edet. ſchter uter⸗
üchts Zgärt⸗ ſöhn⸗ ußer⸗
und
Concordia. 287
Leiſer ſetzte er hinzu: Sie ſandte.“
Damit wollte er ſich von Adelen losmachen. ſich indeß nur feſter an ihn.
„Auch bei Meta iſt Gefahr, retten Sie Meta!“
„Was iſt's mit Meta?“ fragte er tieferſchrocken.
„Sie iſt todt, oder ſie ſtirbt!“ ſtöhnte Adele.„Und ich bin ſchuld daran. Helfen Sie, retten Sie, Meta ſtirbt!“
Blaß und ſtumm führte Robert das ſchluchzende Mädchen aus dem Warteſaal und beſtieg mit ihr einen Wagen, der ſie raſch vor das Haus von Meta's Eltern brachte. Robert
„Sagen Sie das Derjenigen, die
Sie klammerte
ſtürzte die Treppe hinauf, zu der Geliebten.
Adele folgte eilig.
Meta lag noch auf ihrem Bette, ihre Mutter und Erich betrachteten ſie mit kummervollen Mienen. Ihr Antlitz glühte, ihre Lippen murmelten irre Worte und unruhig warf ſie den Kopf hin und her.
Robert ergriff ihre herabhängende Hand und fühlte nach dem Pulſe. Beſtürzt zog er die Uhr hervor und ſtellte eine genauere Prüfung an.
„Meta,“ ſagte er dann ſchmerzvoll,„Meta, ſieh' mich an.“
Sie ſchlug die Augen auf, ein ſeliges Lächeln irrte über ihre Lippen, ſie flüſterte leiſe:„Robert, verzeihe!“
Aber noch ehe er mit zärtlichen Küſſen auf dieſe Bitte antworten konnte, hatten ſich ihre Sinne ſchon wieder verwirrt. Sie ſtieß durchdringende Klagen um Robert's verwirkte Liebe aus. Er ſchrieb raſch einige Rezepte, mit denen Adele ſelbſt enteilte, ohne auf Erich's Gegenvorſtellungen zu achten, der auch etwas für die Schweſter thun wollte.
„Was fehlt meiner Meta?“ fragte Frau Felden voll Angſt, indem ſie Robert an das Fenſter führte.
„Ein Nervenſieber iſt im Anzuge,“ ſagte er bewegt,„und gerade Meta's kräftige Natur macht die Gefahr dringend. Aber wenn ſie zu retten iſt, Mutter, dann gebe ich Ihnen die Tochter wieder.“
„Sie liebt Sie, ſie liebt Sie unausſprechlich, Robert!“
„Ich weiß es, Mutter!“ ſagte er leiſe.„Auch ich war thöricht. Mit weniger Stolz und mehr Zärtlichkeit hätte ich ihren Irrthum eher löſen können. Möge mich das Schickſal nicht zu hart ſtrafen.“
Die Gefahr für Meta's Leben ſtieg mit jeder Stunde: die Fieberparoxismen nahmen einen immer drohenderen Charakter an. Robert führte ſelbſt mehrere Aerzte zum Krankenbette der Geliebten, an ſeiner eigenen Geſ ſchicklichkeit verzweifelnd. Adele wich nicht von ihrer Couſine. Weder harte Worte noch Bitten vermochten ſie zu verſcheuchen. Sie ſchien keine Ruhe, keinen Schlaf nöthig zu haben; unermüdlich ſorgte ſie für alle Bedürfniſſe der Leidenden und verdrängte allmälig ſogar die Mutter von der Pflege derſelben, ſo pünktlich erfüllte ſie alle Anordnungen der Aerzte. Und bald hatte ſie auch keine harten Worte und Vorwürfe mehr zu hören. Alle fühlten ſich gerührt von ihrer Angſt und hingebenden Liebe für Meta.
Erich insbeſondere, der, ſo oft es ihm ſeine Zeit nur irgend erlaubte, zu der kranken Schweſter ſchlich, empfand eine immer inniger werdende Theilnahme für die kleine, ruheloſe Wärterin. Er hatte ihr bereits Alles verziehen, was ſie ihm einſt zugefügt. Sie ſah ja ſo lieb und ſanft aus, in ihre dunklen Augen kam kein kalter Blick mehr, und wenn er ihr beim Eintritte
in das Krankenzimmer die Hand entgegenſtreckte, legte ſie ihre zarte Rechte willig hinein und der Ton dünkte ihm ſehr freundlich, mit dem ſie ihm zuflüſterte:
„Willkommen, Couſin Erich! Ach, Meta iſt noch immer ſo ſchlimm daran.“
Aber endlich konnte ſie doch ſagen:
„Guten Morgen, lieber Erich! beſſer.“
Entzückt, nicht minder von dem„lieben Erich“, das er zum erſten Male hörte, als von der guten Nachricht, trat er zur Schweſter. Robert ſaß auf der Bettkante und hielt der Ge⸗ liebten weiße, abgemagerte Hand in der ſeinen.
„Die Gefahr iſt vorüber, Erich!“ ſagte er fröhlich.„Meta kann ſchon wieder lächeln.“
„Robert hat mir verziehen,“ flüſterte Meta, während eine unendliche Freude ihre bleiches Antlitz verklärte.„Ich bin doch noch glücklich geworden.“
Robert und Erich wetteiferten miteinander, ſie zu liebkoſen und ihr zärtliche Worte zu ſagen.
Adele ſtand ſeitwärts und blickte auf die Gruppe dieſer innig verbundenen Menſchen. Thränen drängten ſich in ihre
Unſerer Meta geht es
Augen, ſie fühlte ſich ſo allein, ſie wollte auch Liebe geben und empfangen. „Verzeiht mir auch,“ ſagte ſie endlich ſchüchtern.„Verzeiht
mir, ich wollte Euch nichts Böſes zufügen. Seid gut mit mir. Führt mich auf den rechten Weg, ich will Euch folgen.“
Meta ſtreckte ihr die Hand entgegen, Robert nickte ihr freundlich zu. Aber Erich, o, der ungeſtüme, verwegene Erich, der nahm ſie ohne Weiteres beim Kopfe und drückte einen Kuß auf ihre roſigen Lippen.
„Ich für meinen Theil bin ganz ausgeſöhnt mit Dir!“ rief er herzlich.„Du hatteſt Mücken im Kopfe. Nun ſind ſie jedoch fortgeflogen, und ein gutes, braves Mädchen iſt zurückgeblieben.“
Er zog ſie etwas von dem Bette fort.
„Sage, Adelchen,“ flüſterte er,„ſollten wir es nicht den Beiden dort nachmachen, die ſo glücklich ſind— kannſt Du mich lieb haben, kleine, ſchwarze Hexe?“
Sie erröthete ſehr tief.
„Ich glaube.“
Dieſe Worte kamen wie ein Hauch von ihren Lippen, Erich mußte ſich zu ihr niederbeugen, um ſie zu verſtehen.
„Sind Dir meine Hände nicht mehr zu groß, wirſt Du meine Stümpereien auf dem Klavier anhören können?“ neckte er.
„Ich will Dich ſelbſt unterrichten,“ erwiderte ſie ſo weich und freundlich, daß Erich allen Muth verlor, ſie noch ferner an vergangene Dinge zu erinnern.
Als Herr und Frau Felden bald darauf eintraten, fanden ſie, zu ihrem größten Erſtaunen, zwei engverbundene Liebes⸗ paare.
„Erich, Junge!“ rief Felden polternd,„Du wirſt mir doch das kleine, loſe Ding, die Romannärrin, nicht in's Haus bringen wollen? Ich gebe zu, ſie hat ein gutes Herz, das wiegt aber ihren verdrehten Kopf nicht auf, den Du ihr nimmer zurecht⸗ ſetzen kannſt.“ 3
„Er iſt zurechtgeſetzt, lieber Oheim,“ ſagte Adele innig, indem ſie vor Felden trat und ihm offen in die Augen blickte. „Das herbe Schickſal, das ich, in Wahn befangen, beinahe über zwei gute Menſchen gebracht hätte, die Gefahr, in welcher


