Ausgabe 
15.7.1918
Seite
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«Lazarett-Aeratung.

Die Zentralstelle der Lazarett-Beratung des Roten Kreuzes Frankfurt will dem Interesse der Verwundeten und Kranken im Bezirk der Lazarett-Zeitung dienen. Jede, möge die Fragen, die er auf dem Herzen hat, seien fit wirtschaftlicher Natur, rechtlicher Natur oder wie immer, schriftlich an die Lazarett-Beratung richten. ES soll auf jede Frage brieflich Antwort gegeben und die Möglichkeit ge. sucht werden. Rat und Beistand zu schaffen. Ant. Worten von allgemeinem Intereffe werden ohne Na. mensnennung in der Lazarett. Zeitung veröffentlicht, vertrauliche Behandlung wird zugefichert. daher anonyme Anfragen verbeten. Die Zuschriften find zu richten: An die Lazarett.Beratung, Frankfurt a. M., Krieg?:forge, Dheaterplatz 14. Beifügung von Rückporto ist nicht erforderlich. Die Zentralstelle der Lazarett-Beratung steht auch täglich von 45 Uhr den Verwundeten für persönliche Anfragen zur Verfügung.

Hsskzierstessvertreier Frage: Ist es richtig, daß Offizierstellvertreter in Heiwatlazaretten nicht als Offiziere, fordern als Unteroffizie e be­handelt werden? Antwort: Wäh'end die Stellung der Offizierstelloertretcr im Felde immer mehr und mehr sich der Stelle eines Offiziers nähert, können diese in der Heimat im Reseve- lazarett die Behandlung eines Offiziers nicht be­anspruchen. Sie gehören zu den Löhnung emp­fangenden Unteroffizieren und werden als solche behandelt.

Musketier K. Frage: Ich habe draußen im Felde durch Erkrankung plötzlich mein Haupt­haar verloren und bin nun anhaltend Erkältungen ausgesetzt.^Kann ich vom Lazarett aus beantragen, daß mir von der Heeresverwaltung eine Perücke gestellt wird? Antwort: Die Heeresverwal­tung hat selbst das große Interesse daran, daß Ihr Gesundheitszustand, soweit es irgend geht, ge­bessert wird.' Erscheint das Tragen einer Perücke nach ärztlicher Ansicht als ein hierzu taugliches Mittel, so wird sie Ihnen verordnet werden. Sie können dies einmal bei dem Sie behandelnden Arzt anregen. Es steht auch nichts im Wege, wenn Sie bei Ablehnung Ihres Antrages um die Ent­scheidung des Sanitätsamtes bitten.

Unteroffizier U. Frage: Da ich nicht mehr ko. werde, möchte ich die Stellung eines Beamten­stellvertreters erlangen und frage an, auf welchem Wege ich zu einer solchen Stellung kommen kann, und wie hoch sich die Gebührnisse eines Beamten- stellvert^eters belaufen. Antwort: Sie kön­nen sich auf dem Dienstwege unter eingehender An­gabe Ihres Bildungsganges und bisheriger dienst­licher Beschäftigung mit einem Gesuch an die stell­vertretende Intendantur wenden. Abgesehen vom Servis erhält der Beamtenstellvertreter einschließ­lich der Geldabfindung für Selbstbeköstigung etwa 200 Mk. monatlich.

Scherz und Mtsel.

Im Revier.

Wenn der Landser still verklärt. Heim zum Sonnlagsurlaub fährt, Wird er meist mit trüben Blicken, Wieder zur Kaserne rücken. ' Er versinkt in die Betrachtnng Einer großen Weltverachtung:

.Mit dem Dienste ist es nichts, Müde bin ich egal sticht's* Darum denkt er wohl nicht selten: .Wirst dich mal revicrkrank melden Und schon seht er sich in Trapp, Nach dem Reich des Aeskulap, Welches er bequem erreicht,

Wenn er nur fünf Treppen steigt. Dabei kann er wohl beachte». Daß die andern auch so dachten. Große und auch kleine Leiden Füllen bald die Räumlichkeiten.

Auf dem Gange stehn und hocken Leute barfuß und in Socken Böse Beine, böse Haren,

Schlimme Zehen, krumm gewachsen» Gallensteine, Magenschmerzen.

Halbe Lungen, schwache Herzen»

Böse Nasen, böse Finger,

Böse Köpfe, böse Drüsen,

Alle suchen Heilung hier,

Deshalb gehn sie zum Revier

Alle Leiden ohne Zahl Sind gebucht vom Korporal. Schauerlich wird sein Gemüt.

Weil er viel .Bekannte" sieht. Immerfort füllt sich der Gang,

Ach wie ist die Menschheit krank. Eine Stille wird vernommen, Ausgepaßt.! - Der Arzt tut kommen. Allumfassend ist sein Blick,

.Gute Laune?" Das ist Glück Dann belebt sich schnell die Szene, Bald erscheinen nack'ge Beene,

-Und dem leidgeübten Ohr Trägt man v'el Beschwerden vor.

Alles wird, was drückt und quält, Wie und wo es sticht, erzählt.

Dieser Eine seufzt und hadert,

Weil die Beine krampfgeadert,

Dieser hat beim Atmen Schlucken,

Ter kann nicht ins Weite gucken, Dieser hat an Hämorrhoiden Schon als kleines Kind gelitten,

Jener fühlt sein Herze schlagen Und kann keinen Dienst vertragen, Dieser kriegt auf feine Hand Einen feuchten Stoffverband

Dieser wird mit Jod geheilt,

Dort wird Aspirin verteilt;

Auch der Plattfuß ist zu retten Mit zwei Aspirintabletten!!

Hier des Einen Spaß ist groß,

Weil im Handgelenk was los,

Und er lauscht bei der Verkündung Seiner Sehnensch.identzündung,

-Dieses Hebel kann nur weichen,

Wenn wir es mit Jod bestreichen! Dieser kann nicht gut mehr sehn Jener will zum Zahnarzt gehn Dieser wurde j.tzt , kv. '

Und zu Haus hat er die Frau Dieses Bruchband will nicht passen Jener will sich röntgen lassen

Der hier hat, was soll ich lügen.

Er muß eine Spritze kriegen

Um den Stuhlgang zu beleben,

Muß man dem Rizinus geben, Linderung gibt es zum Heil.

Auch genau fürs Gegenteil!

Wird rm Kriege viel geimpft,

Wnd entsprechend viel geschimpft, Niemand ist drauf gut zu sprechen, Wenn sie ihm das Fell durchstechen.

Mt entsteht im Köpfchen Hitze Nach der richl'gen Thphusspritze.

AuchParade" gibt es oft,

Die man zu bestehen hofft - Störend wäre hier wohl immer s-in Besuch durch Frauenzimmer i>eldzugänge, wie sie kommen,

Sind mit Vorsicht ausgenommen;

^penn es darf nicht sehr befremden, Wenn belebt sind ihre Hemden,

Deshalb forscht man vorn und hinten, Wer da sucht, wird auch oft finden Wüte, bre im Feld gewesen,

Münen große Zahlen lesen.

Auch am Ohr erforscht man dann,

^.b der Mann noch hören kann! Ik^kr bleibt noch im Revier,

^Innern Dienst" tut dieser hier.

Dieses Männlein kann noch bleiben,

^er hier ist gesund zu schreiben,

Doch vom Marsch ist er befreit. Dieser üb' mehr Reinlichkeit.

Wenn ich morgen ihn begrüße,

Zeigt er mir gewaschne Füße! - Also spinnt sich ernst und heiter Der Betrieb tagtäglich weiter,

Viel wird in den kurzen Stunden Abgewickelt und verbunden.

Dabei kann Verwendung finden Bald ein Kilometer Binden.

Hat sich nun geleert das Zimmer,

Steigt herauf ein Freudenschimmer.

Arzt und Sanitäterei Fragen, wie es möglich sei:

Täglich im Revicrdtensttreiben Immer noch gesund zu bleiben.

T'e Flucht, doch nimmermehr der Sieg.

I n Schiff i icht, in der Flotte bin ich gegenkrärtig

E^ braucht dein Leib mich ohne Zweifel, I ldks dein Körper braucht mich nicht. T.r8 Dunkel hat mich, wie das Licht. Am Ende braucht mich gar der Teufel!

Ich hoff', du bist's, wenn mich die Glut entbehrt. Es haben mich die Liebe und das Leben, Jedoch dem Tode bin ich nicht gegeben.

Run sag', wer bin ich, der so viel begehrt?

Eren. Prehsch, Fulda.

Mort-Uätsel.

Mein erstes überbringt uns oft Recht Angenehmes, Liebes;

Jedoch enthält eS manchmal auch Sehr Bitteres und Trübes.

Das zweite ist bei Männern me.st Im Ueberfluß vertreten.

Bei Frauen aber fehlt cs oft. Obschon es sehr vonröten.

Ins ganze steckt das erste man.

Mit diesem dann ins zweite.

Die Lösung ist diesmal nicht schwer, Run ratet liebe Leute.

Rätsel.

Die erste liebt die zweite sehr.

Genießt sie voll Behagen;

Das Ganze macht den Kindern Spaß, Ihr vögt sie nur mal fragen!

Die Lösungen sind mit genauer Adresse der Ein-' sender bis 1. August einzusenden an die Lazarett- Zeitung, Frankfurt a. M., Theaterplatz 14. Auf dem Briefumschlag soll das Wort .Rätsellösung- stehen. (Innerhalb des Postbezirks Frankfurt a. M. ist die Zusendung als Feldpostbrief nicht zulässig.)

Die Lösungen haben nur Gültigkeit, wenn sie. vollständig sind.

Auflösungen |u den Rätseln

vorigen Nummer.

der

1. Nätstt:Feuer".

2. Mälsek:Brotkarte". Scharade:Zapfenstreich

u

Vreise ?u den Auflösungen der vorletzten Unmmer.

Ztätsek: .Frachtraum"

6 richtige Lösungen.

Schreöerälsek: .Frieden mit Rußland"

6 richtige Lösungen.

Skt6enrässek: .Kakadu"

6 richtige Lösungen.

Freiberg, I.Okt. 1917. Jäger M. H i e m a n n, Neuhausen,

Garn-Komp.

Sechs Einsender erhielten für richtige Lösungen aller Rätsel Preise: Gren. Pretzsch, Fulda; Gren. Ottw, Dorn­holzhausen; Gefr. Reiche. Nauheim; Telegr. Engel, Enk­hausen; Vizefeldw. Maiböll, Frankfurt; Gefr. Ran g, Cassel.

1. Rätsel.

Seltsam.

Die Luft enthält mich und der Himmel, Die Wolken, die dort oben langsam ziehn. Und auch die Blumen, die im Felde blühn Und nicht nur einmal jeder Lümmel!

Die Lazarett-Zeitung erscheint zweimal monatlich. Den Verwundeten, Kranken und Genesenden im Bezirk de- XI., XIV. und XVIII. Armeekorps steht sie im Lazarett unentgeltlich zur Verfügung.

Zuschriften find zu adreffieren: Lazarett-Zeitung, Frank» furt a. M., Dheaterplatz 14.

Ich mache erst ein jedes Rätsel fertig.

Die Schlacht mich brauchet, nicht der Krieg,

Verantwortliche Schriftleitung ehrenamtlich Dr. Carl Gebhardt in Frankfurt a. M.

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Druck von 8 öber * Co., Frankfurt a. M., Elbestroßr 8L.