Jahrgang 
1 (1879)
Seite
303
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antwortete ich; dabei ergriff ich ſeine Hand und legte meine

brennende Wange daran. Dieſes Mal entzog er mir die Hand nicht, und als meine Thränen darauf fielen, ſchien es mir, als ob ſie erzitterte.

Was kann ich für Dich thun, liebes Kind? beſorgt. Ich ſchlug meine Augen auf und ſah in die die mich forſchend anblickten.

fragte er ſeinigen, Petronel, ſo kann die Sache nicht fortgehen! Ich ſehe klar, Deine Geneſung macht gar keine Fortſchritte, Du bleibſt einen Tag ſo ſchwach wie den anderen, verurſachſt Deinen Freunden dadurch große Sorgen und ſchadeſt Dir ſelbſt. Was liegt dem zu Grunde? Haſt Du irgend etwas, was Dich quält? Es iſt nicht anders denkbar, Du mußt etwas auf dem Herzen haben, was Du mir nicht mittheilen magſt oder willſt; ſage es mir vertrauens⸗ voll! Lebte Deine Mutter noch, oder hätteſt Du einen Vater, ſo würdeſt Du nicht anſtehen, Dich dieſen anzuver⸗ trauen. Wenn ich nun auch nicht erwarten kann, daß Du mich mit denſelben Augen anſiehſt, ſo vertrete ich doch die Stelle der Eltern bei Dir und bin ſtets bereit, mit innigſter Liebe Dir zu rathen und zu helfen. Kannſt Du Dich nicht entſchließen, es mir zu ſagen, wodurch Deine Geneſung ſo zurückgehalten wird?

Dieſe Worte ſprach er ſo voll Ernſt und Zuneigung, daß ich daraus erkennen mußte, wie ſehr ihm mein Wohl warm am Herzen lag, und ſeiner Aufforderung nicht widerſtreben konnte.

Ihn mit beiden Armen umſchlingend, mein Herz mit dem Ausruf:

O, Vetter Ulih, bitte, bitte, auch immer ſo lieben wie jetzt?

Offenbar kam dieſe Frage meinem Vetter fühlte, wie ſeine Arme, mit denen er mich an ſich drückte, heftig zitterten, und hörte ſein tiefes Athemholen. Während ich noch an ſeinem Herzen ruhte, überkam mich ein Gefühl von Scham darüber, daß ich mich geoffenbart, und ich fürchtete mich vor den weiteren Erklärungen, die nun folgen mußten.

Petronel, habe ich Dir je Veranlaſſung gegeben, an meiner Liebe zu zweifeln?

O nein! aber ſie ſagten

Wer ſagte? Zittere nicht, Liebling, ich muß ſonſt glauben, Du fürchteſt Dich vor mir.

Mit dieſem theuren Namen hatte er mich noch nie an⸗ geredet; als ich ihn hörte, ließen meine Arme ihn los, und ich ſank auf mein Lager zurück. Meine Empfindungen nahmen mir den Muth, ihm die weiteren Erklärungen, die ich mit kindlichem Sinn angeregt, zu geben.

Nun, Petronel, ſage mir, was man Dir vorgeſchwätzt? fragte er vertrauenerweckend weiter.

Ach, es war nichts, nichts Beſonderes! antwortete ich verwirrt und erröthend, während er mich verſtimmt anſah; er fürchtete gewiß ſchon, daß ich mich wieder in das peinigende Schweigen hüllen würde.

Dann ſoll ich es wohl nicht erfahren? ſagte er und er⸗ hob ſich von ſeinem Stuhle.

Ihn unbefriedigt und gekränkt von dannen gehen zu ſehen, das war mir unmöglich, dazu liebte ich ihn zu ſehr. So nahm ich denn alle meine Kraft zuſammen und erwiderte:

Sie ſagten, das heißt Miß Uyjohn ſagte, daß Du die Abſicht hätteſt Dich zu verheiraten!

eröffnete ich ihm ſage mir, willſt Du mich

unerwartet; ich

Concordia.

303 Aengſtlich ſah ich ihn an, um zu erfahren, wie er die Offenbarung des großen Geheimniſſes aufnehmen würde, und bemerkte, daß über ſeine Züge ſich ein Ausdruck verbreitete, wie ich ihn nie geſehen.

Du zürnſt mir doch nicht? fragte ich furchtſam.

Das war es alſo, was Dich beunruhigte? fragte er, ohne meine Frage zu berückſichtigen.

Ich ich konnte mich nicht darüber freuen, erwiderte ich beſchämt;dann könnteſt Du ja unmöglich noch viel von mir halten, und Alles würde anders für mich.

Beruhige Dich, mein Kind, ſagte er in einem Tone, der Angſt und Pein verrieth,Du ſtelleſt mich auf eine harte Probe! Dann trat er nach dem Fenſter und ſah zerſtreut auf die Straße.

O, Vetter Ulih, ich fürchte, mir. Doch keine Antwort erfolgte.Bitte, ſei nicht bös; ich würde es ja nie geſagt haben, wenn Du nicht ſo in mich gedrungen; nun thut es mir leid, es gethan zu haben. Als die unheimliche Stille immer noch anhielt, fuhr ich fort: Vetter Ulih, vergiß, was ich Dir geſagt, und ſei überzeugt, ich wollte nicht indiskret und unbeſcheiden ſein.

Schon war ich überzeugt, daß meine Unvorſichtigkeit irgend eine Saite bei ihm ſo unzart berührt, daß ihm jede Ver⸗ zeihung unmöglich geworden war; als er ſich aber umwandte, ſah ich, daß er mich nicht allein ſorglos, ſondern ſogar ganz fröhlich anblickte.

Alſo man ſagte Dir, ich wollte mich verheiraten und eine alte Frau in's Haus bringen, damit ſie ſich hier recht ge⸗ müthlich einrichtete und Dich züchtige, wenn Du unartig biſt. Und Du glaubteſt das? Du kleine Einfalt hielteſt es für das Beſte, um das Unheil abzuwenden, darüber zu weinen und Dich zu grämen. Was ſoll ich thun, um Dich für die Zukunft vor ſolchen Sorgen zu hüten?

Iſt es denn nicht wahr? rief ich hoffnungsvoll aus.

Kein wahres Wort iſt daran. Wie konnteſt Du ſo etwas nur glauben, wenn ich ſelbſt es Dir nicht ſagte vielleicht nannte Dir Miß Uyjohn, die Alles weiß, auch ſchon den Namen?

Das nicht! Doch ich dachte mir, es müßte wohl Miß Raymonds ſein

Da lachte der Vetter plötzlich laut auf, ſodaß ich ganz verlegen wurde und nicht fortfahren mochte.

Du biſt eine ſchlaue Diplomatin, Petronel; dieſe Miß Raymonds iſt kaum zwanzig Jahre, ich kenne ſie ſchon von Kindesbeinen an. Nein, ſei überzeugt, wenn ich je den dummen Streich machen könnte, ſo geſchähe es nicht um eines Mäd⸗ chens willen, das meine Tochter ſein könnte. Doch an ſolchen Unſinn brauchſt Du nicht mehr zu denken, Du darfſt gar nicht mehr davon ſprechen. Alles iſt erdacht und unwahr, nie und nimmer würde ich einen ſolchen Schritt thun, der Dein Glück trüben könnte, nie im Leben würde ich Dir ein Titelchen von meiner Liebe entziehen. Jetzt, Kind, muß ich fort; wenn dieſes alberne Gerücht der Grund zu Deiner Unruhe war, ſo hoffe ich, daß Du mich fortan nicht wieder mit einem ſo langen Geſicht wie bisher empfangen wirſt.

Seine Verſicherung beglückte mich unausſprechlich; von dem Tage an ſchritt meine Geneſung raſch vorwärts, ohne daß ein Rückfall erfolgt wäre, auch mein Frohſinn kehrte wieder zurück, und ich war bald wieder ganz die Alte. Zwei Punkte

es war ſehr unrecht von