Jahrgang 
1 (1879)
Seite
269
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es für junge Leute gut ſei, ſich in Geſellſchaft Höherer zu be⸗ finden; ſie denke, es ſei für Martin beſſer, zu Hauſe in ſeiner

Sphäre zu bleiben.

Hätte ich jemals Gutes aus dergleichen entſtehen ſehen, würde ich anders denken, ſagte das Weib des Farmers mit einem düſteren Blicke;aber das ſah ich nicht.

Martin ſah ärgerlich aus, ſein Vater verwirrt.

Ich hoffe, Sie werden die freie Sprache meines Weibes entſchuldigen, ſagte Mr. Trevanard etwas ungeſchickt. ‚Sie meint es nicht unhöflich, aber es giebt Punkte Hier ſah er hoffnungslos zu Boden und konnte nur in ſchwachem Tone wiederholen:Es giebt Punkte

Ich danke für Ihre gütige Einladung, Mrs. Penwyn, ſagte Martin, noch roth von Scham und Aerger,aber Sie ſehen, daß man noch nicht vorausſetzt, daß ich meinen eigenen Willen haben dürfe, und ich muß thun, was die Mutter ſagt.

Komm' weiter, Frau, ſagte Michael, und nachdem ſie ihre entſprechenden Komplimente gemacht, zogen ſich die Tre⸗ vanard's zu ihrem Wagen zurück.

Das Pferd hatte inzwiſchen auf einer Wieſe ruhig gegrast.

Maurice fuhr mit den Penwyn's in ihrem eleganten Landauer.

Was für eine höchſt unangenehme Perſon dieſe Mrs. Trevanard ſcheint! ſagte Madge.Ich ſollte denken, es könne kaum angenehm ſein, in deren Hauſe zu wohnen, Mr. Cliſſold.

Ich denke, ſie iſt mehr excentriſch als unangenehm, er⸗ widerte Maurice,eine Frau mit einer fixen Idee, welche ihre ganze Haltung beeinflußt. Ich hatte eine harte Arbeit, ſie dazu zu überreden, daß ſie mich auf der Farm bleiben laſſe, aber nun iſt ſie eine ausgezeichnete Wirthin. Und ihr Sohn Martin iſt ein Kapitalburſche ein Gentleman von Natur.

Ja, ſein Benehmen gefiel mir, ausgenommen als er ſo zornig mit ſeiner Mutter fortging. Aber ſie war wirklich zu herausfordernd mit ihrer Predigt über Gleichheit, beſonders da dieſe Trevanard's zu einer guten alten Familie in Corn⸗ wall gehören. Iſt es nicht ſo, Churchill?

Ja, Liebe. An den Vorſilben Tre, Pol und Pen kannſt Du die echten Männer aus Cornwall erkennen. Ich glaube, dieſe ſind von den Original⸗Tres. Und wunderbare Land⸗ wirthe. Man kann ſchwer zu viel aus ihnen machen.

Wiſſen Sie etwas über ihre Tochter? fragte Maurice Mr. Penwyn.

Ja, ich habe von ihr gehört, aber ſie niemals geſehen. Ein armes, ſtumpfſinniges Geſchöpf, glaube ich.

Nicht ſtumpfſinnig, aber verwirrt. Ihr Geiſt hat ſich ohne Zweifel durch irgend einen großen Kummer alterirt. Soviel ich vermuthen kann, muß ſie Jemanden geliebt haben, der in höherem Range ſtand, als ſie, und er hat ſie ſchlecht behandelt. Ich halte das für die Urſache, warum Mrs. Tre⸗ vanard ſo bittere Dinge über Ungleichheit der Stellung aus⸗ ſprach.

Ein vollkommen genügender Grund. Ich werde Mrs. Trevanard nie wieder zürnen, ſagte Madge.

Das Herrenhaus ſah heute viel fröhlicher und heiterer aus, mit den ab⸗ und zugehenden Dienern, den großen Roſen⸗ bouauets auf allen Tiſchen, den Blumengeſchirren zwiſchen

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den Fenſtern, den neuen, auf den Tiſchen ausgeſtreuten Büchern, und nachdem die Decken von holländiſcher Leinwand von den Möbeln verbannt waren und zwei hübſche Frauen durch ihre Gegenwart der Szene ihren Reiz liehen.

Niemals hatte Maurice Cliſſold Gatte und Gattin ſo voll⸗ kommen glücklich, oder ſo ganz für einander paſſend geſehen, als dieſe Zwei es ſchienen. Das häusliche Leben zu Penwyn war wie eine Idylle. Einfaches, ungeheucheltes Glück zeigte⸗ ſich in jedem Blick, in jedem Wort und Ton. In allen Dingen war gerade jenes Maß von Fülle und Luxus, welches das Leben ſanft und angenehm macht, ohne die geringſte Oſten⸗ tation. Komfort herrſchte überall, und Churchill verfiel in keiner Weiſe in die Fehler der gewöhnlichen Menſchen, die von Entbehrung plötzlich zu Wohlſtand gekommen. Er ſprach niemals von ſeinem Reichthum und ſagte auch nicht achſelzuckend zu ſeinen Freunden, daß er gerade genug habe ſür Brot und Käſe. Er nahm die Dinge, mit einem Worte, ruhig hin.

Als Gatte war er, nach Viola's Worten,einfach voll⸗ kommen. Es war unmöglich, mehr Ergebenheit zu zeigen, und doch nichts weniger als aufdringlich zu erſcheinen. Sein Geſicht wendete ſich niemals gegen ſeine Gattin, ohne ſich aufzuhellen, wie eine Landſchaft unter einem plötzlichen Sonnen⸗ blick. Und doch gab es nichts zwiſchen dieſen zwei verheira⸗ teten Liebenden, das hätte als läppiſch verurtheilt werden können, aber Jeder konnte begreifen, daß ſie einander Alles in der Welt waren.

Viola hatte ihre Anſicht über Mr. Penwyn ſeit Langem geändert. Hatte ſie einſt gedacht, er ſeinicht ganz artig, ſo war ſie nun dazu gekommen, ihn als anbetungswürdig zu betrachten. Für ſie war er ganz Großmuth und Güte ge⸗ weſen, er hatte ſie in jeder Weiſe behandelt, als ob ſie ſeine eigene Schweſter geweſen wäre, und eine ſehr geliebte Schweſter. Sie hatte die möglichſt hübſcheſte Reihe von Zimmern zu Penwyn, ein Pferd von Churchill's eigener Auswahl, ihr eigenes Piano, ihr eigenes Mädchen, und mehr Taſchengeld, als je zuvor in ihrem Leben.

Es trifft Churchill etwas hart, daß er für zwei junge Frauenzimmer ſorgen muß, ſtatt für eines, bemerkte Viola zu ihrer Schweſter;aber er iſt ſo göttlich gut dabei ſie war eine junge Lady, die ſtarke Beiworte liebte daß ich kaum daran denke, was für ein Schwamm ich bin.

Und dann kamen ſchweſterliche Umarmungen und Pro⸗ teſtationen. So bildeten die Bewohner von Penwyn die glücklichſte Familie.

Maurice erfreute ſich ſeines Tages in Penwyn. Nach dem Gabelfrühſtück ſpazierten Alle in den Park, Churchill und ſeine Gattin immer Seite an Seite, ſodaß der Gaſt die hübſche Miß Bellingham zu ſeiner Gefährtin hatte.

Für einen anderen Mann könnte es gefährlich ſein, ſagte er zu ſich ſelbſt,aber ich habe meine Lektion gehabt. Mich ſollen keine Schönheiten mehr irreführen. Wenn ich mir je wieder geſtatte, mich zu verlieben, ſo muß es ein Mädchen ſein, das ausſieht, als ob ſie mich niederſchlagen könnte, wenn ich ſie beleidige. Ein Mädchen, mit ſoviel Charakter im Ge⸗ ſichte, wie die arme Schauſpielerin, der James ſo zugethan war. Ich glaube, ich würde lieber eine Klytemneſtra nehmen als eine Helena. Ich wage zu behaupten, daß Menelaos glaubte, ſein Weib ſei ein Muſter von Unſchuld und Rein⸗