Jahrgang 
1 (1879)
Seite
257
Einzelbild herunterladen

wohl So lichen Um⸗ nd be⸗ halten mattet duſine derten uumen

nicht

Wagen l das daß in der idchen, Eſſen rrecht,

gſam

ct zu h nur 1. Du n, die

raber wenn dem e Er⸗ jeder⸗ t ent⸗ ſchon heilen, Theil⸗ r mir hnlich laber Uns zu nnich b mir ,, und u ver⸗

it ſah t nich in aus Auf⸗ aldige piegel hürte z mich n und daß e krand

Concordia. 257

und machtlos, ich dachte, ob wohl je eine Tochter ihren Vater ſo lieb haben könnte, wie ich den Vetter Ulih, und dabei er⸗ innerte ich mich unwillkürlich meines wirklichen Vaters und des unerträglichen Geheimniſſes, das er mir auferlegt, und ſeufzte tief.

So ſchnell es ging, vollendete ich meine Toilette, allein im Eifer, hinunterzukommen und den Vetter zu begrüßen, riß ich alle Falten aus dem Muſſelinrocke und verlängerte dadurch noch meine Wartezeit, da Jane den Schaden erſt wieder kuriren mußte. Infolge der Aufregung und Wärme war ich glühendroth geworden und konnte mich eigentlich kaum zeigen, doch meine Ungeduld ſiegte über die Eitelkeit, und ſo⸗ bald nur meine Toilette wieder in Ordnung gebracht war, lief ich nach dem Wohnzimmer. Dort ſtanden die Fenſter noch offen und ein leichter Zug bewegte die Vorhänge. Bei dem Echauffement, in dem ich mich befand, überlief mich ein leichtes Fröſteln. Der Vetter Ulih war aber noch nicht da.

Ich trat an das Klavier, das ſeit meiner letzten Abreiſe noch nicht wieder geöffnet war, und ſchlug einige Akkorde an, um ihm meine Anweſenheit anzuzeigen, doch er kam auch darauf nicht. Dieſes verdroß und verſtimmte mich, ich dachte, er könnte ſich doch auch wohl etwas mehr beeilen, nun er wußte, daß ich wieder im Hauſe war, und glaubte ſchon, er zögerte abſichtlich ſo ſehr. Die Eßglocke ertönte zum zweiten Male, und die Couſine Marcia, die jederzeit pünktlich war, trat herein.

Iſt der Vetter Ulih denn immer noch nicht fertig? fragte ich ungeduldig,ich hörte ihn vor längerer Zeit doch ſchon auf der Treppe; er braucht lange zum Umziehen.

Nun, warum ſollte er ſich auch übereilen? erwiderte die Couſine geziert; ſie hatte es von jeher ſtets ignorirt, daß ich ein beſonderes Intereſſe für den Vetter Ulih und er für mich haben könnte, und wenn ich einmal offen mit meinen Ge⸗

fühlen hervortrat, ſo war ſie eifrigſt bei der Hand, mich von meiner Unbedeutenheit zu überzeugen.

So wie mein Bruder fertig iſt, kommt er; ſollteſt Du zu hungrig ſein, ſo kannſt Du ja einen Zwieback eſſen.

Bevor ich jedoch meinen Unmuth zu erkennen geben konnte, trat er in's Zimmer. Ich eilte ihm entgegen, um ihn zu be⸗ grüßen, doch irgend etwas in ſeinem Weſen oder vielleicht auch mein eigenes Herz machte mich ſtocken, und ſchüchtern und er⸗ röthend hielt ich mitten im Zimmer an und erwartete die erſte Begrüßung von ihm.

Nun, Petronel, ſagte er freundlich, doch, wie mir ſchien, nicht ſo herzlich wie früher,ſo haſt Du Deine Profeſſoren glücklich noch um einen Monat geprellt! Doch Du biſt wirklich magerer geworden, ich denke aber, die kräftige Koſt hier im Hauſe bekommt Dir, und wenn Du einige Seebäder genommen haſt, biſt Du in vier Wochen wieder die Alte. Wenn Du ſoweit biſt, Marcia, laß uns hinuntergehen! Damit ſchloß er und wir gingen in's Eßzimmer.

Konnte ich anders, als mich enttäuſcht fühlen? Wie hatte ich mir das Wiederſehen mit meinem lieben Freunde aus⸗ gemalt und wie mich auf ſeinen herzlichen Willkomm gefreut! Und nun ſprach er kaum zwölf Worte mit mir, und auch dieſe nur in einer ſo gewöhnlichen Art und Weiſe, als ob er mit einem beliebigen Bekannten, den er am Tage zuvor zu⸗ letzt geſehen, ſpräche. Mir war zu Muthe, als ob mir das Herz und der Hals zugeſchnürt würden, und ſo ſehr ich auch gegen meine Erregung kämpfte, ſo war ich doch kaum im Stande, meine Speiſen hinunterzubringen. Die Unterhaltung ging ihren gewöhnlichen Gang, ich achtete aber nicht darauf und nahm keinen Theil daran, bemerkte indeß zu verſchiedenen Malen deutlich, daß der Vetter mich eindringlich anſah und dabei das Eſſen zu vergeſſen ſchien.

(Fortſetzung folgt.)

Der Räuberkönig von Paris. Roman von Wilh. Grothe. (Fortſetzung.)

Dominique ſuchte, nachdem er Orgowani verlaſſen hatte, die Geſellſchaft auf, bewegte ſich in derſelben eine halbe Stunde, ſodann ging er in⸗den Stall, zog ein Pferd hervor, half dem Stallknecht es ſatteln und ritt, eine Melodie pfeifend, ruhig aus dem Thore von Maſſard. Er ſchlug einen Weg ein, der ihn bald den Augen der Schloßbewohner entziehen mußte. Als er nicht mehr wahrgenommen werden konnte, ſtieß er dem ſchönen Thiere die Ferſen in die Weichen und flog auf der Straße dem nächſten Dorfe zu.

Vor demſelben lag ein Haus, welches Jean Ruiſſot be⸗ wohnte.

Hier hielt er an, ſprang aus dem Sattel und pochte. Die Thür öffnete ſich bald und Jean Ruiſſot ward ſichtbar, ein Landbewohner von unterſetztem Körperbau in normänniſcher Tracht, wie ſie ſich in einigen Strichen dieſes Landes bis heute er⸗ halten hat. Die Züge des Geſichtes waren roh und ohne geiſtigen Ausdruck, und doch blitzte das Auge in unbewachten Momenten eigenthümlich, doch hatte es hin und wieder den lauernden Blick der wilden Katze.

Ah, Ihr ſeid es, Herr Dominique.

Iſt Madame d'rinnen?

Gewiß, ſie kehrte vor einer halben Stunde von ihrem Spaziergange zurück.

Von ihrem Spaziergange?

Der Bauer nickte. Cartouche gab ihm die Zügel, befahl ihm, jede Störung abzuhalten, und trat in das Haus. In dem Hinterzimmer fand erla grive auf einem Stuhl ſitzend, die Beine auf den hölzernen Schemel vor ihr gelehnt.

Ah, Du biſt es, Dominique! empfing ihn das Mädchen, ich hatte Pierre erwartet.

Der hat wo anders zu thun, erwiderte Cartouche. Was hatteſt Du aber am Kreuze? Hatte ich Dir nicht ge⸗ ſagt, daß der November kein Monat zu Spaziergängen iſt?

Pah, mein Lieber, ich hatte einmal Luſt dazu!

Natürlich, Du harmonirſt ja mit Rochambeau.

Ich wollte, Du hätteſt Luſt gehabt, mit mir ſtatt mit der Sidi zu harmoniren.

Biſt Du eiferſüchtig auf das Kind? verſetzte Cartouche.

Nein, aber ich ärgere mich, daß ſolch' ein kleines

Ding 33