Jahrgang 
1 (1879)
Seite
355
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Während daß Lami drei der gefährlichſten Gauner, den

falſchen Spieler, den Falſchmünzer und den Einbrecher, für

die Bande gewann, ſaß Cartouche in einem rothen Zimmer, deſſen Fußboden mit einem ſchwarzen Lack beſtrichen war, Marguerite gegenüber, die, nachdem ſie ihm ihre Leiden in

la Force geſchildert hatte, dieſelben bei den vor ſie hingeſtell⸗

ten Delikateſſen zu vergeſſen ſuchte.

Dominique ſah einige Minuten lächelnd und ſcherzend ihrem Appetite zu, dann ſtand er auf.

Marguerite, ſagte er,ich werde in einiger Zeit wieder⸗ kommen. einſtweilen und laß es Dir ſchmecken, als ob Du in Ewigkeit keinen Biſſen mehr genießen ſollteſt. Adieu.

Bleib' nicht zu lange, Schatz, winkte ſie ihm mit einem holden Lächeln zu. Dann ſchänkte ſie ein großes Kryſtallglas voll feuvigen, ſpaniſchen Wein und leerte es auf einen Zug.

Wahrlich, er ſcheint ſeine frühere Sprödigkeit abgelegt zu haben prächtig, ich werde ſeine Geliebte, ſeine Herrin. Er iſt freilich nicht dazu geſchaffen, daß er den Nacken beugt; ſüße Junge. Wie er ſich geändert hat, wie ihn die Sonne gebräunt!

Sie lehnte ſich auf den Lehnſtuhl zurück und verſank in wache Träume, denen bald ihre Brüder folgten. Wie ſie ver⸗ führeriſch im Schlafe lächelte!

Stunden waren verfloſſen, die Nacht ſchon angebrochen, erwachte ſie von einem eigenthümlichen Geräuſch. Sie Punr empor, rieb ſich die Augen, als wolle ſie die trügeriſchen Bilder des Schlafes verſcheuchen, und fand, daß ie wachte. Die ihr gegenüberſtehende Wand war verſchwunden, das Zim⸗ mer um das Dopypelte erweitert.

Einige vierzig Männer erfüllten den Raum, an deſſen anderem Ende auf einer Tribüne ſich Dominique im rothen Mantel zeigte. Vor ihm lagen Strick und Dolchmeſſer auf einem ſechs Fuß langen Schiefertiſche. Er war in dem rothen Mantel die einzig auffallend gekleidete Geſtalt in der Ver⸗ ſammlung, aber auch der Einzige, der keine Maske vor dem Antlitz trug.

In der That waren keine grelleren Gegenſ ſätz zu denken, als ſich in der Geſellſchaft zeigten; hier ſtand die zierliche Figur eines ſchwarzgekleideten Abbé's neben der plumpen eines Roßtäuſchers, dort der ſtolze Kavalier mit der eleganten Bewegung neben einem nicht allzu ſauberen Mönch, dort wieder hüllten ſich zwei Geſtalten in die Lumpen des Bettlers und in die betreßte Kleidung des Bedienten. Dieſe bunten Gruppen wurden von einigen dreißig Lichtern beleuchtet.

Genoſſen, Brüder, begann jetzt Cartouche,Ihr wißt,

daß die Treue nur uns ſchützen kann, die wir außer dem

Geſetze ſtehen, die wir vor den Augen der Polizei als vogel⸗ freies Wild gelten. Wer die Treue bricht, hat ſich nicht nur aus unſeren Reihen ſelbſt ausgeſchloſſen, iſt unſer ärgſter Gegner. Vertrauend lehnt man ſich an den Freund, weil man Rückhalt an ihm zu haben wähnt. Furchtbare Täuſchung! der Freund ſelbſt ſchlingt die Kette um unſere Hände. Darum droht mit Recht der Tod dem Verräther in jeglicher Geſtalt. Genoſſen, ich klage jenes Weib, Marguerite, des Verbrechens an, ihren Eid gebrochen und Verrath geübt zu haben. Mich, Dominique! rief Marguerite aufſpringend.Und Du klagſt mich an, deſſen Name nicht über meine Lipen

ging, als die Ruthen meinen Leib zerfleiſchten!?!

guerite erbleichte,

Ohne auch nur einen Augenblick den ſtrengen Ernſt aus ſeinem Angeſichte zu. verlieren, ſuhr Dominique fort:Ihr hört, daß ſie ihr Verbrechen zur Hälfte bekennt; ob ihre Zunge mich auch nicht genannt hat, ſie hat drei Männern und einer Frau das Leben gekoſtet, vier Perſonen, jede mehr werth, als ſie. Ergreift ſie.

Marguerite war im Augenblicke ergriffen, ihre Hände auf dem Rücken gefeſſelt, geduldig, ohne Schrei, ohne Kampf ließ ſie es geſchehen vorwurfsvoll ſchaute nur ihr Auge auf den Führer der verſammelten Verbrecher, auf Cartouche, deſſen Blick eiſig kalt den ihren erwiderte.

Haſt Du etwas zu Deiner Vertheidigung zu ſagen, ſo ſprich; aber verſchone uns mit unnöthigem Gejammer.

Die Lippen des gefeſſelten Weibes öffneten ſich einige Male, ſchloſſen ſich aber wieder, als verſchlucke ſie die Worte, welche ihr auf der Zunge ſchwebten. Endlich begann ſie: wo das Ur⸗ und durchbohrt nicht im Stande wäre,

Wozu die unnöthige Form eines Verhörs, theil ſchon gefällt iſt. Zieht Euere Dolche mich, die, wenn auch nicht gefeſſelt, Euerer Kraft zu widerſtehen. Quält mich aber nicht länger; ſeid barmherzig, wenn Ihr irgend einmal auf Barmherzigkeit rechnen wollt! denkt, daß mein Leben mir überhaupt nur eine Qual war. Ja, ich habe dem Schmerze nicht widerſtanden, nicht zu widerſtehen vermocht. Dir Narben, die meinem todten Körper finden werdet, ſind die Beweiſe, daß ich nicht Was rede ich weiter. Hier kniee ich und erwarte von Euerer Hand den Tod.

Er wird Dir werden, denſebte Cartouche. aber nahen ſoll, darüber ſollt hr entſcheiden, vehmt ſeid, Ihr, die Ihr auß erhalb des Geſetz deren Leben ein Nichts, wenn der Verrath ſus in Reihen wagen darf. 6

Ein dumpfes Gemurmel lief durch die Verfammlung. Dann trat Joſef Lami, ſeine Maske vom Antlitze nehmend aus ihr hervor.

Die Meinungen ſcheinen ſich um den Strick zu vereinigen; aber Dein iſt das Recht, der Du unſer Haupt.

Um die Lippen Marguerike's zuckte ein Lächeln; ſie hatte wohl von Anfang an das Gericht als eine Komödie betrach⸗ tet, die Cartouche aus irgend einem Zwecke erſonnen hatte und ſpielte. Freilich war ſie dann in Zweifel gefallen, aber jetzt entſchwanden dieſelben.

Cartouche hatte das Lächeln geſehen, und noch finſterer wurde ſeine Stirn.

So bringt ſie zu dem fertiſch und trat zu demſelben, den Deiih ergreif ſie ſträubte ſich, wurde aber zu der Tafel geſchleppt. Sie ſchrie laut auf, als Dominägns das Meſſer erhob, und ſchloß die Augen. Es lag aber nicht in der Ab⸗ ſicht des Räuberkönigs, ſie mit einem Stoße zu vernichten, er ſchnitt, ohne ihr die Haut zu ritzen, die Kleidung ihres Oberkörpers entzwei. Aufathmend öffnete Marguerite die Augen; ſie hoffte wieder. Ein grimmig verächtliches Lächeln lag auf dem Antlitze Dominiques. Er winkte.

Die Männer, welche Marguerite gebunden, wollten ſie auf den Tiſch legen; aber hatte ſie bisher wenig Widerſtand ge⸗ leiſtet, ſo ſtemmte ſie ſich jetzt gewaltig, indem ein kreiſchendes Hilfegeſchrei aus ihrem Munde ſcholl. Vergeh war ihre 45

Ihr an

Wie er ihr die Ihr ver⸗ s ſtehet, Ihr, unſere

teine. Er zeigte auf den Schie⸗ ud Mar⸗