und Landcshilfskassen werden dem aus dem Kriege heimkehrenden Hausbesitzer bei der Entlastung etwaiger aufgelaufener Hypothekenschulden Helsen und Sorge tragen, den reellen Hausbesttz aufrecht zu erhalten.
Ueberblickt der Handwerker und Gewerbetreibende die Gesamtheit dieser geplanten Maßnahmen, so wird er auf seine angstvolle Frage: „Was soll aus uns werden?" aus der Heimat eine Antwort finden: „Wir wollen helfen! Es ist unsere Heimatpflicht, die Brüder, die draußen mit ihrem Körper und Leben die vaterländische Scholle beschirmten, bei dem wirtschaftlichen Wiederaufbau nach ihrer Rückkehr nicht im Stiche zu lassen."
Die Kriegsöesctiädigtenfürsorge.
Ilnlerstühungswesen.
Die Unterstützungen, die für Kriegsbeschädigte und deren Familien zur Verfügung stehen, lassen sich zunächst in zwei große Gruppen einteilen.
Die Militärbehörde gibt auf Grund verschiedener ministerieller Erlasse über das Ummschasts. Versorgungsgesetz hinaus besondere Zuwendungen aus Kapitel 74,8 und 84 a, die der Fürsorge, wenn sie auch nicht unmittelbar darüber verfügen kann, doch ihre Arbeit wesentlich erleichtern.
Di» bürgerliche Fürsorge konnte anfänglich zur Durchführung ihrer Aufgaben nur auf private Mittel zurückgreifen. Heute stehen ihr Rcichsmittel. Mittel der Kriegswohlfahrtspflege und Stiftungsmittel im Reiche allgemein zur Verfügung.. (Im Regierungsbezirk Wiesbaden kommen hierfür außerdem Mittel des Bezirksverbandes zur ergänzenden Fürsorge, die dieser nach einem Beschluß des Kom- munal-Landtages vom 6. Mai 1916 bis zur Durchführung einer einheitlichen Organisation der Fürsorge und Uebernahme der Kosten auf das Reich zur Verfügung stellt.) Außerdem stehen Mittel des Roten Kreuzes zu Darlehenszwecken für Möbelbeschaffung und ähnliche Aufgaben und sonstige Stiftungsmittcl für Fürsorgezwecke bereit.
Aus den vorhandenen Mitteln gewährt die Fürsorge an Unteistützungen: I. Barunterstützungen, 2. Naturalien, wie z. B. Diätkost. 3. Mittel zur Beschaffung von Bekleidung, 4. Mittel zur Bestreitung der Kosten für Um- und Weiterbildung von Beschädigten und zur Gründung von Existenzen.
In der Frage der Zuständigkeit der Beschädigten wurden die Grenzen von Anfang soweit wie möglich gezogen. Die Fürsorge soll nicht nur auf die Rentenempfänger ausgedehnt werden, sondern auf alle diejenigen, die längere Zeit zum Heere eingezogen waren und wegen Krankheit oder alter Leiden entlassen werden mußten. Sie soll ihnen dann den Weg ins Erwerbsleben, sofern sie Schwierigkeiten hierbei finden, bahnen. Erst wenn dieses Ziel nicht erreicht werden kann, also eine dauernde Fürsorge notwendig wird, tritt die Ärmen- verwaltung ein. ebenso in Fällen, in denen wie bei Paralytikern oder Geisteskranken eine dauernde Anstaltsbehandlung notwendig ist.
Broschüre wiedergegebenen Beobachtungen und Erfahrungen bezwecken, neben der Ausbildung von männlichen und weiblichen Hilfsbeamtcn und Facharbeitern, die Wiederertüch- tigung von Kriegsinvalidin einer besonderen Berücksichtigung zu unterziehen. Die Brofchüre wendet sich aber nicht nur an die sachkundigen Kreise, sondern sie will auch ausklärend wirken im gesamten werktätigen deutschen Bolk und den dielen kriegibeschädigten Metallarbeitern und Hand- Werkern als Wegweiser und Ratgeber dienen.
Lazaretl-Aeratung.
Die Zentralstelle der Lazarett-Beratung beS Roten ^uzes Frankfurt will dem Interesse der Verwundeten und Kranken im Bezirk der Lazarett-Zeitung dienen. Jeder die Fragen, die er auf dem Herzen hat. seien st, L'EEicher Natur, rechtlicher Natur oder wie immer, schriftlich an die Lazarett.Beratung richten. LS soll auf jede ssrage brieflich Antwort gegeben und die Möglichkeit ge- such werden. Rat und Beistand zu schaffen. Ant- Worten von allgemeinem Interesse werden ohne Na- mensnennung in der Lazarett. Zeitung veröffentlicht, vertrauliche Behandlung wird zugestchrrt. daher anonym, Anfragen verbeten Die Zuschriften sind zu richten: An Le. 2°r°re "'Beratung. Frankfurt a. M., Kriegsfürsorge, Lheaterplatz 14. Beifügung von Rückporto ist nicht erforderlich. Die Zentralstelle der Lazarett-Beratung steht auch täglich von 4—5 Uhr den Verwundeten für persönliche
Anfragen zur Verfügung.
Rätsel.
Das Entscheidende.
In den grauenvollen Kriegesjahren '
Schafft man unter drohenden Gefahren Meine Erste über Land und Meer.
In der Zweiten stoßen sich die Dinge.
sie groß und wichtig, ob geringe.
Hart und unaufhaltsam stets umher.
Und das Ganze ist in diesen Tagen Worden zu der bängsten aller Fragen Wohl für alles, was da lebt und strebt. Ueber Sein und Nichtsein wird's entscheiden. Enden kann sein Schwinden Not und Leiden' Unter dem die ganze Welt erbebt.
Renata GreveruS. Aus der .Vosfischen Zeitung".
Mch-rsch
Der Nachwuchs an männlichen und weiblichen Kilfsveamten und Kacharöeitern im Maschinenbau unter besonderer Merücksichtiauna Kriegsveschädigter. Von Ingenieur K. A. Weniger. Preis 60 Pfg. Stuttgart, Franckh'sche Verlagshandlung.
Tie Frage derVerwendung von Kriegsbeschädigten in der Industrie ist immer noch brennend, die Möglichfeit sie ,hren früheren Berufen zurückzuführen, ist eine notwendige Forderung und ihr sollte soweit als möglich Rechnung getragen werden. Die Verwendungsmöglichkeit kriegsbeschü- dlgter Facharbeiter im Maschinenbau behandelt Ingenieur K. A. Weniger in einer loeben bei der Franckh'schen Verlagshandlung in Stuttgart erschienenen Broschüre: Der
Nachwuchs an männlichen und weiblichen Hilfsbeamten und Facharbeitern im Maschinenbau unter besonderer Berücksichtigung Kriegsbeschädigter' (Preis 50 Pfg.). Der Versa ser, der lange Zeit Lehrer an der Stuttgarter Verwundeten- und Gewerbeschule war. will mit seinen in der
Fieservist W. Frage: Ich war zur Arbeit beurlaubt und verunglückte. Steht mir nun während meiner Militärzeit neb-n der Invalidenrente auch die Unfallrente zu? — Antwort: Die Unfallrente wird Ihnen von der 14. Woche ab ausgezahlt, ganz gleich, ob Sie beim Militär find oder nicht.
Junker U. Frage: Kann ich jetzt während des Krieges und unter welchen Vorbedingungen eine Kapitulation zur Zahlmeisterlaufbahn eingehend — Antwort: Sie können sich an die Kassenverwaltung des Truppenteils wenden, mit dem Sie eine Kapitulation eingrhen wollen. Es erfolgt dann die vorgeschriebene Ausbildung als Zahlmeisteranwärter. zuerst bei der Truppe und später bei der Intendantur.
Hvergefreiter ZS. Frage: Ich bin Anfang September 1914 al« Landsturm I. Inst, bei der Kriegsmusterung ausgehoben, bin Jahrgang 95. Ich wartete nun nicht bis mein Jahrgang einberufen wurde, was im Mai 1916 stattgefunden hatte, sondern ging Ende September 1914 freiwillig zur Fußartillerie. Gehöre ich nun zum aktiven Soldaten und benötige ich bei meiner Verheiratung die Genehmigung meiner Vorgesetzten Behörde oder die des Regimentes? — Antwort: Sie gehören nicht zu den aktiven Soldaten. Die Genehmigung
der militärischen Behörde zur Verheiratung ist daher nicht erforderlich.
Hffizierstessvertreter Sch. Frage: Da ich augenblicklich nicht mehr k. v. bin, möchte ich mich reklamieren lassen. Werde ich nun bei einer Wieder- einziehung zum Heeresdienst als Offizierstellver- treter eingezogen oder finde ich als Mzewacht- meistcr Verwendung? — Antwort: Ihre Wieder- einziehuvg zum Heeresdienst erfolgt als Vizewachtmeister. nicht als Offizierstellvertreter.
Scher;
Zeitgemäße Ausrede. Ein Angler wird beim verbotenen Fischen ertappt. —
Gendarm: .Wissen Sie nicht, daß das Fischen verboten ist?"
Angler: .Rein. Herr Gendarm, ich fange bloß Engländer und Franzosen und Amerikanerin
Gendarm: .Woran erkennen Sie denn die?'
Unterdessen zieht der Angler auch schon einen mächtigen Fisch an die Oberfläche und erwidert' .Sehen Sie. das zum Beispiel ist ein Engländer, den kenne ich an der großen Schnauzei' Worauf
der Gendarm schmunzelnd abzieht.
*
Kraftprobe. Karlchen (nachdem er eine Ohrfeige von seinem Vater erhalten hat): .Und Du willst .D. U." sein?"
Aus der „Schles. Lazarettzeitung."
Schieberälsel.
Kraftfahrer. Werra. Radium. Vesper, Landzunge. Belgien, Kanal, Lemnos, Fidibus.
Man schreibe vorstehende neun Wörter untereinander und verschiebe sie so lange seitlich, bis zwei Buchstabenreihen — beidemal von oben nach unten gelesen — einen unlängst in Erfüllung gegangenen Wunsch der Bierbundstaaten ergeben.
AuS der „Echles. Lazarettzeitung".
Silbenrätsel.
Die Erste ist der Zweiten gleich.
Die Dritte bist du selber;
Das Ganze ist an Farben reich,
Rot, blau, auch grüner, gelber.
Es kam zu uns aus fernem Land;
Doch: Hebt cs an zu singen.
So wäre mancher wohl im stand
Es meuchlings umzubringen.
__Linsender: X. L.
Die Lösungen haben nur Gültigkeit, wenn fit vollständig sind.
Die Lösungen sind mit genauer Adresse der Einsender bis 1. Juli e.inzusenden an die Lazarett- Zeitung, Frankfurt a. M., Theaterplatz 14. Auf dem Briefumschlag soll das Wort .Rätsellösung' stehen. (Innerhalb des Postbezirks Frankfurt a. M. ist die Zusendung als Feldpostbrief nicht zulässig.).
Auflösungen ru den Rätseln der
vorigen Uummer.
„ ^ SttSenrätsek: .Deutschlands Zukunft - Hindenburg, Ludendorff.'
Aahkenrätsek: .Flandern - Argonnen.'
N-itfek: .Tagdieb.'
Urelse ;u den Auflösungen der vorletzten Uummer.
Sitöenrälsek: „Lerne leiden ohne zu klagen"
— 8 richtige Lösungen.
Aätsek: .Das Herz' ]
= 8 richtige Lösungen.
Worträtsel: „Sturmwind. Regenwetter. Rindvieh- Fieberhitze usw.: Viele richtige Lösungen außer Wettbewerb. -
8 Einsender haben alle Rätsel richtig geraten. Sie erhielten Preise: Musk Tachmann, Karlsruhe; San.-Serg. Haussauer. Gießen; Musk. Joshua, Frankfurt a. M.; Telegraphist Engel. Neheim (Ruhr); Luftschiffer Marr, Darmstadt; Musk. Rabus, Mainz; Ldstm. Misselbcck, Reichelsheim; Ldstm. Dübel, Frankfurt o. M.
Dt, Lazarrtt-Zettung erscheint zweimal monatlich. Den Verwundeten, Kranken und Genesenden tm Bezirk de, XI., XIV. und XVIII. Armeekorps steht sie im Lazarett unentgeltlich zur Brrfügung.
Zuschriften sind zu adressieren: Lazarett-Zeitung, Frank» furl a. M.. Theaterplatz 14.
Verantwortliche Schriftleitung ehrenamtlich Di*. Earl Gebhardt in Frankfurt a. M.
Druck von Löbrr * So., Frankfurt a. M., Slbestratzr 8S


