Jahrgang 
1 (1879)
Seite
263
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Kaum daß er ſich einmal in der Woche, am Sonntag Nach mittag, durch recht ſchönes Wetter verleiten läßt, ſeine Sprech⸗

ſtunden nicht einzuhalten. Und heute iſt erſt Freitag. Erich dürfte es auch gar nicht auffällig machen mit dem Spazieren⸗

gehen; Robert ahnt ſonſt etwas und glaubt, ich wolle ihn gewaltſam wieder an mich ziehen. Das möchte ich um Alles nicht, ich müßte mich zu Tode ſchämen. Nein, lieber ſterben!

Und Meta brach in erneute Thränen aus.

Aber was Du da ſagſt, iſt ja ganz vortr efflich, ſagte Adele etwas ungeduldig.Robert darf natürlich nicht merken, daß wir hinter Erich ſtecken. Auch können wir ruhig bis Sonntag warten, dann ſind ja erſt die drei Tage um, die der ſtrenge Bräutigam Dir als Friſt ſtellte. Bis dahin mag er nur harren und ſich ängſtigen, Du wirſt ihm nur theurer dadurch. Es wäre gut, wenn wir Erich ſogleich mit unſerem Plane bekannt machten. Er brauchte dann nicht ſo plötzlich mit der Idee des Spazierganges gegen Robert herauszurücken. Laſſe Deinen Bruder zu Dir bitten.

Zögernd erwiderte Meta:

Erich kommt nicht mehr in mein Zimmer, ſolange Du bei uns biſt. Du warſt ſo unfreundlich gegen ihn.

O, Mädchen, ſo ſtolz lieb' ich den Mann! rief Adele ſchwärmeriſch.Dein junger Bruder imponirt mir wirklich mehr, als alle die bärtigen Herren in meiner Vaterſtadt, die auf meine Unfreundlichkeiten nur ſüße, ſchale Redensarten entgegneten.

Ich will hinab, mit Erich ſprechen, ſagte Meta, ohne auf dieſe Aeußerungen zu achten.

Ich gehe mit Dir, ich muß ihn auf mehrere Kleinigkeiten aufmerkſam machen und ihm vor Allem Klugheit und Vorſicht empfehlen.

Hurtig trippelte Adele ihrer Couſine voran.

Erich verließ, überraſcht von dem unerwarteten Beſuche, ſeinen Schreibtiſch. Meta's Hand führte er voll Zärtlichkeit an ſeine Lippen, für Adele hatte er nur eine leichte, ſteife Verbeugung.

Er ließ ſich bald für den Plan der Mädchen gewinnen, nur beſtand er darauf, daß, ſtatt Adelen, Frau Felden Meta bei dem Rendezvous im Walde begleiten ſollte. Vergebens machte Adele Einwendungen und ſprach von ihrer Vermittler⸗ und Verſöhnungskunſt. Erich wandte nicht einmal den Kopf nach ihr und beharrte auf ſeinem Verlangen. Endlich hatte er ſeinen Willen durchgeſetzt und dagegen verſprochen, Robert mit keiner Silbe anzudeuten, woher der Impuls zu dem improvi⸗ ſirten Spaziergange käme.

Nun eilten die Mädchen zu Frau Felden, um auch dieſe einzuweihen. Auf der Treppe flüſterte Adele:

Dein Bruder iſt ein herrlicher Mann. Er volle Achtung erworben!

hat ſich meine

8. Kapitel.

Eine unbehagliche Stimmung bedrückte die Bewohner des Felden'ſchen Hauſes. Meta's Vater hatte auf ſeine wieder⸗ holten Fragen nach Robert von der wahren Sachlage verſtändigt werden müſſen; er machte nun ſeiner Tochter heftige Vorwürfe, ſagte ſelbſt ſeiner ſonſt ſo ſehr geſchonten Frau einige harte Worte, und der arme Erich konnte ihm gar nichts mehr zu Dank machen, ſondern vernahm nur Tadel und Verweiſe. Adele

Concordia.

263 wagte kaum, einen Schritt aus ihrem Zimmer zu thun; Alle ſahen mit ſcheelen Blick auf ſie, in Aller Augen las ſie die bitteren Vorwürfe, welche laut zu äußern man nur aus Rück⸗ ſichten der Gaſtfreundlichkeit unterließ. Erich vergalt ihr den Stolz, mit welchem ſie ihm zuerſt begegnet war, in ausgiebigſter Weiſe. Sie kam nicht mehr dazu, ihm zu imponiren mit ihrer jungfräulichen Würde, ſie verſuchte es auch nicht mehr, er hätte ja doch keinen ihrer Eisblicke bemerkt, auf keines ihrer verletzenden Worte geachtet. Trotz der üblen Behandlung, die ihr wider⸗ fuhr, konnte ſie ſich nicht entſchließen, den ſchlecht verhehlten Wünſchen ihres Oheims und ihrer Tante entgegenzukommen und nach Hauſe zu reiſen. Es ſei ihre Pflicht, die Entwickel⸗ ung der Dinge abzuwarten und Meta mit ihrem Rathe zur Seite zu ſtehen, dachte ſie, ſo oft ſie ſich verſucht fühlte, den finſteren Mienen, die ſie um ſich ſah, zu entfliehen. Was ſie aber wirklich bei ihren Verwandten zurückhielt, das wagte ſie ſich nicht völlig zu geſtehen. Es war der Wunſch, Erich zu verſöhnen, ihm näherzukommen, ſein Wohlgefallen, ſeine Freund⸗ ſchaft zu erringen und vielleicht noch etwas mehr.

Meta befand ſich in einem bedauerungswürdigen Zuſtande. Eine peinigende Ruheloſigkeit hatte ſich ihres ganzen Weſens bemächtigt. Vom Fenſter an das Piano gehen, von dieſem haſtig aufſpringen, um an Adele eine Frage zu ſtellen, ihren Kopf in die Kiſſen des Divans drücken und gleich darauf, wie von einem Dämon aufgejagt, wieder an das Fenſter eilen, das waren die Kreisbewegungen, mit welchen ſie die Stunden verbrachte. Sie konnte weder eſſen noch ſchlafen, und als ihr Erich vollends ſagte, daß ſein erſter Verſuch, Robert zu dem Spaziergange zu bewegen, mißglückt ſei, daß befiel ihren Körper ein heftiges Zittern und ſie weinte ſo krampfhaft, daß es wahrhaft erſchütternd anzuſehen war. Vergebens betheuerte Erich, er wolle ſich morgen zur beſtimmten Zeit wieder bei Robert einfinden und ihn, wenn nöthig, in den Wald ſchleppen, ſie beruhigte ſich nicht. Erſt als er ſich erbot, ſogleich noch⸗ mals zu dem Erzürnten zu gehen und ihm von ihrer Reue zu erzählen, da wurde ſie plötzlich ſtill, verſicherte, daß ein ſolcher Schritt ſie vollends von dem Geliebten entfernen würde, und bat Erich, es bei dem feſtgeſtellten Plane bewenden zu laſſen; Robert würde ja doch noch zur Theilnahme an dem Spaziergange zu bewegen ſein.

Als Erich fort war, überließ ſich Meta von Neuem ihrer ſchmerzlichen Aufregung. Adele ſchlich ſich mit Troſtſprüchen zu ihr, murde aber zurückgewieſen undehatte noch einige unver⸗ blümte Anklageg zu hören. Keine Entſchuldigung, die ſie vorbrachte, beſtand vor Meta's Unwillen, die ſich endlich auf Erörterungen nicht mehr einließ und ſie aus dem Zimmer ſchickte.

Als ſich Meta allein ſah, ging ſie zum Fenſter und kühlte ihre brennende Stirn an den Scheiben. Plötzlich taumelte ſie zurück Robert trat in das gegenüberliegende Haus. Ja, es war ſeine hohe, ſchmiegſame Geſtalt, ſein ſchönes, dunkles Lockenhaar. Sie preßte die Hände an ihr ungeſtüm pochendes Herz, auf ihrem Geſichte wechſelten blitzartig Röthe und Bläſſe, in den Schläfen pulſirte es ſichtbar und die Lippen vermochten ein leiſes Stöhnen nicht zurückzuhalten. So erwartete ſie Roberts Wiedererſcheinen. Sie wollte ihren Stolz aufgeben, wollte ihn zu ſich heraufwinken, er würde gewiß kommen, und dann war Alles noch gut zu machen. Sie wollte wieder die

alte Meta werden; ſie vermochte ja dieſe Qualen nicht mehr