Jahrgang 
1 (1879)
Seite
283
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Zu wem wünſchen Sie? fragte er.

Zu dem Herrn, der ſoeben bei Ihnen vorbeigeſchritten ſein muß.

Den Namen, wenn es Ihnen gefällig iſt.

Iſt mir völlig unbekannt ich bin zu folgen ein⸗ geladen..

Ganz richtig, Pierre, tönte es die Treppe herunter. Kommen Sie drei Treppen.

Der Portier trat zurück, der junge andächtige Mann, in dem der Leſer Dominique Cartouche ſogleich erkannt haben

wird, kam der Weiſung nach und befand ſich nach zwei

Minuten dem Herrn, der ihn auf der Brücke angeredet, in

einem Vorzimmer gegenüber. Und doch konnte dieſes Gemach,

trotzdem daß es als Möbel nur zwei Stühle enthielt, kein Vorzimmer ſein, da ſich nur die eine Thür zeigte, durch welche

Dominique eingetreten war.

Frommer Bruder, ſagte lächelnd der Fremde,wo haben Sie Ihre würdige ernſte Schweſter?

Cartouche erwiderte mit Salbung:

Mein Herr, Diejenige, welche Sie an meiner Seite ſahen, ſteht mir näher als meine Schweſter ſie iſt mein Weib, das zu wenig weltlich, um eine Einladung annehmen zu können. Und nun, mein Herr, fuhr er fort, indem er den frömmeln⸗ den Ton plötzlich fallen ließ und ſich ſtolz aufrichtete,darf ich fragen, was mir die Ehre verſchaffte, von Ihnen eine Ein⸗ ladung erhalten zu haben? Hoffentlich haben Sie nicht Ihr bloßes Spiel mit mir treiben wollen. In gewiſſen Punkten bin ich ſehr ernſthafter Natur.

Junger Mann, drohen Sie hier nicht, wo Sie in meiner Gewalt ſich befinden, verſetzte der Andere.

Oder Sie in der meinigen.

Wie meinen Sie das?

So. Dominique zog raſch ein ſauber gearbeitetes

Taſchenpiſtol hervor und richtete es auf den Fremden.

Derſelbe erbleichte, dann lächelten wieder ſeine Züge.

Bravo! ſo habe ich Sie mir gedacht; nicht nur geſchickt, ſondern auch entſchloſſen. Setzen Sie Ihr Piſtol in Ruhe, hier brauchen Sie es nicht. Da iſt meine Hand, die Sie nicht ausſchlagen werden, Sie Meiſter aller Taſchenſpieler. O, verſtellen Sie ſich nicht weiter gegen einen Freund. Joſef Lami kommt Ihnen mit Aufrichtigkeit entgegen. Er breitete ſeine Arme aus.

Dominique zauderte.

Und darf ich fragen, was Sie ſind?

Freund, daſſelbe, was Sie und Tauſende in Paris. Ich lebe auf Anderer Koſten das Wie muß der Augenblick bringen. Die Welt nennt unſer Treiben Gaunerei, Dieberei, Raub.

Und Sie ſuchen den Kompagnon bei einer Unternehmung? fragte Cartouche.Wenn ſie Gewinn verſpricht, ich bin da⸗ bei. Eins muß ich Ihnen aber zuvor in's Gedächtniß führen, daß Kompagnons eigentlich nur eine Perſon ausmachen und daß das Verderben des einen Gliedes, wenn der Verrath mit⸗ ſpielt, das Verderben des anderen herbeiführen muß. Bei jeder Aſſoziation muß die Treue gegeneinander das Band ſein, welches die Mitglieder umſchlingt. Wehe ihm, der ſie ver⸗ letzt.

Wehe ihm, der ſie verletzt, wiederholte Lami.O, ich habe mich nicht in Ihnen geirrt.

Die Beiden ſchüttelten ſich herzlich die Hand. Dann ſagte Lami:Sie irren ſich, wenn Sie im Glauben ſind, daß ich nur eine Aſſoziation im Kleinen erſtrebe. Ich glaube, daß die Geſchäfte einer großen Verbrüderung, wo Jeder ſeine Kräfte darbringt, weit einträglicher und ſicherer ſein müſſen, als wenn Jeder auf eigene Fauſt ſich beſchäftigt. Der Ein⸗ fluß einer ſolchen Verbrüderung würde groß ſein.

Gewiß, gewiß, bemerkte Cartouche nachdenkend.Was der Kraft des Einzelnen widerſteht, der Gewalt der Geſammt⸗ heit unterliegt es. Ha, mit tauſend Männern wie ich will ich der eigentliche König von Frankreich ſein. Wo aber ſolche Männer finden, die, fern der Selbſtſucht, ſich dem großen Ganzen weihen, beſonders unter uns? Verrath und Treu⸗ loſigkeit ſind den Abenteurern eigen, die echten Gefühle der Freundſchaft, der Aufopferung des eigenen Vortheils, wenn es das Ganze betrifft, werden ſich nur bei Wenigen finden.

Und doch glaube ich ſchon einen gelungenen Anfang ge⸗ macht zu haben, verſetzte Joſef Lami.Sie werden ſehen. Treten Sie ein.

Er berührte an einer Stelle die Holzverkleidung der Wand. Dieſelbe ſchob ſich zuſammen, daß ſich ein geräumiger Durch⸗ gang nach anderen Räumlichkeiten zeigte. Cartouche betrat dieſelben Lami ſchloß hinter ſich die verborgene Thür.

Sie befinden ſich jetzt nicht mehr in dem Gebäude, wel⸗ ches Sie vorhin betreten hatten, ſagte er.Sie ſehen, daß ich Vertrauen zu Ihnen habe, ich zeige Ihnen die Geheimniſſe unſeres Fuchsbaues.

Er ging auf eine große Niſche zu, erſuchte Dominique, ebenfalls hineinzutreten und ihn zu umſchlingen. Darauf drückte er an eine verborgene Feder in der Mauer. Ein Ge⸗ räuſch, als ob eine Uhr aufgezogen wurde, ließ ſich hören, dann ging es in die Tiefe, wo Beide dichte Dunkelheit umgab.

Halten Sie meine Hand feſt, ich werde Sie führen. Die Beiden durchſchritten einen ziemlich langen, engen, dunklen Gang, ſtiegen dann eine Treppe hinan. Eine Thür öffnete ſich; ſie traten in ein von mattem Tageslichte erhelltes Zim⸗ mer. Aus einem Nebengemache ſchallte Gelächter.

Gedulden Sie ſich einen Augenblick ich werde Sie gleich einführen.

Cartouche blieb in dem Zimmer allein und hatte Muße, ſich darin umzuſchauen. Ein Trödelladen kann ſchwerlich einen ſo mannichfaltigen, bunten Anblick darbieten, wie ſich hier zeigte. Die heterogenſten Dinge waren untereinander ge⸗ würfelt. Da ein Shawl neben einem Galanteriedegen, hier der Rock eines Kavaliers bei einem Tabouletkaſten, in jener Ecke ein ſilberner Tafelaufſatz und alte Koffer und Felleiſen, in der anderen wieder zuſammengeſchnürte Betten und Waffen aus verſchiedenen Zeiten. Das Licht, welches dieſes Zimmer erhielt, fiel durch ein Fenſter, das auf einen kleinen, völlig einſamen Hof ging, wenn man ſo den kleinen Raum nennen darf, der kaum zwölf Fuß breit und lang ſein mochte. Das Zimmer befand ſich zur ebenen Erde.

Nur wenige Minuten war Lami entfernt, da öffnete ſich die Thür und er lud Dominique ein, in die Geſellſchaft zu treten. Dieſer kam der Einladung nach und fand ſich vier Männern und zwei Damen gegenüber.

Tauſend Donner, rief einer der Herren, der ſich in prächtiger Toilette befand,das iſt ja mein kleiner Dominique!

Herzensbruder, an meine Bruſt. 6 36