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Der alte Cartouche hatte bald das Defizit bemerkt, und bald auch die Urſache deſſelben entdeckt. Feſt ſtand es nun bei ihm, den Verbrecher dem Detentionshauſe zu übergeben,
daß er dort vielleicht gebeſſert werde.
Am Morgen ließ er Dominique rufen und erklärte ihm, er wünſche bei einem wichtigen Gang ſeine Begleitung, er möge ſich daher zum Ausgange bereit machen. Ohne Arg kleidete ſich der Knabe an und folgte dem Vater; doch ſiel es ihm auf, daß die Mutter einen ungewöhnlichen Abſchied von ihm nahm, bei dem ſie ſogar Thränen vergoß.
„Was hat das zu bedeuten?“ fragte er ſich.
Ein Wagen hielt vor der Thür; in ihm nahmen Vater und Sohn Platz.
„Wohin geht die Reiſe?“ fragte der Sohn leichthin.
„Das wirſt Du bald ſehen,“ antwortete ernſt der Vater.
Dominique begann Unheil zu ahnen, aber ſchwieg. Auch der Alte öffnete nicht mehr den Mund.
Der Wagen hielt jetzt vor dem Korrektionshauſe; der Vater ſtieg aus und läutete. Dieſen unbewachten Augenblick benutzte der Knabe, öffnete die andere Wagenthür und huſchte aus der⸗ ſelben; er wußte, was ihn bedrohte, er floh vor dem gefürch⸗ teten Gefängniß.
Auf dieſer Flucht haben wir ihn beim Beginn unſerer Erzählung geſehen.
Wir haben berichtet, daß Dominique und Sidi die Straße nach Paris eingeſchlagen. Dort ſollte der fernere Schauplatz für die Wirkſamkeit des nur zu reifen jugendlichen Ver⸗ brechers ſein. Im Beſitze von ſechstauſend Livres in Gold, hoffte der Jüngling in der franzöſiſchen Metropole ruhig abwarten zu können, bis ſich ihm dort ein Wirkungskreis gebildet oder eröffnet hatte. Daß die Seinen aber in dem eleganten Herrn von Vert je den entflohenen Dominique ahnen würden, glaubte er nicht; als Edelmann wollte er ja doch in der Hauptſtadt Frankreichs leben, als Edelmann der damaligen Zeit in jeder Beziehung.
Auf der Landſtraße zogen die Beiden ſorglos dahin, lächelnd über die Schneeflocken, die um ſie herumſpielten, über den Eigenſinn ihrer Pferde, die an keinem Wirthshauſe unange⸗ halten vorbeigehen wollten.
Dominique erzählte Sidi von dem Pariſer Treiben, von ſeinen Plänen, und gern hörte ihm das junge Mädchen zu— der Geliebte war ihr unbewußt noch lieber geworden, ſeitdem ſie beide nicht mehr unter den anderen Gaunern weilten, die jede Regung des Herzens ſchonungslos und ſpöttiſch vernich⸗ teten. Jetzt konnte ſie ungekränkt ſchwärmen und ſelig ſich mit dem Jüngling Luftſchlöſſer bauen. Die Jugend ergeht ſich ſo gern in dem Reiche des Idealen, der Nichtwirklichkeit, daß es die Jugend zertrümmern heißt, ihr den Eintritt in das Para⸗ dies der Träume zu verwehren.
Sidi war des Abenteurens gewohnt, eine Reiſe zu Be⸗ ginn des Winters konnte ihr keine Erkältung bringen, wie man meinen ſollte, und doch war das der Fall, ſodaß die beiden jungen Leute ihren Wanderſtab nicht ſogleich nach Paris weiterſetzten, ſondern in Evreux in dem Gaſthofe zum weißen Roß blieben.
Im Grunde war dieſer Aufenthalt Dominique lieb; er konnte ſich in dieſen Tagen auf die Rolle vorbereiten, welche er in Paris zu ſpielen gedachte. Er übte ſich in den Karten und vervollkommnete ſich in der Kunſt des„corriger la fortune“.
Concordia. 261
Endlich glaubte er darin den Höhepunkt erreicht zu haben und kündigte nun Sidi an, die ſich in den vierzehn Tagen völlig erholt hatte, daß ſie am folgenden Morgen zu Wagen ihre Reiſe fortſetzen würden, um noch das Neujahr in Paris zu feiern.
„Morgen iſt Freitag,“ erwiderte das junge Mädchen,„und an einem Freitage, ſagte mein Mutter, muß man keine Reiſe antreten, ſoll ſie glücklich zu Ende geführt werden.“
„Aberglaube!“ rief es in Dominique's Innern, während ſeine Zunge ſagte:„Ja, ja, liebes Kind, aber wir treten ja auch morgen keine Reiſe an— wir ſetzen die unſere nur fort.“
„Mir iſt es, als ſollten wir morgen noch raſten,“ wandte Sidi ein,„ſonſt drohe uns Unheil.“
„Du biſt ein kleines Murmelthier, voll von thörichten Vorurtheilen.“
„Gewiß weißt Du mehr als ich,“ entgegnete ſie;„aber meine Mutter hatte auch ihre Erfahrungen.“
„Die ſie nicht vor dem Auspeitſchen ſchützten. Nun, be⸗ ruhige Dich; ich will der Todten nichts Böſes nachſagen, will Dich nicht kränken, Sidi. Komm', laß die Falten von der Stirne verſchwinden und gieb mir einen Kuß.“
„Nein, Dominique, das kann ich nicht; er wäre nicht auf⸗ richtig gemeint.“
„Närrchen, was ſchadet's?“
„Du haſt mir zu weh gethan.“
„Ich habe Dir auch gute Worte gegeben,“ verſetzte er. „Und nun ziere Dich nicht länger, umarme und küſſe mich — ich will es haben.“
„Und ich will nicht.“
Wild ſtampfte der frühreife Jüngling mit dem Fuße. Dicht trat er vor ſie hin.
„Sidi, ich warne Dich, mich nicht noch mehr zu reizen; ich denke, Du kennſt mich.“
„In dem Tone, in dem dieſe Worte geſprochen wurden, ſo
ruhig er ſchien, wogte die wilde Leidenſchaft des Despoten, grollte das drohende Brüllen des zürnenden Löwen. Das Mädchen ſenkte erſchreckt das hübſche blonde Lockenköpfchen und faltete wie unbewußt die Hände. Ein triumphirendes Lächeln flog über Cartouche's Antlitz.
„Herzchen, ich glaube, Du weinſt,“ ſagte er mit völlig veränderter Stimme.„Laß die Thorheiten und komm' in die Arme Deines Dominique.“
„Wie Du befiehlſt,“ bemerkte ſie gedrückt.
„Sidi, pfui! Du biſt mir noch böſe, Du zürnſt mir.“
Sie ſah ihn mit ihren lichten Augen an.
„Du haſt mir ſehr wehe gethan; aber ich liebe Dich doch.“ Und leidenſchaftlich ſchlang ſie um ſeinen Hals die Hände und bedeckte ſeinen Mund mit ihren glühenden Küſſen.
„Und wir reiſen morgen, trotzdem daß Freitag?“
„Ich bin Dein, Dein, ſolange Du mein biſt.“
„Und dann?“ fragte er leichthin.
„Und dann? Dann?“ widerholte ſie;„Dominique! wehe Dir, wenn Du mich verlaſſen könnteſt. Schlage mich wie einen Hund, ſtoß' mich mit Füßen— ich will nicht murren. Reißt Du Dich aber je von mir los, ſo—— O, ich mag es nicht denken. Nein, nein, ſo ſchlecht kannſt Du nicht ſein, ſo teufliſch nicht an mir handeln— ich müßte Dich ja haſſen und vernichten.“ 6*


