Ausgabe 
15.4.1918
Seite
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Wie in der Uebergangswirtschaft sind auch für den Wiederaufbau keine Ergebnisse gezeitigt. Einzig und allein hat die Frankfurter Handwerks­kammer großartige Einrichtungen getroffen. Auf die Handwerkskammern ist der Minister angewiesen. Doch die Bezirke sind zu groß, um wirksam helfen zu können, wo stete Anregung nötig ist. Denn viele Fabrikarbeiter könnten noch fürs Handwerk ge­wonnen werden. Die Forderung der Selbsthilfe ist allgemein anerkannt; aber fester Boden muß erst geschaffen werden. Dies kann nur durch lo­kale Organisationen geschehen. Der Unter­gang des gewerblichen Mittelstandes wäre ein großes Unglück; amerikanische Verhältnisse träten ein. Es ist Pflicht der Behörden, einzugreisen und zwar in erster Linie dafür zu sorgen, daß das wirtschaftliche Leben wieder gesundet; erst dann können die einzelnen auch die Lasten tragen. Der Geist von 1914 muß wieder herrschen, um den Verteidigern des Vaterlandes nach der Rückkehr zu helfen, ihre Existenz wieder aufzubauen.

B.

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Lazarett-Beratung.

Die Zentralstelle der Lazarett-Beratung des Roten Kreuzes Frankfurt will dem Intereste der Verwundeten »ud Kranken im Bezirk der Lazarett-Zeitung dienen. Jeder «bge die Fragen, die er auf dem Herzen hat, seien fit wirtschaftlicher Natur, rechtlicher Natur oder wie immer, schriftlich an die Lazarett-Beratung richten. Es soll auf jedt Frage brieflich Antwort gegeben und die Möglichkeit ge- sucht werden, Rat und Beistand zu schaffen. Anr- Worten von allgemeinem Interesse werden ohne Na­mensnennung in der Lazarett - Zeitung veröffentlicht, vertrauliche Behandlung wird zugesichert, daher anonyme Anfragen verbeten. Die Zuschriften sind zu richten: An die Lazarett.Beratung, Frankfurt a. M., Kriegsfürsorge, Dheaterplatz 14. Beifügung von Rückporto ist nicht erforderlich. Die Zentralstelle der Lazarett-Beratung steht auch täglich von 45 Uhr den Verwundeten für persönliche Anfragen zur Verfügung.

Mzervachtmeister W. Frage: Als aktiver Unteroffizier befinde ich wich im 11. Dienstjahre. Nachdem ich 2^ Jahre im Felde war, bin ich nun schon über ein Jahr lang wegen der verschiedensten Leiden in Lazarettbehandlung. Da mein Ent- lassungsversahren eingereicht werden soll, so würde mir die noch 12jähriger Dienstzeit zu­stehende Dienstprämie verloren gehen. Ist nun die Entlassung wegen meines Leidens unbedingt nötig oder tritt nicht eine Verfügung in Kraft, wo­nach aktive Unteroffiziere zum Erdienen ihres 12. Dienstjahres möglichst im Dienst behalten werden sollen? Antwort: Nach einer Bestimmung im A. V. Bl. 1916 Nr. 782 Z. 5 ist bei kriegs- beschädigten Kapitulanten, um ihnen die Erdienung der Dienstprämie und des Zivilversorgungsscheines zu ermöglichen, von einer Entlassung abzusehen, soweit' dies ihren Wünschen entspricht und ihre weitere Verwendung bei der Demobilmachung be­fürwortet werden kann. Wieweit nun die Ent­lassung bei Ihnen unbedingt notwendig ist, das hängt von Ihrem körperlichen Zustande ab und kann nicht ohne weiteres entschieden werden'. Sie können aber überzeugt sein, daß die Dienststellen mit Wohlwollen Ihre Angelegenheit behandeln werden.

Kriegsrentenempfänger S. Frage: Als

Kriegsrentenempsänger wurde ich im Jahre 1916 entlassen. Inzwischen ist eine Operation und Lazarettaufnahme nötig geworden. Ich muß nun zur besonderen Behandlung jeden Tag in das etwa drei Kilometer entfernt liegende Garnisonslazarett. Steht mir nun für Abnutzung der Kleider ich trage Zivilkleider eine monatliche Entschädigung zu? Antwort: Eine Abnutzungsentschädigung für die Zivilkleider steht Ihnen nicht zu. Dagegen können Sie verlangen, daß Ihnen, solange Sie im Lazarett sind, Militärkleidungsstücke gestellt werden.

Militärkrarrkenwärler-Hefr. I. Frage: Da immer noch große Unklarheit darüber herrscht, welche Löhnung den Militärkrankenwärtern, bezw. Ge­freiten zusteht, so möchte ich mir die Frage er­lauben, welche Kategorieen von Militärkranken­

wärtern und -Gefreiten man zu unterscheiden hat? Antwort: Man unterscheidet 1. Militärkranken- wärter-Gemeine, die niemals im Genuß der Löhnung von Militärkrankenwärter-Gesreiten waren. Sie beziehen gegenwärtig die all.en Gemeinen zustehende Löhnung von 15 Mk. monatlich. 2. Militär­krankenwärter-Gemeine, die vor dem 8. Januar 1917 im Genuß der Löhnung für Militärkranken- würter-Gefreite waren. Sie beziehtn die ehemalige Löhnung der Militärkrankenwärter-Gesreiten von 17.40 Mk. monatlich. 3. MUitärkrankenwärter- Gefreite. Sie beziehen nach der im Dezember 1917 erfolgten Löhnungserhöhung 22.50 Mk. monatlich.

1. Rätsel.

Von vorn man genießt es. Von hinten verschließt es. Und manchen verdrießt es. Glaubt ihr nun, ihr wißt es. So sagt mir: Was ist es?

2. Rätsel.

Vier Beine hat die erste;

Drei weü're sonst gibt's keine Der Silben mehr im Worte

Die haben gar acht Beine.

Dem Ganzen sind hienieden,

's gibt sich damit zufrieden.

Zwei Beine nur beschieden.

Einsender: Xaver Lieck, Frankfurt a. M.

Silbenrätsel.

Aus den Silben: a arztbe beben berber bruch cen chidedendie e eielen er erd gegel- giegrün

harhar humiimin ingkenku lalolo mamel mermilmo-mo na ne ne - neneneneneip nenni

neu not oooupergpirpu ral rereerewrisesi - sterstiström ta te terthe tritrutuum valwer wilzo sind Wörter folgender Bedeutung zu bilden: 1. Mädchenname. 2. Jnsektensresser. 3. Berühmtes schwäbisches Grafengeschlecht. 4. Militäriscker Rang. 5. Französischer Marschall. 6. Wissenschaft. 7. Wurm. 8. Italienische Landschaft. 9. Pflanze. 10. Fluß in Rußland. 11. Hasenteil. 12 Baum. 13. Jtalieni- nisches Geldstück. 14. Hautflügler. 15. Krankheit. 16. Vogel. 17. Stadt in der Schweiz. 18. Schäd­licher Schmetterling. 19. Männlicher Name. 20. Deut­scher Dichter. 21. Fluß in Amerika. 22. Musikin­strument. 23. Stadt auf dem östlichen Krirgssckau- platz. 24. Waffe. 25. Erschütterung. 26. Gewürz. 27. Tier. Die Anfangsbuchstaben von oben nach unten gelesen ergeben die Inschrift eines deutschen Ordens.

Einsender: Kriegsfreiw. Jaspis, Kasekow.

Bilderätsel.

Die Lösungen haben nur Gültigkeit, wenn sie oollst ndig sind.

f

D'.e Lösungen sind mit genauer Adresse der Ein­sender bis 1. Mai einzusenden an die Lazarett- Zeitung. Frankfurt a. M.. Theaterplatz 14. Au? dem Briefumschlag soll das Wort .Rätsellösung' stehen. (Innerhalb des Postbezirks Frankfurt a. M. ist die Zusendung als Feldpostbrief nicht zulässig.)

Auflösungen zu den Rätseln der

vorigen Uummer.

1. Itätsek:Zeichnet Kriegsanleihe *

2. Aätfet:Die Hände/

Aefuchskarltnrätsek:Assistenzarzt/

Ureise |« den Auflösungen der vorlehten Uummer.

Aechteckrälfek:Theodor Koerner*

24 richtige Lösungen. I

Aahkenrätset: .Einnahme von Antwerpen*

26 richtige Lösungen.

1. Scherzfrage:4.95 Mk/

19 richtige Lösunge^l.

2. Scherzfrage:Das ist des Hasen Cache*

1 richtige Lösung.

18 Einsender haben alles richtig geraten. Es erhielten j 8 Hauptpreise: Untoffz. Rührig, Ruppertshain; Untoffz. Robbertz, Mannheim; Res. Ciefert, Mainz; Serg. Bender, Bensheim; Landst. Hämmerlein, Wiesbaden; Gren. Stammer- johann, Niederlahnstein; Landst. Keubler Ramholz; Gren. Merz, Fulda. 10 Trostpreise erhielten: Vizefeldw. Heinrich, Offenburg; Vizefeldw. Eicheler, Bensheim; Gefr. Warns, Bensheim; Gefr. Rudolph, Darmstadt; Musk. Deublin, Frankfurt a. M.; Gren. Lindholz, Gießen; Gefr. Wormser, I Frankfurt a. M.; Gefr. Wegener, Siegen; Untoffz. Neubert, I Soden; Gren. Rehsch, Fulda. [

Die Lazarett-Zeitung erscheint zweimal monatlich. Den Verwundeten, Kranken und Genesenden im Bezirk des XI., XIV. und XVIII. Armeekorps steht sie im Lazarett unentgeltlich zur Verfügung.

Zuschriften find zu adreffieren: Lazarett-Zeitung. Frank, £ fnrt o. M., Dheaterplatz 14. i

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verantwortliche Schriftleitung ehrenamtlich Di-. Earl Gebhardt in Frankfurt ». «

Druck von Löher 4 Lo, Frankfurt ou M.. Llbrstraße 29.