Jahrgang 
1 (1879)
Seite
289
Einzelbild herunterladen

ſagte ertode i die

ungen

Lerz I, der ntaſie t und hadet. dort ezum

he ihn König

Es

weiten

elberg

4

6

)

f 88 MA A 2 7 ₰Oᷣ

V

824

r. 13

J

edes Heft koſtet 20 Pfennige.

Die Herrin von Venwyn. Frei bearbeitet nach dem Engliſchen von Xaver Riedl.

(Fortſetzung.)

Maurice hatte ſich entſchloſſen, Borcel⸗End am nächſten Tage zu verlaſſen. Er hatte die ganze Nachbarſchaft durch⸗ ſtreift und ſich des ruhigen, ländlichen Lebens im Farmhauſe erfreut, und ſah keinen Grund, ſeine Abreiſe, um neue Szenen zu ſehen, zu verſchieben. Mrs. Trevanard hatte ſeinen Ent⸗ ſchluß mit Gleichgiltigkeit vernommen, ihr Gatte mit höflichem Bedauern, Martin mit wirklichem Kummer.

Ich weiß wahrhaftig nicht, was ich thun ſoll, wenn Sie fort ſind, ſagte er.Es war ſo ſchön, Jemanden für ein Geſpräch zu haben, deſſen Ideen ſich über Dreſchmaſchinen und Wieſenbewäſſerung erheben. Der Vater iſt eine gute Seele, aber er und ich haben einander koſtbar wenig zu ſagen. Was Sie betrifft, erſchien mir mit Ihnen der längſte Tag kurz. Ich denke, Sie haben mich mehr gelehrt, ſeit wir zuſammen ſind, als Alles, was ich zu Helſtone lernte.

Nein, Martin, ich habe Sie nichts gelehrt. Ich habe nur das alte Wiſſen, das in Ihnen war, aufgeregt, ant⸗ wortete Maurice.Es lag in Ihnen verborgen wie ſtagniren⸗ des Waſſer unter Meerlinſen. Aber wir ſagen einander nicht Lebewohl für immer. Ich werde wieder nach Borcel⸗End herabkommen, deſſen dürfen Sie ſicher ſein, wenn Ihre Eltern es mir erlauben; und wenn Sie jemals nach London kommen, müſſen Sie Ihr Quartier bei mir aufſchlagen, und ich werde Ihnen einen der angenehmſten Theile des Londoner Lebens zeigen.

Maurice bedauerte es wirklich, von dem jungen Manne zu ſcheiden, der einer der heiterſten Gefährten und beſten Herzens war, und er bedauerte es auch, Borcel⸗End verlaſſen zu müſſen, ohne ein wenig uhr von Muriel Trevanard's Geſchichte zu kennen.

Er hatte während der letzten Woche viel über dieſes Fa⸗ milien⸗Geheimniß nachgedacht, obgleich er auf allen ſeinen Wanderungen durch den vernachläſſigten Garten oder in der Wildniß der Haſelgebüſche am Teiche wo er zu ver⸗ ſchiedenen Malen eine Cigarre geraucht Muriel nie wieder begegnet hatte. Er hatte keinen Grund, vorauszuſetzen, daß

ſie durch irgend eine Gewalt in ihren Bewegungen gehinderd werde, oder daß ſie irgendwer unfreundlich behandle. Aber es verfolgte ihn fortwährend der Gedanke, daß ſie da ſei, ein Theil der Familie, und doch von dieſer getrennt, verbannt aus dem heimiſchen Kreiſe und dieſem doch ſo nahe, abge⸗ ſchnitten von all' den einfachen Vergnügungen am väterlichen Herd. Er dachte auch an dieſem Nachmittage an ſie, bei ſeinem einſamen Spaziergange über die Hügel. Sie war mehr in ſeinen Gedanken, als die Leute, die er eben ver⸗ laſſen hatte.

Es war nach ſechs Uhr, als er in die Halle zu Borcel⸗ End trat, und er wurde ſofort durch die Stille des Hauſes betroffen. Die Ecke, wo die alte Mrs. Trevanard zu ſitzen gewohnt war, war dieſen Abend leer. Der Herd war friſch gekehrt, wie er immer zu ſein pflegte, und das Feuer, nicht unangenehm an dem trüben, grauen Nachmittag, brannte hell und roth. Der Tiſch war mit einer zuſammengeſetzten Art von Mahlzeit belegt, auf einer Seite ein kleines Theebrot, auf der anderen das gewichtige ſonntägliche Lendenſtück mit lat ein Mahl, für ihn ſelbſt bereitet, Bei dem Schall ſeiner

einem anlockenden Sa wie Maurice ſich deſſen ſicher fühlte. Schritte trat die Magd ein aus der anſtoßenden Küche.

Ach, Sir, wenn es beliebt ſie ſind Alle zum Thee nach der Limeſtone⸗Farm gegangen. Mr. Spurcombe zu Lime⸗ ſtone iſt ein alter Freund des Herrn. Und Miſſus ſagte, wenn Sie zufällig vor ihnen nach Hauſe kommen ſollten, ſo möchten Sie es ſich nur bequem machen, und ich ſoillte den Thee für Sie herrichten.

Eure Herrin hat mich wohl kaum erwartet?

Ich denke nicht, Sir. Sie ſagte, ſie denke, daß Sie wahrſcheinlich in Penwyn diniren würden.

Maurice war nicht lange bei ſeiner Abendmahlzeit. Viel⸗ leicht machte er ſie kürzer, als er es ſonſt gethan haben würde, da er zu bemeeken glaubte, daß die Magd ſich nach dem Mo⸗ mente ſehne, wo ſie den Tiſch abdecken und durch die Hinter⸗ thür zu ihrem Sonntag⸗Abends⸗Stelldichein ſchlüpſen könne.

3