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Concordia. 321
„Ich warte auf Dich, Fränzchen! Ich weiß nicht, wo Du ſtecfſt! Es iſt die höchſte Zeit, die Locken zu brennen und das Kleid überzuwerfen.“
„Ich war nur unten, Frau Baronin,“ entgegnete Fränz⸗ chen und ſtand auf der Schwelle, einer kleinen, ſchmächtigen Dame gegenüber, deren ſchwarze Augen ſie zornig anblitzten. „Unten war ich; ich wollte nur das Brenneiſen heiß machen.“
Dabei legte ſie mit der unſchuldigſten Miene von der Welt das genannte, ſchon in Bereitſchaft gehaltene Inſtru⸗ ment auf den Tiſch.
Die Baronin tippte mit dem Finger darauf.
„Aber Fränzchen, es iſt ja kalt?“
„Eben, Frau Baronin, es iſt kalt,“ ſagte Fränzchen mit unglaublicher Ruhe.„In dem Wirrwarr da unten bis zum Feuer zu gelangen, wäre auch ein Kunſtſtück. Der Koch ſchimpft und tobt wie ein Rohrſperling, wenn er nicht freie Bahn hat, und die Köchin iſt ſo dick, daß man auf Schritt und Tritt über ſie ſtolpert.“
„Deine Argumente ſind köſtlich,“ ſagte die Baronin, während die drohende Falte auf ihrer Stirn ſich glättete; „der Koch ſchimpft und tobt und die Köchin iſt ſo dick!— dagegen läßt ſich freilich nichts machen. Wie oft habe ich Dir aber ſchon geſagt, daß das Eiſen hier im Ankleidezimmer über der Spiritusflamme zu erhitzen iſt? Fränzchen, Fränzchen!“
Fränzchen, mit dem unfehlbaren Inſtinkt aller Zofen, wußte genau, was die Glocke geſchlagen hatte. Diesmal kam ein Unwetter überhaupt nicht zum Ausbruch, vielmehr würden einige gut angebrachte Schmeicheleien ſicherlich wieder Sonnen⸗ ſchein in die Züge der Geſtrengen zaubern.
Sie nahm eine freudig erſtaunte Miene an.
„Aber was ſehe ich?— Frau Baronin haben ja reizend rothe Backen! Gewiß von der Erregung, daß ich nicht gleich kam. Da war's doch zu etwas gut. Nun brauchen wir wahr⸗ haftig nur mit'nem ganz klein wenig Roth nachzuhelfen, dann
wird es noch natürlicher ausſehen.— Und die Augen vor Ungeduld ſo groß und glänzend! Da iſt Belladonna über⸗
flüſſig. Sie haben heut' wirklich ihren beau jour wie nie, Frau Baronin!“
„So, findeſt Du?“ fragte die Dame in einem Ton, der Fränzchen's ſcharfem Ohr ſofort verrieth, daß die Achillesferſe der Gebieterin wohlgetroffen.—„Findeſt Du virklich, Fränzchen?“
Sie trat vor den Spiegel.
„Ja, ich finde es eigentlich auch— es iſt wahr— ich ſehe heut' gut aus!— Schadet nichts, Du kannſt dennoch reichlich Roth nehmen, wer weiß, ob ich nicht doch bald wieder blaß werde. Ich möchte heut' recht ſchön ſein; hörſt Du, Fränzchen? Recht ſchön!“
„Als ob Sie das nicht immer wären, Frau Baronin,“ gab das Mädchen faſt gekränkt zurück, indem es ſich anſchickte, das dunkle Haar der Baronin der Tortur des Brennens mit dem inzwiſchen heiß gemachten Eiſen zu unterwerfen.„Immer ſind Sie ſchön und ich begreife nicht, wie es Menſchen geben kann, die das nicht einſehen mögen. Wäre ich ein Mann, ich könnte nicht anders, ich müßte mich ſterblich in Sie ver⸗ lieben.“
Die Baronin ſeufzte.
„Ja Du!— Wenn ich nur ein wenig größer wäre, Fränz⸗ chen, nur um einige Zoll— vergiß ja nicht, die Abſatzpolſter
einzulegen— und wenn ich blond wäre— nein, die Locke muß mehr nach vorn fallen— und wenn ich blaue Augen hätte— ach!“
„Gerade ſchwarze Augen finde ich nun reizend,“ ſagte Fränzchen,„und ich begreife nicht——“
„Wie es Menſchen geben kann, denen ſie nicht gefallen? Geh', kleine Schwätzerin, Du meinſt es gut, aber Du verſtehſt das nicht.— So, nun die Blumen.— Ei, ſieh' doch! Die gelbe Roſe hier an der Seite macht ſich in der That hübſch, damit werde ich gewiß gefallen.“
„Prächtig zu dem dunklen Haar, Frau Baronin. Sie müſſen ſich möglichſt von links zeigen; die Coiffüre wirkt von dieſer Seite geradezu hinreißend. Bitte, ein klein wenig zurück den Kopf, daß ich beſſer ſchminken kann. Danke ſehr, ſo geht es.“
„Nur nicht zu blaß, Fränzchen!“
„Gewiß nicht, Frau Baronin. einen Blick in den Spiegel. Jahre jünger aus.“
„Ja, es iſt wahr, Du verſtehſt Dein Handwerk beſſer wie Madame Juliette. Vor allen Dingen gieb jetzt die Robe. Aber behutſam, Mädchen! Nur mit zwei Fingern!“
Vorſchriftsmäßig brachte Fränzchen das Kleid.
Von allen Hilfsmitteln der Kunſt in ausgedehnteſter Weiſe Gebrauch machend, hatten ihre ſlinken, geſchickten Hände die Toilette der Baronin bald vollendet.
Das Geſicht, wenn auch weder ſchön noch angenehm, mochte, trotz etwas zu kräftiger Bemalung, immerhin wohl für paſſabel gelten. Der dürftigen Figur jedoch etwas Imponirendes zu geben, bemühten ſich vergebens die Wolken luftigen, reich mit Silber durchwirkten blauen Gazeſtoffes, welche ſie umwogten. Vergebens auch wurde der zu der geringen Körpergröße allzu umfangreiche Kopf ſtolz in den Nacken geworfen, vergebens reckte und ſtreckte ſich die unanſehnliche Geſtalt nach oben— kein anderer Eindruck wurde dadurch erzielt, als der ziemlich lächerliche eines kleinen Gernegroß.
Die Dame ſelbſt jedoch ſchien nach Muſterung ihres Spiegel⸗ bildes ihn nicht davonzutragen. Vielmehr war's ein ſelbſt— zufriedenes Lächeln, welches den breiten Mund noch mehr aus⸗ einanderzog, als ſie ſagte:
„Ich bin zufrieden, Fränzchen! Schicke jetzt einen der Die⸗ ner zum Herrn Baron und Herrn von Plotzki; ich ließe bitten, pünktlich zu erſcheinen.— Halt!— Schicke nur zu Herrn von Plotzki hinüber und hole dann Freda hierher. Freda mag den Herrn Baron erinnern.“
Fränzchen entfernte ſich.
Nach enigen Minuten, von der Baronin zu eitler Selbſt⸗ bewunderung benutzt, erſchien an der Hand einer ältlichen Bonne ein Kind von fünf bis ſechs Jahren.
„O, Mama, wie abſcheulich Du heut' wieder ausſiehſt,“ lachte die Kleine, aller ängſtlichen Abwehr der Baronin zum Trotz, jäh auf dieſe zuſpringend; ‚„wie eine richtige Zigeunerin, nicht wahr, Fräulein Bunzel?“
„Pſt!“ machte die Bonne.
„Ei, ei, Freda, das iſt doch nicht Dein Ernſt,“ ſagte die Baronin etwas betroffen.
„Ja, Mama, die gelbe Roſe ſteht Dir abſcheulich, ſie iſt gerade ſo gelb wie Dein Geſicht. Und Deine ſpitzen Ellen⸗ bogen ſehen'mal garſtig aus! Zieh' Dir doch Aermel d'rüber.“
Haſtig trat die Baronin wieder vor den Spiiget⸗
Bitte, werfen Sie jetzt Sie ſehen plötzlich um zehn


