iTafauett)^*ttung
abhängig. Sie werden gut tun, bei Ihrem derzeitigen Vorgesetzten die Zubilligung der Sergeantenlöhnung -u beantragen.
Kanonier K. L. Frage: Haben Lazarettin- safsen, die Samstag Nachmittag bis Sonntag Abend beurlaubt waren, das Recht, bei ihrer Rückkehr in das Lazarett Beköstigung zu verlangen? — Antwort: lieber die Frage der Verpflegung bei
Sonntagurlaub entscheidet § 16 der Kriegsverpfle- gungSvorschrist. Hiernach kommt es daraus an, wann der Beurlaubte sich bei seinem Truppenteil bezw. beim Reservelazarett beim Antritt des Urlaubs abzumelden, sowie bei Beendigung desselben anzumelden hat. Bei einem am Samstag Nachmittag beginnenden und sich über den Sonntag erstreckenden Urlaub wird der Beurlaubte sich am SamStag ab- ^umelden und um Montag Morgen anzumelden haben. Somit stünde ihm für Sonntag die Verpflegung nicht zu.
VII.PttiSlNlsslhttjbkn der lazarett Zkitung.
„Im vierten Kriegsjayr"
ist das Thema des Preisausschreibens der Lazarett- Zeitung, das hiermit nochmals gestellt wird. Wir legen keinen Wert auf gebildeten Ausdruck und lassen den Umkreis ganz weit, daß jeder die Sache herausnehmen kann, die für ihn die stärkste Bedeutung hat. Ein Erlebnis aus den Jahren des Krieges, vielleicht bedeutungslos für die anderen, aber von einem mit Bedeutung erlebt; von der Front oder der Heimat, eine Begegnung mit Menschen, Freund oder Feind; eine menschliche Erfahrung, oder ein Erlebnis in der Natur; fremde Länder und Vorstellungen, Gedanken, Träume, Enttäuschungen, Wünsche, was immer in dem Zeitraum des Krieges steht oder was vom Frieden erwartet wird, kann herausgenommenund erzählt werden in ganz schlichtem Wort. .
Was im vierten Kriegtzjahr noch als wichtig empfunden wird von dem, waS der Krieg brachte, davon wollen wir erfahren.
Die öesten Arbeiten werden in der Lazarett- Zeitung veröffentlicht.
Es ist ausgescht: ein Preis im Werte von 40 Mk.. zwei im Werte von 25 Mk. und fünf im Werte von 10 Mk. (nach Wahl in Geld oder Büchern). Außerdem dreißig Preise in Büchern, deren Gebiet bestimmt werden kann.
Der Einsendungstermin ist bis.zum 15. Februar 1918 verlängert. Die Sendungen sind zu adressieren: Lazarett- Zeitung. Frankfurt a. M.. Theaterplatz 14. Zivilberuf ist anzugeben. Auf dem Briefumschlag das Wort: Preisausschreiben.
Unterhaltung im Lazarett
Anleitung zur I»ffege des Kumors.
Ganz miserabel sind die Zeiten!
DoS können höchstens die bestreiten.
Bei denen schnöde Kriegsgewinne
Vergiftet haben Herz und Sinne.-
Gar vieles müssen wir entbehren WaS wir sonst mit Genuß verzehren.
Kakao, Tee und Schokolade
Sind ganz verschwunden, es ist schade!
Doch manches, was weit nötiger.
Vermissen leider wir noch mehr.
Da doch, um sich darnach zu strecken,
Es vielfach fehlt sogar an Decken.
Doch alles dies läßt sich ertragen,
Wir wollen klagen nicht und zagen;
Denn: Eins besitzen wir zum Glücke,
Das raubt uns keines Feindes Tücke,
Das hilft uns. tapfer durchzuhalten,
Stets neue Kräfte zu entfalten.
Dies Kleinod, köstlich und unschützbar Und durch nichts Anderes ersetzbar. Hellstrahlend wie ein Meteor, ö as ist: Der goldene Humor!
Er hilft uns alle Sorgen tragen.
Voll Kraft zu schaffen, kühn zu wagen;
Er bannet fiastere Gewalten
Und streicht uns von der Stirn die Falten.
Trum lasset uns ihn treulich hegen,
Sorglich behüten ihn und pflegen!
Doch nicht allein, indem wir lachen.
Wenn andre lust'ge Scherze machen;
O nein, wir selber müssen streben Und den Humor stets neu beleben,
Indem wir ihn als Sport betreiben.
Wie man das macht, will ich beschreiben.
Wer kennte nicht die .Schüttelreime"?
Sie folgen uns oft in die Träume.
Wenn wir. trotz noch so heft'gem Rütteln Nichts Richtiges zusammenschütteln.
Doch um so größer ist die Wonne Für den, dem des Erfolges Sonne Bestrahlet seinen Tatendrang.
Indem ein „Schüttelreim" gelang.
(Zum Beispiel: „daß den Geber liebt Der. dem er eine Leber giebt.')
Doch wenn auch nichts dabei herauskommt — Das Schütteln zweifellos durchaus frommt.
Da es uns Heit'res zwingt zu denken.
Den Sinn von Trübem abzulenken.
Drum, lieber Leser, schütt'le munter!
Vielleicht füllt was Gescheit's herunter.
Ein zweiter Sport sei jetzt genannt,
Der vielen sicherlich bekannt:
..Die ka tegor'schen Imperative"!
Die macht, was ich hiermit verbriefe,
Ein jeder manchmal unwillkürlich;
Doch find sie häufig recht pläfierltch.
(Nehmt „Goethe—denk—mal" nur zum Beispiel, Und „Bahn—ge — leise) — daß derlei viel Recht Witziges ist aufzufinden,
DaS werdet Ihr alsbald ergründen.
Mit Freuden werdet Ihr dann sehen Wie rasch die Stunden Euch vergehen.
Die Ihr mit Sorgen sonst und Bangen Oft hingebracht, und Grillen fargeo.
Ein dritter Sport, ich sag' es ehrlich.
Ist wiederum etwas beschwerlich.
Es handelt sich dabei um Worte Von einer ganz besondern Sorte,
Die einerseits man deklinieren Und andrerseits kann konjugieren.
(Dem Leser helfend auf die Spur.
Nenn' ich das Wort .Hausmädchen' nur.)
Als vierten Sport will ich noch nennen Was, glaub' ich, nicht so viele kennen:
Das .Parad oxe suchen" nämlich! .
Die find ja eigentlich recht dämlich, .
Da sie die Logik frech durchbrechen Und ständig selbst sich widersprechen.
(So: .Wenn die Kuh stiert an den Ochsen'
Ist eins von diesen Paradoxen.)
Nun. lieber Leser, suche, suche!
Und sammle fein in einem Buche Was irgend du gefunden Gutes.
Und — wenn du wenig fand'st — was tut es? Der Zweck der Uebung ist erreicht, Wenn heiter dir die Zeit verstreicht!
Xaver Lieck.
Wem solches nun durch Suchen glückt Und wer's Ergebnis an uns schickt,
Erhält zum Lohn für seinen Fleiß Ein schönes Buch als Ehrenpreis.
Die Redaktion der Lazarett-Zeitung.
Scherz und Rätsel.
Der Schüttelreimer als Selbstversorger
Ich nehm' als Schüttelreimer Eis Und schüttle: Dal ein Eimer Reis!
Drauf schüttl' ich meinen kleinen Mops,
Der gibt zum Reis mir weinen Klops!
Macht mir im Reim ein schweres Wort Pein, Ich schüttle kräftig: Schönster Portwein!
Ich schüttle an der kalten Nase,
Was riech' ich? Aah, 'n alten Käse!
Ich schüttle deine Bruderpfote —
Hurra! Ein ganzes Fuder Brote!
Das sei, zum Neide böser Leute,
Nun meiner lieben Leser Beute.
Aus dem .Ulk'.
Silbenrätsel.
Aus folgenden 36 Silben: am — U8—di—boss
— bur—da—dar—dig—don — e—en — ey — is—ki —kle—lau —lin—li - li—Ion- ne —nel —nu—nus
— o—pa — pich —put — reu—sehe—tep—ter—ti —tra—-ve- wols sind 14 Wörter zu bilden, deren Anfangsbuchstaben und die Endbuchstaben von unten nach oben gelesen eine Liedzeile ergeben. Die Wörter bezeichnen: 1. Stadt in England, 2. Staats
mann, 3. Baum, 4. Gewandung, 5. Stadt in Italien, 6. Wein, 7. Einrichtungsgegenstand, 8. Stadt in Deutschland, 9. Dichter, 10. Zwergstamm, 1U Schmiedewerkzeug, 12. Land in Afrika, 13. Meerenge, 14. ägyptische Königin.
Jahlenrütsel.
6, 3, 1, 5, 1, 7 = eine Krankheit,
7, 3, 2, 4, 8, 7, 9 — männlicher Vorname 3. 10, 12. 3, 11 = Raubtier.
1, 4, 7, 1. 13, 5, 7, 1, 3, 12, 11, 12, 1, 3, 12- = Festung.
9, 14, 15, 12, 14, 7 = Titel.
1, 11, 1, 10 = Lasttier,
13, 8, 16, 17, 7 = Festung.
®ie Anfangsbuchstaben der Lösungen ergeben die Erfüllung eines Wunsches.
Einsender: Gefr. Lücke, Darmstadt.
Rätsel.
Die erste Silbe ist ein Wort,
Das Waffen starrt an jedem Ort.
Vom zweiten wird jetzt viel gehört.
Im ersten, das so arg bitölt.
Das zweite untergraben hat.
Da« ganze ist. mein Kamerad,
Nach dem sich alle Menschen sehnen,
Als Tilger der vergoss'nen Tränen.
Einsender: S. M. Roeber, Konstanz.
Die Lösungen haben nur Gültigkeit, wenn ste vollständig sind.
Die Lösungen sind mit genauer Adresse der Ein- sender bis 15. Februar einzusenden an die Lazarett- Zeitung, Frankfurt a. M.. Theaterplatz 14. Aus dem Briefumschlag soll das Wort . Rätsellösung' stehen. (Innerhalb des Postbezirks Frankfurt a. M. ist die Zusendung als Feldpostbrief nicht zulässig.)
Auflösungen ru den Rätseln der
vorigen Uummer.
t Silöenrätsek: .Sei nicht Amboß deinem Leid, nein, sei deinem Leide Hammer'.
Aiitset: .Lampe'.
Scherzfrage.- .Zar und Zimmermann'.
Vrelse ;u den Auflösungen der vorletzten Uummer.
Aälsek: .Ahorn'
— 25 richtige Lösungen.
Stköenrätfet: „Allen Lesern ein kräftiges Prost Neujahr"
^ 25 richtige Lösungen.
ZSirrrvar. .Lazarettberatung'
— 29 richtige Lösungen.
23 Einsender haben alle Rätsel richtig geraten. Durchs Los erhielten Hauptpreise: Schütze Erich Hublik, Niederlahnstein; Gefr. Stückrath, Biebrich; San.-Untoffz. Malchus, Uesküb. Trostpreise erhielten: Untoffz Robbertz, Mannheim; Militärkrankenwärter Lang. Nauheim; Untoffz. Beyer, Bensheim; Gren. Terborg, Nauheim; Gefr. Bäuchle, Frankfurt a. M.; Gefr. Dörsam, Mainz; Gefr. Krüger, Bingen; Vizefeldw. Pflug. Frankfurt a. M.; Militärkrankenwärter Schäfer, Gießen; Musk. Lippold, Frankfurt a. M ; Res. Sattler, Darmstadt; Untoffz. Lipp, Frankfurt a. M.; Musk. Deublin, Frankfurt a. M.; Krankenwärter Klix. Mainz; Schütze Kreutle, Frankfurt a. M.; Sergeant Kiesel, Wiesbaden; Ldstm. Bettenhausen, Caffel; Untoffz. Rätz, Heidelberg; San.-Untoffz. Fechtig. Heuberg; Kan. Hirsch, Darm- ftadt.
Wegen verspäteter Papierlieferung mußte die Nummer in kleinerer Auftage hergeftellt werden.
Die Lazarett-Zeitung erscheint zweimal monatlich. Den Verwundeten, Kranken und Genesenden im Bezirk der XI., XIV. und XVHi. Armeekorps steht sie im Lazarett unentgeltlich zur Verfügung.
Zuschriften sind zu adresiieren: Lazarett-Zeitung, Frank» fort a. Dl., Theaterplatz 14. _
Verantwortliche Schriftlettung ehrenamtlich Dr. Lall Gebhardt in Frankfurt » Dt.
Druck von Löber * So., Frankfurt a. Dt., Llbestraße 29.


