Ausgabe 
15.4.1918
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I

15. April 1918.

Nummer II.

Die Dankesschuld.

(Stimme des gefallenen Kriegers)

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Wir sanken hin für Deut'chlands Glanz.

Blüh'. Deutschland, uns als Totenkranz!

Der Bruder, der den Acker Pflügt,

Ist mir rin Denkmal, wMgesügt.

Die Mutter, die ihr Kindlein hegt,

Ein Blümleia überm Grab mir pflegt.

Die Büblein schlank, die Tirnlcin rank Blüh'n mir als Totengärtlein Dank.

Blüh', Deutschland, überm Grabe mein Jung, stark und schön als Heldenhain!

tAus Walter Fl ex. Im Felde zwischen Nacht und Tag. Gedichte. 3. Aufl. München. C. H. Beck. 1918.)

Zur achten deutschen Kriegsanleihe.

Während in den ersten Kriegsjahren, bei aller Bereitwilligkeit zur Hergabe der Milliarden für die Kriegführung, in Deutschland eine lebhafte und schon ziemlich lange Zeit vor der Anleihebegebung entsetzende Propuganoa nicht zu entbehren war, kamen später die Anleihen mit einer Selbstverständ­lichkeit heraus, die einer langen Vorpropiganda larnicht mehr bedurfte. Auch von der achten deut­schen Kriegsanleihe ist eigentlich erst ganz kurze Zelt vor der Emission die Rede gewesen. Das hat. verschiedene Gründe. Einmal war zu B'ginn des Krieges die Werbeocgamsation noch uufzubuuen; ferner aber mutzte das Volk, das nur gewöhnt war mit Millionen, aber nicht mrt dem Milliurdenbegriff su operieren, erst einmal au dle riesigen Anleihe- iummen un) an ihre Notwendigkeit gewöhnt weiden. Nunmehr arbeitet der AuskläcungSapparat fast auto­matisch, energischer noch als früher, aber stiller mit größerem Erfolg. In die Aufbringung der deuLschrn Kciegskosten »st eine Sicherheit gekommen, die nicht mehr zu erschüttern ist. Dieses Gefühl hat man ruch wohl im gegnerischen Auslande, denn die Versuche der Lnientepresse, die Resultate der dimt- chen Kriegsanleihen zu verkleiaecu und ihr Zustande- ommen herabzuwürvigen, haben seit Anfang 1 917 ast ganz uusgehört. Man registriert in der Entente- rresfe die Ergebnisse, man kommentiert sie aber richt mehr in der alten Weise, ja man erkeunt hie rnd da mit Bedauern die Vorzüge der deutschen ?riegsftnanzierung vor der Kriegöfinanzierung der Lntente an, hauprsächlich dir Langftistigkrit der deutschen Anleihen.

Ein großer Erfolg der deutschen Kriegsanleihen st auch diesmal sicher. Mit welcher Srlbstoers'änd- ichkeit und Ruhe das Reichsschatzamt und die Rnchs- >ank einen solchen Erfolg erwarten, ergibt sich schon ms der Beibehaltung der Emissionstripen und des kurses. Wieder werden 5proz. Reich8schuldv?r- ! chreibungen und 4^proz. Schatzanwersungen be­leben. Beide zum Kurse von 98 Proz. Dir Rnchs- chatzanweisungen sind des niedrigeren Zinsfußes oegen mit Auslosungsprämien Lusge-tattet, die sich rhöhen, wenn etwa späterhin eine Konversion sich rwöglichen sollte. Die Gewißheit eines bedeutenden lnlriheerfolges stützt sich auf ganz bestimmte Er- ihrungen. Milliardenbeträge sind schon für die chte Kriegsanleihe sestgelegt. Das ist der Grurch- ock des Erfolges, der von Anleihe zu Anleihe ge­atzt wird. Ferner haben die Banken ungeheure kreditorensummen^angesammelt, die insgesamt aus ine ganze Anzahl von Milliarden geschätzt werden, lus diesem Quell strömt dem Kciegsanleihemarkte kgelmäßig sehr viel Geld zu. Weiter hat die i eutsche Kriegsindustrie im Jahre 1917 wieder l 'esentliche Gewinne erzielt und befindet sich auch ) eute in einem Stadium ungewöhnlicher Flüssig­st. Diese Flüssigkeit ist ebenfalls charakteristisch Ir den Finanzzustand der Landwirtschaft und eines roßen Teiles der Kleinkopitalisten sowie der Ge- ! 'genheitssparer. Die deutschen Sparkassen haben ! n Jahre 1917 einen Einlagezuwachs von 3^ Mil- \ arden Mark erfahren nach Abzug aller Rückgänge, j

Das Kapitalangebot am Markte der sestverz'nslichen Werte, also besonders am Kriegsanleihemarkte. ist außerordentlich stark. Das ist für jeden, der die Entwickelung der Kriegswirtschaft mit einiger Auf­merksamkeit verfolgt hat, eine ganz natürliche Er­scheinung. Dir Quellen, aus denen die Gelder für die Kriegsanleihe fließen, werden in der Hauptsache auch weiterhin bestehen bleiben, sodaß ein gutes Ergebnis jeder deutschen Kriegsanleihe von vorn­herein gesichert ist.

- Aer deutsche WM.

Leben und Wille: im Grunde genommen ist beides eins. Es ist kein Zufall, datz die Philosophie darauf immer wieder zurückkommt, im Willen das Wesen der Wilt zu suchen.

Diese Quells aller Kraft und alles Daseins, wie sehen wir sie gerade jetzt sprudeln und unaus- hörlich Leben und Wunder schaffen! Drc deutsche Wille, so wie er an Hrndenburgß Wille sich ent­flammt hat zu größtem, riesenhaften Tun. Ob unsere Feinds ahnen, wie groß und stark dieser Wille jetzt ist? Sie rechneten mit dem, was Deutsch­land bisher schon gewalt'geZ geleistet hatte. Das wollten sie übcrbieten. Sie rechneten sich aus, rmc- viele Menschen, wieviele Kanonen, wieviele Gra­naten sie dazu nötig haben. Aber das eine sahen sie bei all ihrem Rechnen nicht: daß hinter ihren Bergen von Vorbereitung auch der Deutsche Wille wuchs, auch seine Leistungen steigerte und sich selbst überbot. Hätten str's gesehen, sie würden sich die vergeblichen Opfer gespart haben.

Wir Deutsche aber sehen es. Wir sehen cs in j-der stampfenden, rasselnden, glühenoen Fabrik, in zcdem pflügenden, säenden Bauern, in allen mar­schierenden, exerzierenden, singenden Soldaten. Uno jeder Tagesbericht erzählt uns vom deutschen Wlllen, vor dem es keinen Gebirgswinter, keine Doaau- sümpfe mehr gibt, vor dem die Ueberzahl der Feinde nicht mehr rechnet und ihreuneinnehm­baren- Stellungen versinken. Ja, wahre Wunder sind es, die Im geschafft werden. Und so sehr ver­trauen wir auf sie, datz wir darüber oft schier ver­gessen, was eS doch für gewaltige Anstrengungen, für sorgsame Gedanken, für kühne Entschlüsse sein müssen, die solchen Wandel der Weltgeschicke mög­lich machen; was für ein großer, mächtiger Wille dazu gehört!

Aber dann fühlen wir ihn auch wieder in uns selbst, fühlen, wie unser ganzes Leben in ihm auf-

geht, wie wir lieber selber nicht mehr sein, als unser Vaterland untergrhen sehen wollten, wie wir gar nicht anders, als daß eS über Haß und Lüge siegen mutz, denken können. Und in den Augen­blicken solchen stolzen, hingebenden Bewutztsrins wachsen wir über uns selbst hinaus, sind wir selbst nur noch deutscher Wille, kein armselig, kleines, ver­einzeltes Ich mehr, sondern Volk, Vaterland, Ge­rechtigkeit, Menschheit.

Wir haben auch kleine Augenblicke, denn wir alle sind Menschen. Dann quälen uns private Schmerzen und private Sorgen. Ab-r darein ver­lieren wollen wir uns nicht. Wenn der Mann des Schicksals, wenn Hindenburg ruft, dann hören wir sogleich wieder die Stimme des deutschen Wil­lens. Hindenburg verkörpert ihn. Und dann wissen wir. was Pflicht ist, wa8 Größe ist, wa3 Leben bedeutet. Rrcht das Ich ist Leben, sondern da8 Ganze von Volk, Menschheit, Welt; nicht der kleine Wille ist höchstes Leben, sondern der große selbst­lose; nicht das Zeitlich-Vergängliche ist der Wir­kungsbereich unseres Willens, sondern das Bleibend- Ewrge.

Es gibt keinenheiligen Egoismus-. Ichsucht ist immer unheilig. Aber es gibt einen heiligen Willen zum Leben, der das Ich vergißt über Wahr­heit, Recht und Treue; der will, daß diese heiligen Güter ölenden. So wird er selbst ein Teil von ihnen. So lebt er selbst rn ihnen ewig weiter. Das ist der Wille, der immer den Weg findet. Zu ihm soll deutscher Wille sich erheben. Auch der deutsche Wille kann irren und straucheln. Denn auch wir Deutsche sind Menschen. Wer aber von den Völkerwillen dieses KriegcS jenem ewigen selbst­losen Willen am nächsten kommt, der wird siegen. Wir Deutsche wollen ihm so nahe kommen. Jeder -von uns, wir alle wollen so unseren Eigenwil n zum Willen des ewigen Lebens emporläutern. Wir I alle müssendeutscher Wille- werden. Wir daheim in Arbeit und Entsagen, wie die an der Front in Kamps und Entsagen.Herr, nicht wie ich will, sondern wie du willst-, daS muß unser aller Gebet werden. So betet sich's nicht leicht. Aber eigent­lich ist's dre einzig wahre Act zu beten. Dann kommt der göttliche Wille über uns, der auch durch unsere schwachen Hände Wunder wirkt. Und der deutsche Wille yat Wunder gewirkt! Er wirkt sie | weiter!

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