf: Das Ergebnis der Sammlung bleibt im Lande, kommt also den engeren Landsleuten zu gute, ein Grundsatz, der nicht wenig das günstige Ergebnis beeinflußt hat. Denn man braucht kein Partikularist zu sein, aber es sieht doch niemand gern, wenn alles nur zu einem großen Haufen zusammengetragen wird, sodaß der Heimatgeruch der Spende in dem großen Topf verloren geht. Nun weiß aber jeder, daß seine Gabe gerade dem Landsmann zu gute kommt, und das hat so manche Widerstände beseitigt und auch die gewonnen, die sonst bis oben hinaus zugeknöpft waren.
Alles in allem: Die Ludendorff-Spende ragt als ein unvergängliches Denkmal der dankbaren Heimat mit der Ehreninschrift: »Ihren kriegsbe- schädigten Verteidigern"' am Ende des vierten Kriegsjahres empor, ein erhebender Beweis dafür, daß die Heldentaten unserer wackeren Kämpfer unvergessen bleiben, daß auch die Heimat getreu dem Satz: »Einer für alle, alle für einen"' kein Opfer scheut, um den Dank abzustallen für das, was unsere Heere in den vier schweren Jahren geleistet haben. Und wenn die Sammlung den Namen Ludendorffs trägt, so geschah das darum, weil der große Heerführer gerade der Versorgung der Kriegsbeschädigten von jeher sein besonderes Interesse entgegengcbracht hat. So verknüpft sich Ludendorffs Name eng mit der Kriegsbeschädigtensürsorge: Er hat auch bei der Offensive der Barmherzigkeit gesiegt, wie er draußen unsere Heere von Sieg zu Sieg geführt hat.
Kleine Mitteilungen.
Karlenspielörett für Kandverteßte und
Einarmige.
Dem Bezirksausschuß vom Noten Kreuz Baden- Baden ist ein Kartenspielbrett zur Verfügung gestellt worden, an welchem unsere Verwundeten, die sich nur einer Hand bedienen können, ihre helle Freude haben. Die Anschaffung ist deshalb allen Lazaretten, Soldatenheimen und ähnlichen Organisationen aufs wärmste zu empfehlen. Dasselbe wird in doppelter Ausführung hergestellt, zum Preise von 10 Mk. für zwei Handoerletzte und zwei andere Spieler, und zum Preist von 15 Mk. für vier Handverletzte und ist zu beziehen durch den Bezirksausschuß vom Roten Kreuz Baden-Baden.
Der mittlere Raum des Spielbretts ist zum Mischen der Karten bestimmt. Um dieselben bequem mit nur einer Hand austeilen zu können, legt man sie in eines der Kartenfächer rechts oder links, je nachdem der Spieler sich der rechten oder linken Hand bedient. Sobald die Karten verteilt sind, werden dieselben auf die halbbogenförmigen Kar- "tenhalter gesteckt, aus welchen sie dann wie aus der Hand ausgespielt werden können. Der Mischraum dient zugleich zum eigentlichen Spiele. Die Kartensächcr sind für gewöhnliche Spielkarten, für Zego- und Patience-Karten eitigerichtet. Die übrigen Fächer sind für einen Notizblock und für Spielmarken oder Geld bestimmt. Die kleinen Wandschirme werden benutzt, wenn mehr als zwei Spieler an dem gleichen Brette spielen, damit dieselben einander nicht von der Seite her in die Karten schauen können. Zum Aufstellen der Wandschirme sind aus dem Brett kleine Rinnen angebracht.
A. M.
Lazarett-Beratung.
Die Zentralstelle der Lazarett-Beratung de8 Roten Kreuzes Frankfurt will dem Interesse der Verwundeten und Kranken im Bezirk der Lazarett-Zeitung dienen. Jet er möge die Fragen, die er aus dem Herzen hat, seien st» wirtschaftlicher Natur, rechtlicher Natur oder wie imner, schristlich an die Lazarett-Beratung richten. Ts soll aus jet r Frage brieflich Antwort gegeben und die Möglichkeit g>, sucht werden, Rat und Beistand zu schaffen. Antworten von allgemeinem Interesse werden ohne No- mensnennung in der- Lazarett-Zeitung veröffentlicht, vertrauliche Behandlung wird zugefichert, daher anonym, Anfragen verbeten. Die Zuschriften sind zu richten: An die Lazarett-Beratung, Frankfurt a. M., Kriegsfürsorge, Dheaterplatz 14. Beifügung von Rückporto ist nicht erforderlich. Die Zentralstelle der Lazarett-Beratung steht auch täglich von 4—5 Uhr den Verwundeten für persönliche Anfragen zur Verfügung. '
Santtätsgefreiter I. Frage: Ich stehe seit
November 1917 im Sanitätsdienst. Vor meiner Einziehung habe ich die ärztliche Vorprüfung nach fünf Semestern abgelegt. Augenblicklich werde ich als Sanitütsgefreiter beschäftigt. Eine Beförderung zum Sanitätsunteroffizier wird wohl in den nächsten Tagen erfolgen. Wie lange muß ich dem Sanitätskorps angehören um zum Feldunterarzt befördert zu werden? — Antwort: Gemäß Verfügung im Armeeverordnungsblatt 1915, Nr. 316, können in Unterarztstellen nunmehr auch solche Medizin-Studierende verwendet werden, die nach Ablegung der ärztlichen Vorprüfung ein klinisches Semester besucht und eine mindestens sechsmonatige Tätigkeit im Heeressanitätsdienst zurückgelegt haben, sofern sie von ihrem nächsten militärischen Vorgesetzten für den ärztlichen Dienst für durchaus geeignet erklärt werden. Ein Gesuch kann auf dem Dienstwege an das Sanitätsamt eingereicht werden.
Hefreiter Militärkrankenwärter Frage:
Besteht eineVerfügung. wonach Militärkrankenwärter, die in Seuchenlazaretten arbeiten, eine Seuchenzulage zu erhalten haben? Seit wann besteht die Verfügung, gelten die Lungenheilstätten als Seuchen- lazarette? — Antwort: § 642, Ziffer 1, der F. S. O. billigt dem Krankenpflegepersonal in Seuchenlazaretten eine tägliche Zulage von 25 Pfg. zu. Durch die Bestimmung im A. V. Bl. 1915, Nr. 783, ist die Zulage mit Wirkung vom 1. August 1915 aus 50 Pfg. erhöht worden. Ob die Lungenheilstätten als Seuchenlazarette gelten, unltrlikgt der Entscheidung des Sanitätsamtes. Sie können auf dem Dienstwege ein Gesuch um Zubilligung der Zulage auch für die rückliegende Zeit einreichen.
Unteroffizier L. Frage: Ich diente sechs Jahre, dann kapitulierte ich und wurde daraufhin am 25. April zum überzähligen Unteroff-zier befördert. Da keine e'atsmäßige Stelle frei war, meldete ich mich zu einem anderen Truppenteil. Hier wurde ich am zweiten Tage krank ins Lazarett eingeliefert. Bekomme ich nun nach der Lazarett- entlassung. wenn ich etatsmäßig werde, die etats- mäßige Löhnung vom 25. April an nachbezahlt? — Antwort: Es steht Ihnen die etatsmäßige Löhnung eines Unterosfizieres erst von dem Zeit, punkt an zu, in dem Sie etatsmäßig geworden sind. Nachzahlung für die Vergangenheit findet nicht statt. •
Scherz und ML sei.
Modern e Heilkunde.
„Sag mal, du/" fragt ein Feldgrauer seinen Kameraden „dich ha'm se doch auch mit Nöntgen- strahlen behandelt? Hat das eigentlich weh getan?"
„Ach was!"" belehrt ihn der andere, „da spürst du gar nichts davon!"
„Na denn ist's gut, wenn's nicht weh tut,"" meint der Kamerad. „Dann lass' ich mir meinen Backenzahn auch damit ziehen!'"
* ^ *
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Erster Gedanke.
Die Gruppe lag in einem total verlausten Unterstand. Alles jagte, knackte oder kratzte.
Nur ein Kamerad hatte die Zeitung in der Hand und las von einem Menschen mit drei Armen und drei Händen vor, der sich in den Städten für Geld sehen ließ:
„Donnerwetter Kinder!" ruft ein Zuhörer aus, „— kann der sich trotzen!"
1. Rätsel.
Paradies—Liebesgabe—Richter—Verständigung —Abteilung —Verteidigung—Genehmigung— Christentum—Lederriemen—Veteran—Griffelkasten.
Jedem der vorstehenden Worte ist, ohne Rücksicht aus die Silben-Einte»lung derselben, eine Silbe zu entnehmen. Diese Silben drücken, aneinandergereiht, einen strategischen Grundsatz aus.
2. Rätsel.
Mit a ist's schwarz wie Kohle, Es kränkt oft unser Ohr;
Mit e weiß es zu schätzen Der Kluge wie der Tor;
Mit o es unsern Schönen Stets neue Reize gibt;
Mit ü ist's unentbehrlich, Jedoch nicht sehr beliebt.
3. Kütsel.
Mit k macht's manchem vielen Spaß, Doch manchem auch Verdruß,
Wenn er es eigentlich nicht sollt'.
Es leider aber muß.
Dann möcht' der arme Teufel oft Spornstreichs mit l davon.
Weil manchmal einer unverseh'ns In das mit r kam schon.
Noch öfter aber er gerät'
In das mit s hinein;
Wenn er's mit t dann nicht vergißt, Wlrd's ihm von Nutzen sein.
Xaver Lieck.
Die Lösungen sind mit genauer Adreffe der Einsender bis 16. Septbr. einzusenden an die Lazarett- Zeitung, Frankfurt a. M., Theaterplatz 14. Aus dem'Briefumschlag soll das Wort . Rätsellösung " stehen. (Innerhalb des Postbezirks Frankfurt a. M. ist die Zusendung als Feldpostbrief nicht zulässig.)
Die Lösungen haben nur Gültigkeit, wenn sie vollständig sind.
Auflösungen;u den Rätseln der
vorigen Nummer.
1. Aätset: .Greif - Reif/
Mathematische Ausgabe: Am besten erscheint uns die Lösung in der Antwort des S- Dietrich aus Darmstadt ausgedrückt: .Wenn der Esel der Mutter ein Pfund abgibt, so baben beide gleichviel. Er muß also vorher zwei Pfund mehr gehabt haben. Geht nun der Tausch umgekehrt, dann verliert die Mutter noch ein Pfund, obgleich sie von Anfang an zwei Pfund weniger hatte. Der Esel bekommt nun aber noch ein Pfund zu. Der Unterschied ist also vier Pfund. Der Esel hat mit vier Pfund Unterschied doppelt soviel wie die Mutter. Diese hat also vierPfund und der Esel acht Pfund. Jetzt bekommt die Mutter ihr Pfund zurück, danll hat der Esel sieben Pfund und die Mutter fünf Pfund.' Den kritischen Zusatz des Einsenders, sieben Pfund seien für einen EseL nicht viel, erkennen wir gerne als begründet an.
2. Zlätsek: .Ter Schatten.
Preise ;u den Airä^sunarn der vorletzten Nummer.
Silbenrätsel; „Wir Deutsche fürchten Gott, sonst nichts auf der Welt/
. Wirrwarr: .Rätselpreis/
Mlset: .Bleifeder."
Hier erkennen wir auch gerne die Lösung des Armierungssoldaten Overholthaus als richtig an, der wohl im Hinblick auf seine militärische .Erfahrung" in dem Gesuchten die .Bettwanze' erblickt.
Preise erhielten: Sergt. Jost, Reichelsheim; Sergt. Löch- ner, Mainz; Telegraphist Zwide, Frankfurt; Ers.-Res.Gacken- heimer, Mainz; Gesr. Plauh, Rappenau; Sergt. Kiesel, Wiesbaden; Ldstm. Weßler. Frankfurt; Gefr. Schwalb. Butzbach; MuSk. Fritzel, Frankfurt; Untoffz. Heßtuch, Winterberg; Gren. Hestel, Frankfurt; San.-Gefr. Wappler, Hanau; Armierungssoldat Overholthaus, Fulda.
Die Lazarett-Zeitung erscheint zweimal monatlich. Den Verwundeten, Kranken und Genesenden im Bezirk des XI., XIV. und XVIII. Armeekorps steht ste im Lazarett unentgeltlich zur Verfügung.
Zuschriften find zu adreffieren: Lazarett-Zeitung, Frontr- furt a. M., Theaterplatz 14.
Verantwortliche Schriftleitung ehrenamtlich Dr. Earl Gebhardt in Frankfurt a. M.
Druck von Löber 4 So.. Frankfurt a. M, Elbestraße 31.


