Ausgabe 
1.1.1918
Seite
4
 
Einzelbild herunterladen

.

TaMevtkZriLuttg.

wo er jedoch, wie Delitzsch zeigt, in weniger ur­sprünglicher Gestalt vorliegt.

Sardanapals Bibliothek enthält ferner die ältesten medizinischen .Handbücher" der Welt. Sie be­schreiben die physischen und psychischen Krankheiten, ihre Heilmittel und die Beschwörungen dagegen. Geisteskrankheiten galten als Werke der Dämonen, Traumbücher sprechen von Träumen und ihrer Aus­legung. Die Deutung der Vorzeichen war eine Wissenschaft für sich. Man prophezeite die Regie­rungszeit der Könige, die Siege, die sie erringen sollten, und das Glück, das sie genießen würden. Man sprach im voraus über bevorstehende Ereig­nisse, über Seuchen, Kriege, Heuschrecken, über Ernte, Jagd und Fischfang. Die Bewegungen der wilden Tiere, das Verhalten der Haustiere, der Flug der Vögel, der Biß der Skorpione alles hatte seine Bedeutung, die sich den Weisen offenbarte. Aus der Leber des Schafs zog man Schlüsse, ebenso aus der Art des Sesamöls und den Farbenabstu- sungen der Wasseroberfläche es war das, sagt Bezold, die Lehre von den Jnterserenzfarben, die 4000 Jahre später von Newton untersucht wurden! Das Wetter und seine Elemente hatten gleichfalls große Bedeutung, und zukünftige Ereignisse wurden von den Wolken, ihren Bewegungen und ihrer Aehn- lichkeit mit Treren abgelesen. Zahllose astrologische Prophezeiungen finden sich in Sardanapals Biblio­thek. So z. B.: .Eine Mondfinsternis am 11. Tag wird Verderben über die Länder Elam und Phönizien bringen. Glück aber dem Könige, meinem Herrn. Möchte das Herz des Königs, meines Herrn, ruhig bleiben." '

Kurz nach Sardanapals Zeit entwickelte sich die Astrologie zur Astronomie, und Babylon wurde die Heimat der astronomischen Beobachtung. Die Stern­bilder des Stiers, der Zwillinge, der Fische hatten Namen, die noch bis in unsere Zeit fortleben. Die Ekliptik war in 360 Grade eingeteilt, der Tag in zwölf Doppelstunden von 120 Minuten, und eine Doppelstunde entsprach 30 Grad. Der 7., 14., 21. und 28. Tag jedes Monats war Gebetsiag oder Sabbat, die Woche hatte also sieben Tage. Allem Anschein nach waren die alten Semiten des Zwei­stromlandes erstaunlich bewandert in der Mathe­matik.

des einen Menschen für den anderen ist niemals tiefer erfaßt worden wie durch Tolstoi. Im eignen Innern des Menschen findet er die entscheidenden Werte, nicht in dem was die äußere Welt zu geben vermag. Daher verkündet er die Lehre des einfachen, auf der Arbeit beruhenden Lebens; nur in der Arbeit ist der Segen, in dem Müßiggang, der auf den Besitz sich stützt, liegt nur Unglück und Unsegen. Tolstoi hat dies in seinen .Volkser­zählungen", die aus dem täglichen Leben genommen sind, in ergreifender Weise verkörpert. In ihnen findet man nicht nur die kürzeste Darstellung seiner Ideale, sondern auch Ausschluß für das Verständnis der weltgeschichtlichen Ereignisse, die eben in Ruß­land sich vollziehen.

Die .Volkserzählungen" Tolstois können in gutem Druck zum Preise von 50 Pf., die in Marken lFeldpost- brief) vorher einzusenden sind, von der Zentralstelle der La z ar ett-B eratung des Roten Kreuzes, tttanffui:!' a " M., Theaterplatz 14, bezogen werden.

empfiehlt sich daß sich mehrere Kameraden zusammentun und die Hefte beziehen. (In Frankfurt übernehmen die Lazarett­vertrauensmänner die Bestellung.)

Die Zentralstelle der Lazarett-Beratung des Roten Kreuzes Frankfurt will dem Interesse der Verwundeten -nd Kranken im Bezirk der Lazarett-Zeitung dienen. Jeder »öge die Fragen, die er auf dem Herzen hat. seien sie S-irtschaftlicher Natur, rechtlicher Natur oder wie immer, schriftlich an die Lazarett-Beratung richten. Es soll auf jede Frage brieflich Antwort gegeben und die Möglichkeit ge. sucht werden. Rat und Beistand zu schaffen. Ant. Worten von allgemeinem Intereffe werden ohne Na» mensnennung in der Lazarett. Zeitung veröffentlicht. Vertrauliche Behandlung wird zugesichert, daher anonyme Anfragen verbeten. Die Zuschriften sind zu richten: An die Lazarett.Beratung, Frankfurt a. M., Kriegsfürsorge. Theaterplatz 14. Beifügung von Rückporto ist nicht erforderlich. Die Zentralstelle der Lazarett-Beratung steht auch täglich von 55 Uhr den Verwundeten für persönliche Anfragen zur Verfügung.

So enthält Sardanapals Bibliothek den ganzen Schatz der babylonisch-assyrischen Kultur und berührt alle Gebiete geistiger Betätigung mit Ausnahme der des Dramas. Ohne jemals die Namen ihrer Ver­fasser zu nennen, kommen hier, wie an andern Stellen Mesopotamiens, immer neue Funde dieser Art an den Tag, die unsere Kenntnis der Vorzeit wunderbar vervollständigen. Auch der Laie fühlt sich davon unwiderstehlich gefesselt, besonders wenn er, wie ich, so glücklich war, dies erinnerungsreiche Land selbst zu durchwandern.

Welche Micher

Lazarett

Leo Zl. Fotstai, Wotkserzähtungen.

Die Ereignisse in Rußland haben unsere bis­herigen Feinde uns näher gebracht und der Wille zur Verständigung und zur Anbahnung freundlicher Gesinnung läßt uns vielleicht schon in ihnen unsere künftigen Freunde erkennen. Da erscheint es gerecht­fertigt dieses große Volk kennen zu lernen, uns in seine Seele zu versenken, um es in seiner Eigenart zu verstehen. Der größte Vertreter Rußlands in unserer Zeit ist Graf Leo Nckolajewitsch Tolstoi, der mit der ursprünglichen Schöpferkraft des Dichters die Gewalt de8 religiösen und sozialen Propheten vereinigt. Tolstoi ist, wie im Grunde jeder Russe, Mystiker, das heißt er sucht Gott, und sucht ihn nicht nur in der Offenbarung, sondern im Menschen, im eigenen Innern und in arideren. Weil in jedem Menschen Gott ist, müssen wir dieses Göttliche verehren. Die Pflicht des Einstehens

^esr. KI. Frage: Darf ein vom Feld Beurlaubter den von der Vorgesetzten Behörde aus­gestellten Freifahrtschein auch dann benutzen, wenn er die aus dem Urlaubsschein vermerkte Erlaubnis zum Ziviltragen hat und infolgedessen im Zivil die Eisenbahn benutzen will? Antwort: Wenn Sie auf Ihrem Urlaubsschein den Vermerk haben, daß Sie befugt sind Zioilkleider zu tragen, so können Sie die Zivilkleider auch bei der Eisen­bahnfahrt benutzen.

Rentenempfänger W. H». Frage: Habe einen Kopfschuß und kann infolgedessen sehr schlecht laufen. Nachdem ich schon viermal hypnotisiert und zweimal elektrisiert wurde, frage ich hiermit an, ob ich mir diese ärztliche Behandlung weiter­hin gefallen lassen muß, oder ob ich diese ablehnen kann. Antwort: Sie dürfen zu den mili­

tärischen Stellen das volle Zutrauen haben, medi­zinisch richtig behandelt zu werden. Wenn die Be­handlungsweise auch schmerzhaft ist und keinen sofortigen Erfolg zeigt, so spricht dies durchaus mcht gegen ihre Richtigkeit. Sollten Sie gleichwohl glauben, Ursache zur Beschwerde zu haben, so können Sie die Beschwerde auf dem Dienstweg an das Sanitätsamt richten. Der Dienstweg muß jedoch unter allen Umständen eingehalten werden.

Lustschiffer K. Frage: Bin 50 Proz. er­

werbsbeschränkt. Kann ich schon bei diesem Pro­zentsatz Entlassung beantragen? Antwort: Voraussetzung für die Entlassung ist Erwerbsun­fähigkeit, die 50 Proz. überschreitet; wenn sie 50 Proz. nicht überschreitet, liegen die Voraus­setzungen nicht vor.

Silbenrätsel.

Aus den folgenden 46 Silben:

aaambeibürgdieeeeelms

enenerfa- feu gott hu-ilinjoka kor Je li limormus-naneu oos ospheuprarasro- sa sar se sei sensutal - tertheszi

sind 18 Wörter zu bilden, deren Anfangs- und Endbuchstaben abwechselnd von oben nach unten gelesen einen Wunsch der Lazarett-Zeitung ergeben. Die Wörter bezeichnen: 1. Einen Vogel. 2. Ein Insekt. 3. Ein Land. 4. Männlicher Vorname. 5. Eine Naturerscheinung. 6. Eine Krankheit. 7.

Ein Land. 8. Ein Seeräuber. 9. Ein Baum. 10. Ein In. strument. 11. Eine Stadt. 12. Griechische Gottheit 13. Be­kannter Park. 14. Eine Stadt. 15. Eine Landschaft. 16. Ein Gewächs. 17. Israelitischer Volksheld. 18. Eine gute Eigenschaft.

Wirrwarr.

Es ist zu bilden aus:

s s r 1 a a i Stadt in Griechenland,

r z b e a Ein Tier,

e e a r n t Mädchenname,

i t t s e r Eine Stadt,

lbbeeeuar Eine Frucht,

n n v a a r e Stadt in Italien,

g t t u n s i a Stadt in China,

b g n n r u e Ostseeteil.

Sind die Namen richtig gefunden, so ergeben die Anfangs- und Endbuchstaben abwechselnd von oben nach unten gelesen eine Einrichtung, die mit der Lazarett-Zeitung in naher Verbindung steht.

E Die Lösungen sind mit genauer Adresse der Ein­sender bis 15. Januar einzusenden an die Lazarett- Zeitung, Frankfurt a. M., Theaterplatz 14. Aus dem Briefumschlag soll das Wort .Rätsellösung" stehen. (Innerhalb des Postbezrrks Frankfurt a. M. ist die Zusendung als Feldpostbrief nicht zulässig.)

Auflösungen ?u den Aufgaben der

vorigen Nummer.

Sik0enrälsek: .Ehre sei Gott in der Höhe. Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen."

1. Aätsek: .Rübezahl."

2. Rätsel: .Feuerwehrmann."

1. Scherzrätsek: .Der König von Schweden, denn er hat Lappen unter seinem Volke."

2. Scherzrätsek: .Der Urlaub."

Rätsel.

In Deutschlands Wäldern trefft ihr mich als Baum; Verlier' ich meinen Kopf,

Trägt mancher arme Tropf *

Am Kopf mich doppelt und bemerkt es kaum.

Einsender: Fritz Blanz.

Preise ;u den Auflöfungen der . vorletzten Uummer.

Stköenrätsek:Des Volkes Dank ist euch gewiß",

29 richtige Lösungen.

1. Scherzrätsek: .Pfeiffer und Pfiff saßen am Bach",

25 richtige Lösungen.

2. Scherzrätsek: .Julius Caesar lieber Austern und Neunaugen als Kohl uud Kuhkäs".

30 richtige Lösungen.

3. Scherzrätsek: ..Kanzleisekretär Hahn in Altenburg"

34 richtige Lösungen.

Bei reger Beteiligung konnten wir 20 Preise an die Einsender verteilen, die alle Rätsel richtig geraten haben. Es sind: Inf. Pelz. Nauheim; Musk. Hoffmann, Lüdenscheid ; Gefr. Feige. Lüdenscheid; Untoffz. Ernst, Mainz; Militär- krankenw. Ahl, Frankfurt a. M.; Untoffz. Neumann, Cron- thal; Vizefeldw. Neubert, Frankfurt a. M.; Krankenw. Ktix, Mainz; Gefr. Stückrath, Mainz; Musk. Deublin. Frankfurt a. M.; Telegr. Bender, Ueberlingen; Untoffz. Zipp, Frankfurt a. M.; Gren. Jahn, Mainz; Untoffz. Beyer, Bensheim; Gefr. Krüpe. Mainz; Gren. Terbörg, Nauheim; Jäger Lotz. Cronthal; Pion. Haberkern, Nau- helm; Landstm. Burkart, Frankfurt a. M; Res. Sattler, Darmstadt.

Die Lazarett-Zeitung erscheint zweimal monatlich. Den Verwundeten, Kranken und Genesenden im Bezirk bei XI., XIV. und XVIII. Armeekorps steht fie im Lazarett unentgeltlich zur Virfügung.

Zuschriften sind zu adreffieren: Lazarett-Zeitung, Frank' furt a. M.. Theaterplatz 14.

i

BrrantvvrtUche vchriftteitung ehrenamtlich Dr. Carl Gebhardt in Frankfurt a. M.

Druck von Löber * Co.. Frankfurt a. M., Llbestraße 89.