Jahrgang 
1 (1879)
Seite
293
Einzelbild herunterladen

Nuge

elaſſen

von lar in Nicht⸗

Tag⸗

daurice aft in

Rüͤhe, Das en ge⸗ durch Pen⸗ Sie uſter⸗ dem tudir⸗

keine

erende endſte onte wahr⸗ enwyn nung, Gatte, daß er t, wie nente, ämon

ever⸗ ſeine Nein⸗ ſetzten, te ſich te ihn

heſſere

ligten ihre ungen tund

fehlt, eine icklich

,y,2 ,

Concordia.

293

Glück für mich. Warum ſollte ich nicht glücklich ſein? Ich habe keinen unerfüllten Wunſch, außer vielleicht etwas Ehrgeiz, mir einen Namen zu machen eine Idee, mit welcher die meiſten jungen Leute ihr Leben beginnen und die ich wohl noch auf ſich beruhen laſſen kann, um ſie ſpäter in Betracht zu ziehen.

Aber, Churchill, Du weißt, daß ich nie zwiſchen Dir und Deinem Ehrgeize ſtehen möchte. Du mußt doch wiſſen, wie ſtolz mich jeder Deiner Erfolge machen würde.

Ja, Theuerſte, und gelegentlich werde ich als Kandidat für Seacomb auftreten und es verſuchen, eine kleine Rolle im Hauſe der Gemeinen zu ſpielen, um Deinetwillen, antwortete Mr. Penwyn mit einem Gähnen.Es iſt wunderbar, wie viel Ehrgeiz ein Mann fühlt, ſolange er ſeinen Lebensunter⸗ halt gewinnen muß und nur ſeinen eigenen Witz hat, um ſich zu helfen. Dann weckt ihn jeden Morgen der ferne Schall der Ruhmestrompete und hält ihn noch ſpät in der Nacht auf ſeinem Poſten wach. Aber dann bedeutet Ruf ſo viel wie Einkommen, Stellung, die Achtung der Welt, kurz alle guten Dinge des Lebens. Der geldloſe Ringkämpfer weiß, er muß Cäſar ſein oder nichts. Gieb demſelben Manne eine ſetattliche Beſitzung wie Penwyn, und der Ruhm erſcheint ihm als ein bloßes Anhängſel zum Leben, als eine Zierde, welche die Thorheit wünſchen mag, die aber kaum das Vergnügen müßiger Tage und ſolcher Nächte aufwiegt, die keine Sorgen kennen. In Kürze, Geliebte, ſeit ich Vermögen gewann und Dich, bin ich etwas vergeßlich geworden bezüglich der Träume, denen ich als ein nach Erwerb ringender Junggeſelle nachhing.

Iſt es das Bedauern jener alten Träume, das Dich zu⸗ weilen ſo düſter macht, Churchill?

Ich bedauere ſie nicht. Ich bedauere gar nichts. Ich bin nicht düſter, ſagte Churchill eifrig.Frage niemals um mein Glück, Madge. Die Freude iſt ein zu ſubtiler Geiſt, um die Analyſe des Zweiflers zu ertragen. Gott verbot es, daß Du und ich je anders, denn äußerſt glücklich ſeien. O, meine ſüße Liebe, zweifle mir niemals; laß uns für einander leben, und laß mich wenigſtens ſicher ſein, daß ich Dein Leben voll Sonnenſchein gemacht.

Es hat niemals eine Wolke gekannt ſeit unſerer Verlob⸗ ung, Churchill, ausgenommen, wenn ich dachte, Du ſeieſt niedergedrückt und verzagt.

Weder niedergedrückt noch verzagt, Madge, nur gedanken⸗ voll. Ein Mann, deſſen frühere Tage größtentheils dem Denken gewidmet waren, muß dann und wann ſeine Stunden des Nachdenkens haben. Und vielleicht hat mein Leben hier zu viel von den Wirkungen des Lotusgenuſſes. Ich muß beginnen, um mich zu blicken, und mehr Intereſſe an der Beſitzung nehmen in Kürze den Fußtapfen meines würdigen Groß⸗ vaters, des alten Squire, folgen, ſobald ich den reſpektablen NamenVater zu meinen Qualifikationen für dieſen Poſten

ſetzen kann.

Dieſe Zeit kam, ehe die Sichel an den letzten Flecken Korn auf den Getreidefeldern von Penwyn gelegt worden war. Die Kirchenglocke ertönte an einem Auguſt⸗Morgen und die kleine Welt in und um das Herrenhaus wußte, daß der Squire durch die Ankunft ſeines Erſtgeborenen erfreut worden war. In der folgenden Sommernacht gab es ſoviele Freuden⸗ feuer im Diſtrikte, daß ſie beinahe den Glanz des Mondes beeinträchtigten. Das Erſtgeborene war ein Sohn, deſſen

*

Ankunft die Zeitungen, die Lokalblätter wie die der Metropole,

geziemend berichteten:Zu Penwyn⸗Manor, 25. Auguſt, die Gattin von Churchill Penwyn, Esq., einen Sohn(Nugent Churchill). Die Namen deſſelben waren ſchon zuvor beſtimmt worden.

Das ſüße Ding, rief Lady Cheshunt aus, als ſie die Mittheilung in dem Leſezimmer des Kurſaales eines deutſchen Bades las.Ich habe ein Gefühl, als ob ſie mich zur Groß⸗ mama gemacht hätte.

Und Lady Cheshunt ſchrieb ſogleich an ihren Silberarbeiter, ihn beauftragend, den ſchönſten Taufbecher anzufertigen; außer⸗ dem ſchickte ſie einen ſechs Seiten langen Brief durch dieſelbe Poſt an Mr. Penwyn mit dem Anſuchen, daß man ſie durch eine Stellvertreterin als Pathin des Kindes repräſentire.

Die Geburt dieſes Kindes verbreitete eine neue Heiterkeit an dem häuslichen Horizonte. Viola ſchwamm in Entzücken. Dieſer junge Neffe war der erſte Säugling, der jemals in die Summe ihres täglichen Lebens gekommen. Sie ſchien ihn als ein Phänomen zu betrachten, beinahe ſo, wie ernſte Männer der Wiſſenſchaft oder der zoologiſchen Geſellſchaft das erſte im Regentspark in London geborene Nilpferd betrachteten.

Madge ſah keine Wolke mehr auf der Stirne ihres Mannes nach ihrer ſanften Vorſtellung. Er bemühte ſich in der That, eine vollkommene Zufriedenheit zu zeigen. Sein von Natur energiſcher Charakter behauptete ſich wieder. Er warf ſich mit Herz und Seele in den einen Ehrgeiz des alten Squire, die Verbeſſerung und Vergrößerung der Penwyn⸗Beſitzungen. Er baute eine ſchöne Straße über dieſe einſamen Hügel und bepflanzte das Land zu beiden Seiten mit ſchottiſchen und norwegiſchen Tannen, wo immer der Boden für eine ſolche Anpflanzung geeignet war. Die jungen Baumſchläge erhoben ſich wie durch einen Zauber und gaben der Phyſiognomie der Landſchaft einen neuen Reiz, wie ſie dem Herrn des Grund und Bodens eine neue Einnahmequelle verſprachen. Mr. Pen⸗

wyn intereſſirte ſich auch ſelbſt für den Minenbau, und indem

er fand, daß ſein Agent die Sache ſehr leicht nahm und eine Art von unfähigem Menſchen war, nahm er dieſe Beſitzthümer in ſeine Hände und erhöhte auch dadurch weſentlich ſein Ein⸗ kommen. Die Leute zuckten die Schultern und meinten, der neue Squire mache es gerade ſo wie deralte Nick, worunter ſie den verſtorbenen Nicholas Penwyn verſtanden. Aber ſo ſorgfältig er über ſeine Intereſſen wachte, erwies ſich Churchill doch nicht als ein knickeriſcher Grundherr oder ſchlechter Zahler. Jene Anpflanzungen und neuen Wege gaben den Arbeitern des Diſtriktes eine lohnende Beſchäftigung und vertheilten neuen Wohlſtand in der Nachbarſchaft. Wenn er einem Pächter eine Verbeſſerung anrieth, war er immer bereit, ihm bei der Ausführung derſelben beizuſtehen. Er erneuerte guten Pächtern den Pacht unter den leichteſten Bedingungen, war aber er⸗ barmungslos in der Austreibung ſchlechter Miethsleute. Er war gerade einer jener Grundherren, welche Alles thun, um eine Beſitzung und die Leute darauf zu verbeſſern, und in Irland wäre er wahrſcheinlich einem gewaltſamen Tode ver⸗ fallen. Die Kelten des weſtlichen Englands nahmen die Dinge ruhiger auf, mißbrauchten ihn zum Theil, ließen zu, daß er der rechte Mann zur Verbeſſerung des Bodens ſei, und unterwarfen ſich dem Schickſale, das ihnen den König Storch ſtatt dem Könige Klotz zum Beherrſcher gegeben.

2