Jahrgang 
1 (1879)
Seite
333
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Concordia. 333

der in der That mit ſeiner Frau entſetzlich kontraſtirte.Was wünſcht Du von mir?

Joli, das rothe Zimmer. perſon.

Was kümmert es mich?

Ach, ſie war noch nicht alt und kam ſo ohne alle Be⸗ ſorgniß, bemerkte Madame.

Pah, iſt nicht Deine, iſt nicht meine Sache... Um Gottes willen, Frauchen, ſchweige; die Wände haben Ohren.

Die Thür nach der Straße öffnete ſich wieder. Joſef Lami trat ein.

Wo? fragte er.

Im rothen Zimmer, mein Herr.

Gut! eine Flaſche Burgunder.

Joſef ging in das Schankzimmer.

Dieſes war ein breites, langes Gemach, deſſen vier Fenſter ſämmtlich auf die Straße hinausgingen. Da es im Erd⸗ geſchoß lag, hätte man glauben ſollen, daß man durch die Fenſter hereinſehen könnte; jedoch hinderten bunte Vorhänge, die keinen Sonnenſtrahl durchließen, das unbefugte Herein⸗ ſchauen. Das Zimmer beſaß nur die Thür, durch welche Joſef Lami eingetreten war.

DasPiſtol gehörte nicht zu den beſuchteſten Schänken man hatte des Beſitzer deshalb ſchon einmal bankerott geſagt, ohne daß dies in der That der Fall geweſen. Wenige an⸗

Er iſt da mit einer Frauens⸗

ſtändige Bürger und Arbeiter bildeten ſeine Stammgäſte, ſo⸗ daß er bei der Polizei niemals in Verruf gekommen war und man Gauner und Verbrecher überall anders ſuchte als bei dem ſehr würdigen Herrn Joli, der zwar ſehr reell bediente, ſein Haus aber von böſen Zahlern rein hielt.

Das heutige Pariſer Wirthshausleben läßt ſich mit dem im Jahre 1714 nicht gut vergleichen der Garçon(Kellner) trat noch nicht in dem Maße hervor, wie jetzt; der Wirth ſelbſt bediente, ſoviel es ihm möglich war, ſeine Gäſte, we⸗ nigſtens in den geringeren Reſtaurants und Schänken. Die Trinkgeldſteuer war noch nicht ſo allgemein, wie auch die Preiſe reeller. So kam es, daß die Bedienung damals noch nicht ſo zahlreich war und es durchaus nicht auffiel, wenn ein nicht allzu beſuchtes Wirthshaus keinen Kellner beſaß, wie dies bei Joli's der Fall war, das ein förmliches Gemiſch von Reſtaurant, Café, Wein⸗ und Branntweinſchänke dar⸗ ſtellte.

Das ungleiche Ehepaar ſtand zwar nicht allein es beſaß freilich nur einen Miethling, den rothköpfigen ſtumpfſinnigen Hausknecht aber weder von den zwei Töchtern noch von den Söhnen ließ ſich Jemand vor den Gäſten ſehen, ſodaß es faſt ſcheinen konnte, als ruhte das Etabliſſement nur auf den Schultern der Alten.

(Fortſetzung folgt.)

Eine komiſche Geſchichte.

Von O. Bach.

1. Kapitel.

Soll man da lachen oder ſich ärgern? Soll man die Menſchen für ſo dumm oder für ſo erbärmlich halten? Wahr⸗ haftig, ich weiß nicht mehr, was ich davon denken ſoll; nur das ſteht feſt, daß ich die holden Geſchöpfe, Menſchen genannt, einmal ſo behandeln möchte, wie ſtrenge Mütter ihre un⸗ gezogenen Rangen! Ach, wie Nero gewünſcht hat, daß alle ſeine Unterthanen einen Kopf haben möchten, damit er ſeiner Lieblingsneigung, die Leutchen köpfen zu laſſen, bequemer folgen könnte, ſo wünſche ich momentan, daß alle Diejenigen, welche es ſich zur Aufgabe gemacht haben, mich zu kränken eine Wange hätten damit ich ſie hm etwas unſanft ſtreicheln könnte. Reizender Gedanke! Ich werde ruhiger dabei, und ich vermag, ohne mich als Römerin zu fühlen, all' den Unſinn noch einmal zu leſen.

Mit einem halb luſtigen, halb verdrießlichen Seufzer ließ ſich die Dame, welche den kleinen Monolog gehalten hatte, auf ihren Seſſel vor dem Schreibtiſch nieder, und ihre weißen ſchlanken Finger wühlten unter den Briefen und Papieren, die in reicher Zahl vor ihr ausgebreitet lagen.

Zeitungen, Journale, Bücher und Briefe ſchienen zu dem

Lebenselemente der Bewohnerin des freundlich eingerichteten (Raumes zu gehören; denn wo auch das Auge hinfiel, traf es

auf derlei nützliche und unnützliche Dinge, und wer ſich das Antlitz der Dame betrachtete, konnte leicht erkennen, daß ſich die Trägerin eines ſolchen Geſichts gern und viel mit geiſtigen Dingen beſchäftigte.

=*) Nachdruck verboten.

Es war kein direkt ſchönes Geſicht, ja es war nicht ein⸗ mal mehr ganz jugendlich; trotzdem aber zog es an, und die großen, ſprechenden, grauen Augen, die von dunklen Wimpern beſchattet waren, verliehen ihm einen eigenen Zauber, der durch das lebhafte Mienenſpiel, durch den ſchalkhaften, pikan⸗ ten Zug um den friſchen Mund erhöht wurde.

Während ſie unter den Papieren kramte, glättete ſich ihr Antlitz mehr und mehr; ein humoriſtiſches Lächeln flog über ihre Lippen, als ſie ihren Gedanken von neuem Audienz ertheilte.

Alſo das ſoll ich Unglückſelige alles ſelbſt erlebt haben?! Das iſt nicht übel; ich glaube, zuletzt bilde ich es mir ſelber noch ein. Dieſer impertinente Menſch mit ſeinen unverſchäm⸗ ten Randgloſſen bringt mich ſchon wieder aus meiner Faſſung. So ein kleines keck hingeworfenes Fragezeichen ſoll mir aber meine Zufriedenheit nicht rauben, raiſonnirt, ſo viel Ihr wollt mich kümmert's nicht, und wenn Ihr mir auch noch ſo verſchiedene Liebhaber, Männer, Freunde was weiß ich zudiktirt, es wird Euch nicht gelingen, meine Phantaſie zu lähmen, und meine Rache ſoll es ſein, nun erſt recht, was man ſo ſagt, verzwickte Verhältniſſe zu ſchildern, und dann ſagt

meinetwegen, ich habe es ſelbſt erlebt. Was kann da ſein?! Ich bin nun einmal keine verheiratete Frau, ich kann

mir doch keinen Mann ſtehlen, wenn ich auf ehrlichem Wege keinen bekomme, und der Monſieur, der hier mir die Stelle in meinem Roman mit rother Tinte unterſtrichen hat, der die höchſt beſcheidene Frage:Woher wiſſen Sie denn das und das, und was meinen Sie eigentlich da und damit? an mich