Jahrgang 
1 (1879)
Seite
249
Einzelbild herunterladen

n, daß kleinen

Wort e? 9, diſchen

e ganz

ſeiner unfang in Die⸗ it gut te da⸗ atimen ar das

nuf an,

jeher gut zu jhah es, ehoben um ſo lender⸗ lbe in ett be⸗ t ſein. ändert ct Dir

Miene,

en zum zar mir z nicht ir auch t wird; glaubſt, n. Es e, und her auf n Frei⸗ Aler es Vel⸗ ürde ſie Haupt⸗ ct los⸗ etracht n Auge isherige ehr als nd zwar meinem

Concordia. 249

ſondern auch noch jenen auf den Hals bekommen; ich könnte immer von Neuem zahlen und würde nie die Sicherheit Eures Schweigens haben. Ich ziehe vor, Dich an meiner Angel zappeln zu laſſen, indem ich Dir ſage, es bleibt zwiſchen uns beim Alten und Du wirſt abwarten, bis ich für gut befinde, Dich mit einer hübſchen Summe abzufinden und fortzuſchicken. Plauderſt Du, ſo jage ich Dich ohne jene fort; machſt Du Deine unſinnige Drohung wahr, darfſt Du ohnehin auf nichts rechnen. Nun geh' und thue, wie Du für gut befindeſt!

Paul ging wirklich; dumm und feig wie er war, ſchüchter⸗ ten ihn Römer's Argumente ein, wie ihn Falk's böſer Rath aufgeſtachelt hatte.

Aber wie ſah es mit Römer aus? ihm war keines⸗ wegs ſo ruhig um's Herz, wie er zuletzt geſprochen hatte. Er zitterte, wenn er daran dachte, daß ſeine Gemahlin von ſeiner fatalen Begegnung mit Weidenholz unterrichtet werden könnte. Außerdem ſtanden Familienglück, Anſehen, Ruf und Ehre auf dem Spiele, im ſchlimmſten Falle ſogar Freiheit und Zukunft. Es war ein harter Schlag, der ihn ganz unerwartet traf.

Als ſich Römer einigermaßen von dem Stoße, welchen ihm Paul Graupner verſetzte, erholt hatte, begann er auf Mittel gegen fernere Bosheiten deſſelben zu ſinnen. Vergeblich ſuchte ſein Blick nach Demjenigen umher, welchem Paul ſein Ver⸗ trauen geſchenkt haben konnte, um ſich zugleich von ihm auf⸗ hetzen zu laſſen. Er fand Niemand heraus, den er mit ſolchem Verdachte belaſten konnte. Dagegen glaubte er in Betreff des Dieners die rechte Anordnung getroffen zu haben. Im Verlauf ſeiner Erwägungen mußte ihm naturgemäß die Wich⸗ tigkeit des Ausſpruchs der beiden Aerzte, welche den Tod des Weidenholz feſtgeſtellt hatten, in's Auge ſpringen. Er zog ſo⸗ fort Erkundigungen über dieſelben ein. Der frühere Arzt des Bankiers war bereits geſtorben; doch Doktor Rohrbeck war nicht allein noch am Leben, ſondern erfreute ſich in gewiſſen Kreiſen einer großen Popularität. Römer hatte jener Zeit das anſehnliche Honorar an Rohrbeck geſchickt; denn die Seiten⸗ verwandten, welche die eigentlichen Erben von Weidenholz geworden, bekümmerten ſich nicht weiter um den jungen Arzt. Jetzt ſuchte er deſſen Bekanntſchaft zu machen und beſtellte ihn, wie er erklärte, mit Rückſicht auf ſeinen guten Ruf, zum Haus⸗ arzte. Er glaubte ſich dadurch für den Nothfall eine Stütze geſchaffen zu haben.

Es dauerte geraume Zeit, bis Paul einmal wieder mit ſeinem Freunde zuſammenkam; natürlich machte er demſelben Mittheilung von ſeinem verfehlten Unternehmen, indem er vielleicht auf Billigung deſſelben rechnete. Aber da kam er ſchön an. 3

Du dümmſter aller dummen Teufel! ſchrie ihn der Bankier an,wer hat Dir denn eine Silbe davon geſagt, daß es jetzt noch Zeit dazu ſei. Der plumpe Hieb war gleich nach geſchehener Sache anwendbar, doch nicht jetzt. Konnteſt Du mich nicht erſt fragen? Römer iſt übrigens ein ſchlauer Fuchs, wie ich merke; mit dem wirſt Du allein nicht fertig, zumal jetzt, wo er gewarnt iſt!

Darum hat er gewiß auch den Doktor in's Haus ge⸗ nommen, meinte Paul kleinlaut.

Welchen Doktor? fragte Falk aufmerkſam.

Paul Graupner ergänzte ſeine frühere Erzählung, indem er Mittheilung über Rohrbeck's Thätigkeit bei dem fraglichen

Falle und das ihm von Römer dafür bezahlte Honorar machte.

Falk zog die Luft durch die Zähne, daß ſie einen pfeifen⸗ den Ton gab.

Che! rief er hiernach ſpöttiſch,da haben wir ja eine ganze Bande ein vollſtändiges Komplot. Sie könnten ſich doch in Betreff der Anſicht des Gerichts täuſchen, Herr Römer! Aber er hat recht, vor Gericht darf der Fall nicht kommen, wenn Du Vortheil aus demſelben ziehen willſt, oder

Falk brach, ernſthaft werdend, ab; Paul ſah ihn faſt ängſt⸗ lich an.

Wie ſoll ich denn das anfangen? fragte Paul gedrückt.

Ich muß mich erſt beſinnen, antwortete ſein würdiger Freund;aber, lieber Paul, bei mir wäſcht eine Hand die andere. Wenn ich mich Deiner annehmen ſoll, mußt Du Gegendienſte leiſten. Sie ſind nur leicht und ich verlange ſie nicht einmal umſonſt. Du mußt mir über alle Vorgänge im Hauſe Deines Herrn Mittheilung machen willſt Du?

Wenn es weiter nichts iſt! meinte Paul.

Nein nur das iſt es; wie wir eine ſtets fortlaufende Verbindung unterhalten, werde ich mir erſt noch überlegen. Nun aber merke auf. Römer will Dich nicht von ſich laſſen; gut! Das iſt das Fundament, auf welches Du Dich ſtellen mußt, um der Quäler für Alle im Hauſe, der böſe Geiſt des Hauſes zu werden. Hohn, Spott und Schabernack für Jeden, muß Deine Looſung ſein. Nebenbei ſuchſt Du durch erlaubte wie unerlaubte Mittel, zu Gelde zu kommen. Du läßt es eben darauf ankommen, ob er Dich nicht endlich von ſich weiſt, und dann weißt Du, zu wem Du gehſt. Im letzen Akte des Stückes werde ich vielleicht auftreten. Verwirrung, Aerger und Verdruß müſſen im Hauſe gar kein Ende nehmen, der Zank täglich ſich erneuern. Jagt er Dich indeſſen nicht fort, ſo mußt Du Herr im Hauſe werden. Iſt das einige Jahre durchgeführt und die Geſellſchaft mürbe gemacht, werden wir ja weiter ſehen. Nur Eins noch: der Anfang dieſer neuen Zeit muß ſucceſſive ſtattfinden. Du kannſt mit dem niedrigſten Dienſtboten beginnen und dann höher ſteigen. Haſt Du mich verſtanden?

Paul kraute ſich hinterm Ohre.

Verſtanden wohl, meinte er,aber

Kein Aber! rief Falk,fange nur erſt an, und Du wirſt ſehen, daß es Dir bald Spaß macht o, es iſt ein wahrer Hochgenuß, Menſchen ſo recht zu ärgern!

Mir iſt bange! ſtöhnte Paul.

Nachtmütze! rief der Bankier unwillig,ſo laß es bleiben und mich ungeſchoren!

Nun ich will verſuchen ſtotterte Paul.

Recht ſo! ſagte ſein werther Freund,Hinterhalt haſt Du!

Sie ſchieden und Falk rieb ſich vergnügt die Hände, als der dumme Teufel ging. Noch hatte er wohl keinen beſtimmten Zweck dabei, daß er für einen Spion im Römer'ſchen Hauſe ſorgte. Aber wer konnte wiſſen, was die Zukunft brachte. Auch geſchah es gewiß nicht aus reiner Theilnahme für Paul, daß er ſich im Verborgenen zu Römer auf einen feindſeligen Fuß ſtellte, vielmehr trieb ihn wohl das boshafte Naturell ſeines Charakters und Neigung zu hinterliſtiger Intrigue, die von ihm beliebte Handlungsweiſe anzuwenden.

32