Jahrgang 
1 (1879)
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emporgeſchoſſen, wie ein raſch wachſendes Unkraut. Der Andere Der Vater iſt angenehm damit beſchäftigt, eine von vielem

bewerkenswerth ohn? dieſe Augen.

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Jedes Heft koſtet 2 20 Pfennige. Mr. 1.

Die Herrin von Benwyn⸗* Frei bearbeitet nach dem Engliſchen von Xaver Riedl. 1. Kapitel. Die Anzüge Beider, des Mannes wie des Mädchens, ſſind Arme Schauſpieler. von ſehr ſchäbiger Art. Sein fadenſcheiniger Rock iſt von

vielem Reiben glänzend geworden, an den Aermeln herrſcht eine Art phosphoreszirender Helle vor, gleich dem öligen Schaume, der in einer geſchäftigen Stadt zuweilen die Ober⸗ fläche eines durchziehenden Fluſſes bedeckt; der große Hut, welcher neben ihm im tiefen Graſe liegt, ſieht aus, als wäre er eingeſeift worden. Seine Stiefel wurden augenſcheinlich ſchon geſohlt und mit Abſätzen verſehen, ſind aber doch wieder in die Periode ihres Daſeins getreten, wo ſie dieſer Nachhilfe entweder abermals nicht entbehren können oder als dienſtunfähig beſeitigt werden müſſen. Das Kleid des Mädchens iſt verſchoſſen und zu kurz für ihre langen Beine, ihr Mantel von dünner

Ein ſchöner Landesabhang in der Butterblumen⸗Zeit, ge⸗ rade als der Mai, der launenhafte, in den zärtlichen Juni dahinſchmilzt ein Abhang fruchtbarer Weide, ungefähr eine Stunde von der Stadt Eborsham, deren Kathedralthürme ſich in der blauen Ferne hoch erheben iſt auf allen Seiten mit einem Reichthume von Feld⸗ und Heckenblumen geſchmückt und die Luft voll von ihrem feinen, ſüßen Duft, gemiſcht mit dem wohlriechenden Hauche des ſchnell verblühenden Hagedorns. Zwei Geſtalten ſitzen auf einer Wieſenecke, unter dem Schatten eines alten Dornſtrauches, aber es ſind keineswegs arkadiſche oder Hirtengeſtalten nicht Phillis, das Milchnnädchen, mit Seide und einem beinahe vergeſſenen Schnitt, ihr Hut ein ſonnengebräunter Stinne und hochrothen Wangen, nicht Korydon⸗ Gewirre von Till und Band, zuſammengeſtoppelt durch igre ſüß die tonvolle Pfeife pielend, während er zu ihren Füßen aigenen ungeſchickten Hände. ruht ſondern zwei Geſtalten, die in jedem Geſichtszuge, Sie ſiei da, den Schoß voll blauer Glokenblumen und an jedem Kledungsſtide den unverkennbaren Stempel des Haaenoriblithe ſronten Qnhſen die Landichaft Blickend Stadtlebens tragen. Die Eine iſt ein großes ſchlankes Mäd⸗ orn 1 r dlrſen bir eeiune i 19 udichaft Aiden chen von ſiebzehn Jahren, mit eineldbleichen, ermüdeten Geſichte un ſe ie dhenen igen Thürme, die ſich in der Thalferne und mit einem Ausſehen, als ſei es für ihre Kraft übermäßig ſo feierlich erheben gewachſen und von der Kindheit zu ſchnell in die MädchenſchaftWie groß ſie ſind, Vater!

iſt ein Mann, der irgend ein Alter zwiſchen Vierzig und Rauchen gebräunte geſchnitzte Meerſchaumſpitze zu füllen, die Sechszig haben kann, ein Mann mit dünnem grauem Haare, er ſo zärtlich behandelt, als wäre ſie ein gefühlvolles Weſen.

das eine hohe Stirn krönt, mit blaugrauen Augen unterWas iſt groß? dicken, dunklen Brauen, mit einer rothen Naſe und einemDie Kathedralthürme. Ich könnte ſtundenlang auf ſis Munde, der ausſieht, als ſei er mehr zum Eſſen und Trinken, ſehen mitl dem weiten blauen Himmel über ihnen, und als zum Redemsgemacht, mit gewichtigen Kinnbacken und einer den Straßen voll Häuſern zu ihren Füßen. Dort jſt ein

Figur, die zur Korpulenz hinneigt. Vogelneſt auf einem von ihnen, ach! ſo hoch oben, hinter ein

Die Augen des Mädchens ſind groß und hell und ver⸗ ſchrecklich grinſendes Geſicht gebaut. Weißt Du, Vater, daß änderlich und von jenem dunklen Blaugräu, das oft wie ich manchmal ſchom lange ſtand und darauf hinblickte, his Schwarz ausſieht.Das zarte junge Geſicht beſitzt ſonſt keinen. mich die Augen ſchmerzten vom Sehen? Und ich habe gewünſcht. anderen Anſpruüch auf Bewunderung und päre vialäicht kaum ein Vogel in dieſem Reſte zu ſein und da oben zu wohnen nin dem kühlen Schalten des Geſteins ohne Kummer, ohn

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