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wandelt, welche von der eiſernen Hand eines alten Praktikers in Ordnung gehalten werden muß!“
Weidenholz zeigte ſeine maſſive Hand, um einige kräftige Griffe mit derſelben zu machen.
„Aber wie ſtehen Sie denn da, junger Herr,“ fuhr er fort,„hören Sie es in der Ferne donnern, oder wiſſen Sie noch von nichts? He?“
Römer ſtand wirklich wie verſteinert vor Erſtaunen da. Eine ſo bodenloſe Gemeinheit, wie ſie von dieſem Menſchen zur Schau getragen wurde, hatte er noch nicht kennen gelernt, überhaupt nicht für möglich gehalten.
„Ich weiß Alles!“ brach er plötzlich in überwallendem Zorne los,„nebenbei aber auch noch, daß Sie der ärgſte Schurke ſind, welchen die Erde trägt!“
„Oho!“ rief Weidenholz; es war eigentlich Regel bei ihm, auch auf Grobheiten in Form eines Scherzes zu antworten. Doch der„Schurke“ mochte ihm, namentlich von dem jungen Manne, doch etwas zu ſtark ſein.„Oho, Freundchen!“ wieder⸗ holte er,„vergeſſen Sie nicht, daß Sie mit Ihrem Herrn ſprechen!“
„Sie waren nie mein Herr!“ fuhr Römer fort,„und wäre es der Fall geweſen, ſo hätte das Verhältniß ein Ende gehabt, ſeit ich von Ihrer gemeinen Sinnesart überzeugt wor⸗ den und von Ihrer ſchändlichen Handlungsweiſe Kenntniß er⸗ hielt. Ich würde Sie ſogar nicht mehr eines Wortes werth achten, wenn es nicht—“
„Junger Mann, mäßigen Sie ſich— oder Weidenholz auf.
„Schweigen Sie, Herr, um mich zu hören!“ rief Römer, kaum mehr Herr über ſich;„wagen Sie noch ferner, das un⸗ glückliche Weſen, welches Sie durch Hinterliſt, Verrath und Betrug in Ihre Gewalt bekommen, zu quälen, ſo werde ich Sie mit allen mir zu Gebote ſtehenden Mitteln bekämpfen, bis ich Sie zu Boden geworfen habe, um Sie zu zertreten, wie ein giftiges Reptil!“
Der Bankier war aufgeſprungen; eine dunkle Röthe legie ſich über ſein Geſicht. Er verſuchte zu ſprechen und den jungen Mann zu unterbrechen. Doch die plötzlich in ihm auf— ſteigende Wuth verhinderte es; was er hervorbrachte, ging nur in ein lautes Keuchen über.
„Mir das—“ ſtotterte er endlich,„im eigenen Hauſe— Bube—!“
Da ihm die Sprache nicht gehorſamte, wälzte er ſich einen Schritt vor und ſchlug nach dem, von ihm ſchon ſo ſchwer gekränkten jungen Manne. Römer fing den Schlag mit der linken Hand auf, ergriff den Wüthenden mit der Rechten bei der Bruſt und ſchleuderte ihn auf das Sopha zurück, wo er ſich, nach Luft ringend, umherzuwälzen begann.
Die beiden Streitenden hatten nicht bemerkt, daß ſchon vorher die Thür geöffnet worden und der im Vorzimmer be⸗ findliche Diener des Bankiers in derſelben erſchien. Derſelbe trat jetzt näher, ergriff eine Waſſerflaſche und ſchüttete deren Inhalt über den, an einem heftigen Erſtickungs⸗Anfalle leiden⸗ den Mann aus.
„Nun wird er doch noch an ſeinem eigenen Gifte ver⸗ enden!“ flüſterte der Diener, zu Römer gewendet;„er hat dieſe Anfälle ſeit kurzer Zeit öfter. Es iſt überhaupt nicht mehr mit ihm auszuhalten, ſeit—“
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Concordia.. 225
Weidenholz riß den Mund weit auf, erbleichte, fiel zurück und blieb regungslos liegen. Die Augen ſtarrten glanzlos aus den Höhlen hervor. Römer erbleichte vor Schreck und ſtand rathlos da.
„Alle Wetter!“ rief der Diener Paul, damals noch ein junger Menſch,„es geht wahrhaftig zu Ende. Machen Sie, daß Sie fortkommen, Herr Römer, damit Sie Niemand ſieht. Ich werde das Weitere ſchon beſorgen!“
„Kommen Sie, ſobald Sie können, nach dem Hotel de Rome!“ raunte Römer dem Menſchen zu und folgte eilig ſeinem Rathe. Kaum hatte er das Zimmer verlaſſen, als auch der Diener auf die Straße lief, um ſich nach einem Arzte umzuſehen. Der Zufall wollte, daß er auf Rohrbeck ſtieß, den er einmal mit„Herr Doktor“ anreden gehört hatte. Er führte ihn zu dem Bankier, und als Rohrbeck denſelben unter⸗ ſucht und einige vergebliche Belebungsverſuche gemacht, that er den klaſſiſchen Ausſpruch:
„Todt! durchaus todt! gänzlich todt! kann nicht todter ſterben! Iſt am eigenen Fette erſtickt!“
Damit wollte er ſich entfernen.
„Ihre Adreſſe, Herr Doktor!“ bat der Diener.
Rohrbeck gab dieſelbe und entfernte ſich jetzt wirklich, wahr⸗ ſcheinlich ohne Hoffnung, daß man ſeinem Urtheil eine klingende Anerkennung zollen werde.
Der bisherige Arzt des Bankiers gab ſpäter daſſelbe Ver⸗ dikt ab und die vorgenommene Sektion beſtätigte beide Ur⸗ theile vollkommen.
11. Kapitel. Der Störenfried.
Zehn bis elf Jahre waren ſeit dem zuletzt geſchilderten Ereigniſſe vergangen.
Paul Graupner's Vorſicht und Klugheit hatten verhindert, daß über Arwed Römer's Begegnung mit Weidenholz etwas in die Oeffentlichkeit gedrungen war.
Römer hatte Paul's Dienſtbereitwilligkeit und Verſchwiegen⸗ heit ſofort reichlich belohnt. So wie deſſen bisheriges Verhält⸗ niß gelöſt worden, hatte er ihn außerdem in ſeine Dienſte genommen.
Die Herſtellung des früheren Verhältniſſes zwiſchen den Liebenden fand ohne Schwierigkeit ſtatt und nach Jahresfriſt traten Beide vor den Traualtar, um ihre Verbindung für das ganze Leben zu ſchließen.
Schon vorher hatte Römer, inzwiſchen mündig geworden, die Verwaltung ſeines Vermögens übernommen und ein Bank⸗ geſchäft eröffnet. Die Schweſter Römer's ſchloß ſich dem
Hausſtande des Bruders an und auch ihr Vermögens⸗Antheil 9 h ih g—
kam dem jungen Geſchäft zu ſtatten. Vermögen, Bildungsgrad, Chrenhaftigkeit und Solidität
Römer's verſchafften ihm ſehr bald einen guten Ruf und ſeiner
Firma eine allgemeine, achtungsvolle Anerkennung. Römer's Ehe ward als eine muſtergiltige gerühmt, und
als ihn ſeine Gemahlin mit einem Töchterchen beſchenkt hatte,
fehlte nichts mehr zum vollen Glücke des Paares.
Im Römer'ſchen Hauſe gab es überhaupt nur zufriedene und glückliche Menſchen; beſonders ſchien ſich der Diener Paul mit großem Behagen ſeiner ſorgenfreien Lage zu erfreuen.
Paul Graupner war, als ſein früherer Herr eines plötz⸗
lichen Todes verſtarb, noch ein junger Burſche und durfte 29—


