— r ein 1 po⸗ b. t, in entle⸗ lung eater
als elcher kam
drei eugte, eeben⸗
ſagte Mid⸗
en in dem
der aube, wie eine
ſie in
ichten wirk⸗
d las dieſes
ſeinen
dſchuh il der Un⸗ letzten migt
gte
veiſen,
Nur
ga.“
itung.
r ver⸗
dieſes üſſen,
Concordia.
315
Maurice erzählte kurz die Geſchichte jener zwei Tage in Eborsham.
„Das arme Kind,“ ſchloß er;„als ich ſie zuletzt ſah, war ſie ganz niedergedrückt vor Kummer um meinen ermordeten Freund. Ich denke, jetzt hat ſie ihn wohl längſt vergeſſen.“
„Sie ſieht nicht aus wie ein Mädchen, das leicht vergißt,“ ſagte der dramatiſche Dichter.
Der Vorhang hob ſich und die Bühne zeigte eines jener köſtlich eingerichteten modernen Zimmer, welche das Theater jetzt oft in größter Vollkommenheit der Schauluſt bietet. Da waren Blumen, Vögel, Statuetten, Gemälde, auf einer Seite die Ausſicht in den ſonnenhellen Garten und auf der anderen ein geöffnetes Piano. Ein Mädchen ſaß auf einer Ottomane und blätterte in einem Photographie⸗Album. Ein junger Mann befand ſich in halbliegender Stellung zu ihren Füßen und blickte zu ihr empor. Das Mädchen war Juſtina Elgood — die alte Juſtina, und doch eine neue Juſtina— ſo wunder⸗ bar hatte ihre weibliche Schönheit und Anmuth ſich entwickelt. Die dunkelblauen Augen mit ihrer Gedankentiefe und der Zärtlichkeit des Ausdruckes waren allein unverändert. Maurice würde das Mädchen überall an dieſen Augen erkannt haben.
Die Direktion hatte die Koſtüme für das Stück beſorgt, und Juſtina ſah in ihrem weißen Seidenkleide und ſeiner reichen Garnirung von koſtbaren Spitzen ſo elegant aus, als es überhaupt nur möglich war. Sie hätte ſo bei einem Empfange der Königin im St. James⸗Palaſte unter den vor⸗ nehmſten Damen der Ariſtokratie erſcheinen können! Celia Flower war die Heldin des Stückes und dies ihr Hochzeits⸗ morgen, und der junge Mann zu ihren Füßen war ihr Couſin und verſchmähter Liebhaber. Sie überblickte die Porträts ihrer Freunde, um zu entſcheiden, welche ſie nach ihrer Heirat behalten und welche ſie nicht behalten ſollte.
Mr. Flittergilt's Komödie ging nun dahin, zu zeigen, daß Celia's beabſichtigte Verbindung ein Mißgriff ſei, daß ſie ihren verſchmähten Couſin wirklich liebe, daß auch er ſie auf⸗ richtig liebte, und daß nichts als Unglück aus der Heirat aus Intereſſe entſtehen könnte, die von Celia's Verwandten geplant worden war.
Celia iſt zuerſt indifferent und kindiſch, ſie denkt mehr an ihren Brautſtaat, als an die Verbindung, der dieſer gilt. Nach und nach erwacht in ihr ein tieferes Denken und Gefühl, und hier, ſo geringfügig Mr. Flittergilt's Arbeit war, fand ſich Gelegenheit, die höchſte Kunſt zu entwickeln.
Und ſeltſam verſchieden iſt die Schauſpielerin von heute von dem Mädchen, deſſen Untüchtigkeit die wandernde Geſell⸗ ſchaft zu Eborsham getadelt hatte. Es iſt eine Klarheit und Natürlichkeit in ihrem Spiel, eine einfache, kunſtloſe Zärtlich⸗ keit in ihren Gefühlsregungen, welche die ungeübte Schau⸗ ſpielerin zeigt— aber die Schauſpielerin, deren Kunſt aus den Tiefen ihres eigenen Gefühles hervorwächſt, deren Aktion einem reichen und gedankenvollen Geiſte mehr entquillt, als ein hartes und trockenes Reſultat von Lehre und Unterricht, oder der mechaniſchen Nachahmung iſt. In ihrer Darſtellung iſt Feuer und Phantaſie, die Allem Licht und Farbe und der Schöpfung des Autors vor dem Publikum Leben und Beweg⸗ ung giebt; es iſt nicht blos ein geſchickter Vortrag mit einem bischen anmuthigen Gefühles, ſondern ein Spiel voll Seele, eine originelle Schöpfung eines originellen Geiſtes.
Das Auditorium iſt bezaubert, Mr. Flittergilt wechſelt zwiſchen Selbſtbewunderung und Bewunderung der Actrice. „Beim Jupiter, das Mädchen iſt ſo gut wie die Nesbitt und mein Dialog gleicht dem Sheridan's!“ ruft er aus, als der erſte Akt vorüber iſt und die raſch enthuſiasmirte Menge, ohne auf das Ende zu warten, nach dem Autor ruft. Und Mau⸗ rice— nun, der ſitzt nachdenklich da, weit zurück in der Loge und ungeſehen von den Schauſpielern.
„Beim Himmel, das Mädchen iſt ein Genie,“ ſagte er zu ſich ſelbſt.„Ich dachte immer, daß etwas Edles in ihr liege, aber ich hätte niemals gedacht, daß zwei kurze Jahre eine ſolche Veränderung hervorbringen können.“
Am Ende des Stückes wurde Juſtina durch eine förmliche Ovation ausgezeichnet. Man warf ihr keine Bouquets, denn ſolche Blumenſpenden werden gewöhnlich von den Freunden und Bewunderern einer Schauſpielerin vorbereitet, und Juſtina hatte weder Freunde noch Bewunderer in der ganzen großen Stadt, die ihr einen Triumph bereiten konnten. Sie hatte einfach durch eine Kunſt geſiegt, die ſo natürlich und unſtudirt war, wie der Geſang einer Nachtigall. Zeit und Uebung hatten ſie zur Herrin des mechaniſchen Theiles ihrer Kunſt gemacht, bekannt mit dem Schimmer der Lampen und den Geſichtern der Menge, ſie war ſo ruhig auf der Bühne, wie in ihrem eigenen Zimmer. Das Uebrige war unbemerkt ge⸗ kommen, mit der Reife ihres Verſtandes, mit der Gedankenfülle und Tiefe des Gemüthes, das unter einer frühzeitigen Ent⸗ täuſchung ſich entwickelt hatte, unter dem erſten kurzen Traum der Liebe, der ein ſo trauriges Ende genommen.
Als das Stück vorüber war, Juſtina und Mr. Flittergilt ſich ihres Triumphes erfreut, alle Schauſpieler von dem ent⸗ zückten Auditorium hervorgerufen und applaudirt worden waren, verließ Maurice plötzlich die Loge. Er hatte nichts gethan, den Applaus zu mehren, ſondern ſtand wie ein Fels in ſeiner dunklen Ecke, während das kleine Theater erzitterte von dem Beifalle des Parterre und der Galerien.
„Nun, das iſt doch etwas zu kühl,“ murmelte der drama⸗ tiſche Autor vor ſich hin.„Er hätte wohl doch ein paar höfliche Worte ſagen können; ich wollte ihn eben fragen, ob er nicht mit mir hinter die Szene gehen möge.“
Flittergilt hatte ſich damit zufriedengeſtellt, ſich von ſeiner Loge aus zu verneigen, und jetzt wollte er haſtig in das Schauſpielerzimmer, um da die Glückwünſche der Geſellſchaft entgegenzunehmen und den Darſtellern ſeines Stückes das übliche Lob und ſeinen Dank zu bringen.
Das Schauſpielerzimmer im Royal-⸗Albert⸗Theater war ein viel glänzenderes Apartement, als jenes im Theater zu Eborsham. Der Boden war mit einem Teppich belegt, es gab da große Spiegel und Konſoltiſche, Photographien und Porträts in Stahlſtich von berühmten Schauſpielern und Schauſpielerinnen an den ſchön tapezierten Wänden und Divans in größerer Anzahl.
Hier fand Mr. Flittergilt ſeinen Freund, der, ganz ruhig. an ein Konſoltiſchchen gelehnt, mit der neuen Actrice plauderte. Mr. Cliſſold war irgendwie bis in dieſen geheiligten Raum gedrungen, ohne die ſichere Führung des Dramatikers.
„Wie kamen Sie hierher?“ fragte Mr. Flittergilt ver⸗ drießlich.
„O, das weiß ich kaum. Der alte Mann an der Thüre, die zur Bühne führt, wünſchte gerade nicht, mich einzulaſſen. . 40*


