Jahrgang 
1 (1879)
Seite
313
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Die Herrin von Benwyn. Frei bearbeitet nach dem Engliſchen von Xaver Riedl.

(Fortſetzung.)

Das letzte Jahr hatte für Maurice Cliſſold einen Erfolg und in gewiſſem Maße Ruhm gebracht. Er hatte einen Band Verſe veröffentlicht, deren Ausarbeitung ihn erfreut und be⸗ ſchäftigt hatte, ſeit er die Univerſität verlaſſen. Es waren keine Verſe, wie ſie ein ſonſt ernſter, beſchäftigter Mann in müßigen Stunden auf's Papier wirft Verſe, für die man ſich in der Vorrede entſchuldigt, mit einem Anfluge von ſtolzer Beſcheidenheit. Sie enthielten die vollen Erfahrungen ſeines Lebens. Sie waren erfüllt mit aller Kraft ſeiner Männlich⸗ keit. Leidenſchaft, Gluth, Kraft und Innerlichkeit waren da; und die Welt, die jugendliches Feuer ſchätzt, war raſch bereit, die Kraft deſſelben anzuerkennen. Maurice Cliſſold hatte bald die Genugthuung, zu ſehen, daß er unter ſeinem Schriftſteller⸗ namen berühmt ward. Er hatte die Vorſicht gebraucht, nicht ſeinen wahren Namen auf ſein Werk zu ſetzen und genoß dabei den Vortheil, daß ihn ſeine kritiſchen Freunde nicht todtſchwiegen, ſondern um ſo eifriger anerkannten, in der Meinung, daß vielleicht irgend eine einflußreiche Perſönlichkeit unter dem Pſeudonym ſich berge und es wußte auch nicht alle Welt, daß es ſein innerſtes Leben war, das der Poet da enthüllte. In dem Heupttheile der Dichtung hatte Maurice Cliſſold die Geſchichte ſeiner eigenen Leidenſchaft und deren Täuſchung erzählt. Der Schmerz und die Enttäuſchung hatten ſeinen Verſen eine gewiſſe Bitterkeit geliehen; aber zum Glück für den Ruf des Poeten machte ſich durch die Ironie des Weltlaufs ein tieffühlendes Herz merkbar und die Freunde ſentimentaler Poeſie waren entzückt. Es wurde da der weib⸗ liche Typus gezeichnet, der, ſchön und liebeerregend, falſch iſt unter dem Druck der Verhältniſſe. Die moderne Helena, die Frau, die mit ihrer paſſiven Schönheit und Anmuth die Quelle von Thränen und Tod, welcher die Welt Alles ver⸗

giebt, weil ſie mild und ſchön iſt, fand hier einen kraftvollen

Zeichner. Er hatte kein Detail des grauſamen Porträts ver⸗ geſſen. Es war etwas Beſſeres, als ein Miniaturbild des Mädchens, das ihn aufgegeben. Es war ein allgemeines Bild der ſchwachen, ſelbſtſüchtigen Frauenwelt, die nachgiebig iſt und

unbeſtändig, einſchmeichelnd und abhängig, und der die Falſch⸗ heit angeboren.

Und neben dieſes Bild nach dem Leben hatte er die ideale Frau geſetzt, rein und vollkommen und wahr, liebenswürdig von Antlitz und Geſtalt, aber lieblicher an Geiſt und Seele. Zwiſchen dieſen Beiden ſtand ſein Held, eigenſinnig und irr⸗ thumsvoll, der die giftige Blume wählte anſtatt der ſüßen, dornenloſen Roſe, durch üble Wege zu einem tragiſchen Ende geführt, und von der engelgleichen Frau erſt getröſtet, als das kalte Siegel des Todes ſeine Lippen ſchloß. Schmerz und Sorge wohnten in dieſen Verſen, aber es war eine Bitter⸗ keit und Traurigkeit voll ſeeliſchen Reizes und harmoniſcher Melodie.

Ein Lebensbild und andere Gedichte von Clifford Hawthorn war raſch in erſter Auflage vergriffen. Das Buch wurde ausführlich beſprochen, aber während manche Kritiker den Barden als den wahren Dichter begrüßten, auf den das Jahrhundert gewartet, ſezirten Andere die Blätter mit er⸗ barmungsloſem Meſſer und denunzirten den Verfaſſer als einen Verworfenen und Glaubensloſen. Das religiöſe Mucker⸗ thum in England geht oft mit der niederträchtigſten Bosheit Hand in Hand. Die flüchtigen Details, kurze lyriſche Er⸗ güſſe, wahrhafte Kabinetsſtücke, gewannen die allgemeine Gunſt. Mit einem Worte, Maurice Cliſſold's erſter Beſuch war ein Erfolg.

Er wurde dadurch nicht ungeziemend ſtolz gemacht. Er glaubte ſelbſt nicht, ein Poet zu ſein, nach dem das er⸗ wartungsvolle Jahrhundert Umſchau gehalten. Er hatte ſich ſelbſt an Rieſen gemeſſen und war ganz klar in der Schätzung ſeines eigenen Talentes. Der angenehme Geſchmack dieſes Erfolges machte ihn nur begierig, etwas noch Beſſeres zu ſchaffen. Er ſpornte mehr ſeinen Ehrgeiz an als er ihn befriedigte. Viel⸗ leicht nützte ihm die gegneriſche Kritik am meiſten, denn ſie erweckte in ihm gerade den Geiſt der Oppoſition, welcher den ſtärkſten Antrieb zur Arbeit giebt.

Das Junggeſellen⸗Leben des Poeten war in dieſen Tagen 40