Jahrgang 
1 (1879)
Seite
223
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Brautſchatzes geweſen waren, offenbar in der Abſicht, dem Gaſte einen Begriff von ihrer Wohlhabenheit zu geben.

Euer Zimmer iſt bereit, Mr. Cliſſold, ſagte ſie,und hier iſt eine Kerze für Euch.

Maurice beachtete den Wink und bot ſeinen neuen Freun⸗ den Gute Nacht. Er folgte Frau Trevanard die breite alte Treppe empor bis an das Ende eines Korridors. Das Zim⸗ mer, in welches ſie ihn führte, war groß und einſt wohl ſchön geweſen, aber irgend ein Barbar hatte das Eichengetäfel roth gefärbt, und das Schnitzwerk oberhalb des Kamines war durch die fleißigen Meſſer verſchiedener Generationen von Schul⸗ jungen entſtellt; in dem Fenſter waren mehrere der kleinen Scheiben gebrochen und das Ganze hatte das Ausſehen von Verkommenheit. Ein Feuer brannte luſtig auf dem großen korbförmigen Roſte des Kamins, und indem es das Zimmer erhellte, machte es dieſe Spuren des Verfalles nur um ſo ſichtbarer.

Es iſt ein Zimmer, das wir niemals benützen, ſagte Mrs. Trevanard,wir haben uns deshalb auch nicht bekümmert, Geld darauf zu verwenden. Man braucht immer Geld genug auf Reparaturen, und wir wollen nichts auf unnütze Ver⸗ beſſerungen verſchwenden. Uebrigens iſt das Zimmer trocken und ich ſorge dafür, daß an ſonnigen Tagen die Fenſter ge⸗ öffnet werden, denn es giebt nichts Beſſeres als Luft und Sonne. Ich ließ das Feuer nur anmachen, damit es etwas heiterer iſt.

Ihr ſeid ſehr freundlich, erwiderte Maurice, erfreut

3 darüber, ſeine Reiſetaſche auf einem Stuhle neben ſeinem

Bette zu ſehen,und das Zimmer iſt ganz vortrefflich. Es ſieht ſehr reinlich aus.

Ich dulde keinen Schmuz, auch nicht in unbenützten Zimmern, antwortete Mrs. Trevanard.Das Auge einer

Hausfrau muß darauf ſehen, Spinnengewebe und Ungeziefer fernzuhalten. Gute Nacht, Sir!

Gute Nacht, Mrs. Trevanard! Nebenbei geſagt, Ihr habt doch keine Geiſter hier, wie Euer Sohn ſagte?

Ich hoffe, daß Ihr Beide, Ihr und er, an ſolchen Un⸗ ſinn nicht glaubet, Sir.

Natürlich; aber dieſes Zimmer ſieht ganz ſo aus, daß es Manche auf ſolche Gedanken bringen könnte, und wenn ich fähig wäre, an Geiſter zu glauben, würde ich gewiß die ganze Nacht wach liegen und auf eine Erſcheinung warten.

Jene, deren Glaube feſt begründet iſt, haben keine ſolchen Phantaſien, Sir, erwiderte Mrs. Trevanard ernſt und ſchloß ohne ein Wort weiter die Thür.

Das Zimmer ſieht trotz alledem geſpenſtiſch aus, mur⸗ melte Maurice und dann zitirte er, faſt ohne es zu wollen, die Verſe von Hood:

Ueber Allem ſchwebt hier Furcht und Schatten, Ein geheimer Schrecken füllt den Geiſt,

Und es hört das Ohr ein leiſes Flüſtern,

Das auf kalte Geiſterhauche weiſt!

Die Bettſtelle war maſſiv und ſtand auf ſtarken, ſpiral⸗ förmig gewundenen Füßen. Sie hatte eine dunkle Draperie, vom Alter verblaßt und zu klein für das große Holzwerk. Außerdem war ein altmodiſcher Wandſchrank da, von Ebenholz, deſſen geglättete Oberfläche das Kaminfeuer reflektirte. Ein dreieckiger Waſchkaſten, ein gewichtig ausſehender Kaſten mit Schubläden und einem Glasſchrank darüber vervollſtändigten die Einrichtung. Der Fußboden war ohne Teppich und zeigte Knoten und dunkle Flecke in dem wurmſtichigen Holze, die eine lebhafte Phantaſie für Spuren eines halbvergeſſenen Mordes hätte halten können.

(Fortſetzung folgt.)

Aus der Börſenwelt. Erzählung von Karl Schmeling. (Fortſetzung.)

Während Arwed Römer ſomit endlich in einem beſtimmten Wirkungskreiſe ſeine Thätigkeit entfaltete, hatte ſeine Schweſter Amalie den Schmerz zu erdulden, durch ihre Gefühle zu einem unwürdigen Individuum hingezogen zu werden, welches ſie in ſchamloſer Weiſe noch vor einer engeren Verbindung auszuziehen ſuchte. Zwar war dies inſofern ein Glück, als dadurch letztere verhindert wurde; doch die arme Amalie ward durch die ſchließliche Löſung des ſchon bis über die Ver⸗ lobung hinaus gediehenen Verhältniſſes im Stadium des Auf⸗ blühens ſchon geknickt und ſollte ſich nie wieder gänzlich von dem herben Schlage erholen.

Ein Jahr lief ſchnell dahin für den jungen Komptoiriſten. Derſelbe war inzwiſchen ſehr vertraut mit ſeinem Prinzipal geworden. Wenn auch nicht die Lebensweiſe des Bankiers, ſo ſagte dem jungen Manne doch ſeine gutmüthige Offenherzig⸗ keit ungemein zu; er fand in ihr einen Zug ſeines eigenen Innern wieder, und bei irgend einer Gelegenheit machte er den jovialen Herrn zum Vertrauten ſeiner Neigung, ſowie ſeiner Wünſche und Abſichten.

Weidenholz faßte die Angelegenheit in ſeiner Weiſe auf,

das heißt, ſie bildete für ihn einen koſtbaren Scherz, an dem

er ſich ſofort durch das Anerbieten zu betheiligen ſuchte, die bis⸗ her ſehr ſchwierige und deshalb ſeltene Korreſpondenz der Liebenden zu vermitteln, um dem harten Vater der jungen Dame einen Streich zu ſpielen.

So recht gefiel Römer jene Auffaſſung ſeiner Verbindung mit Marie Mohrmann nicht; doch das gemachte Anerbieten verlangte ſeine volle Berückſichtigung. Er ging auf daſſelbe ein und fortan ſpielte der würdige Bankier den Postillon d'amour des jungen Paares.

In dieſem Stadium blieb die Angelegenheit jedoch nur kurze Zeit. Herr Weidenholz ſchickte ſeinen Volontär auf Reiſen, die immer weitere Ausdehnung, zuletzt ſogar bis nach Amerika erhielten, wo ſich jener bei der Herſtellung von Eiſenbahnen betheiligt hatte.

Obwohl Römer dieſe Verwendung ſeiner Thätigkeit und ſeiner Perſon ſehr unangenehm war, konnte er doch die ihm gegebenen Aufträge nicht ablehnen; auch war zu berückſichtigen, daß er durch Ausführung derſelben ſeine Geſchäftskenntniſſe bedeutend erweitern mußte, und völlig fern lag ihm der Ge⸗ danke, unter ſeiner Verſendung etwas Arges zu ſuchen. Denn die Verbindungen des Hauſes beſtanden ja und von allen An⸗