Jahrgang 
1 (1879)
Seite
215
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Frau Felden bekümmert.

Concordia. 215

verurſachſt, Meta. Komm,, ſetze Dich her zu mir. Ich habe mit Dir zu ſprechen.

Beklommen gehorchte das Mädchen. Sie wagte nicht, in die Augen der Mutter zu blicken; ihre Wimpern blieben geſenkt.

Was ſollte Dein Benehmen geſtern gegen Deinen Ver⸗ lobten bedeuten? begann Frau Felden halb ſtreng, halb ängſtlich.Ich wußte nicht, womit ich Dich hätte entſchul⸗ digen können. Ich fand keine Worte, Robert' ſchmerzliche Verwunderung zu beruhigen. Wenn Du launenhaft werden willſt, ſo darfſt Du ſchon aus bloßer Klugheit den Verſuch dazu nicht vor der Ehe machen. Robert iſt nicht der Mann, Launen zu ertragen. Fängſt Du vor dem Vermählungstage damit an, ſo kann es geſchehen, daß Du ſeine Achtung und Liebe und ihn ſelbſt verlierſt. Kehrſt Du ſie ihm nach der Hochzeit heraus, dann wird er ſie ſchon zu beſeitigen wiſſen.

Ich bin nicht launenhaft, entgegnete Meta und ver⸗ ſuchte ihrer Stimme Feſtigkeit zu geben.Darf ich denn Robert's Willen auch nicht einmal widerſtreben, darf ich ihm keinen Wunſch verſagen? Welche Stellung werde ich als ſeine Gattin einnehmen, wenn ich mich als Braut ſchon zu ſeiner Sklavin erniedrige?

Wer brachte Dich auf Gedanken, Mädchen, die nicht Deinem eigenen Kopfe entſprungen ſein können? fragte O, ich begreife, das iſt der Einfluß Deiner exaltirten Couſine! Adele flößte mir ſtets eine Art von Widerwillen ein, trotzdem ich mich zur Liebe für ſie zwingen wollte. Du preßteſt mir die Einladung ab, die ich an ſie ergehen ließ. An Gefahr für meine vermeintlich herzens⸗ und geiſtesgeſunde Tochter dachte ich dabei freilich nicht, und doch bangte mir vor dem Eintreffen des ruheloſen, ungemüthlichen Mädchens. Und nun bringt ſie ſchon ſo bald Kummer und Verdruß in's Haus.

Schmähe Adele nicht, ich kann's nicht ertragen, bat Meta.Sie iſt ein edles, begabtes, nur etwas ungewöhn⸗ liches Weſen. Wir Alltagsmenſchen dürfen über ihren hohen Gedankenflug nicht richten, weil wir ihm nicht folgen können.

Eine Närrin iſt ſie, erwiderte die Matrone unwillig. Ich will nicht ungerecht gegen das Mädchen ſein, ſetzte ſie fanfter hinzu.Sie hat früh die Mutter verloren. Mein Bruder übergab ſie der ausſchließlichen Sorge einer alten Gouvernante, die, ohne feſtſtehende Erziehungsprinzipien, ſchwach und bequem zugleich, ihre Schülerin eigene Wege einſchlagen ließ. Ein unruhiges Naturell und eine, über ihren Verſtand vorwiegende Phantaſie wieſen Adelen an die Aufregungen der Romanlektüre, welcher ſie ſich bald ſchranken⸗ los hingab. Ihr Vater klagte mir über das Uebel, wußte es aber nicht zu beſeitigen, und mein Beſuch war zu kurz, als daß ich auf das Mädchen hätte wirken können. Ich räume alſo ein, ſie iſt zu entſchuldigen. Nimmer jedoch wäre Dir zu verzeihen, wenn Du Dich, nach geſunden Grundſätzen erzogen, mit Deinem hellen Kopfe durch Adelens verſchrobene Anſichten mißleiten ließeſt. Ich will denken, daß Du geſtern einen böſen Tag hatteſt, an dem irgend Etwas Dein Gemüth verſtimmte. Heute hoffe ich Dich aber wieder ganz ſo zu finden, wie ich es gewöhnt bin.

Meta ſenkte ihr Haupt noch tiefer, um die Thränen in ihren Augen zu verbergen⸗

Ich kann Dir nicht verſprechen, was wider meine Ueber⸗ zeugung iſt, ſagte ſie.Ich habe Robert bisher zu ſehr verwöhnt durch Nachgiebigkeit. Meine allzu große Sanftmuth könnte ihm als Mangel an Willenskraft erſcheinen. Genug, liebe Mutter, laß mich meinen eigenen Weg gehen, auf dem ich mein Glück zu befeſtigen hoffe.

Ich fürchte, Du wirſt es verlieren, entgegnete Frau Felden ernſt.Höre meine Warnung! Ich ſage Dir es noch einmal, treibe kein gefährliches Spiel mit Robert. Er liebt Dich, aber er iſt ein echter Mann, er würde Dich auf⸗ geben, wenn ſein Stolz, wenn ſein Charakter es verlangten.

Meta lehnte ſich in den Stuhl zurück und ſchloß ihre Augen. Ein jäher Schreck, ein ſchmerzhafter Stich war durch ihre Bruſt gezuckt. Robert verlieren? Eine Unermeßlichkeit von Qual und Elend ſchaute ihr in dieſem Gedanken ent⸗ gegen. Aber ſollte ſie ihn denn verlieren? Nein, ihn feſter an ſich zu feſſeln, das hoffte ſie, das hatte Adele ihr ver⸗ ſprochen. Angſt und Sorge gewaltſam von ſich abſchüttelnd, ſagte ſie:

Sei ruhig, Mutter, ich weiß, was ich unternehme, und werde vorſichtig ſein. Wünſcheſt Du noch meine Gegenwarte? Adele langweilt ſich, wenn ſie lange allein iſt. Wir müſſen ihr den Aufenthalt hier doch ſo angenehm wie möglich machen.

Ich habe Dir für heute nichts mehr zu ſagen, geh' immerhin zu Deiner Couſine, erwiderte Frau Felden.

Meta überhörte die leiſe Bitterkeit, womit dieſe Worte geſprochen wurden; ſie vergaß darauf, daß ſie ſonſt, wenn die Mutter ſich unwohl gefühlt hatte, kaum von deren Bette weggekommen war. Sie ſehnte ſich nur darnach, von Adelens Lippen noch mehr des ſüßen Giftes zu ſaugen, das ihren Verſtand bereits mit einem feinen Nebel umzogen hatte. Auch fühlte ſie ſich erleichtert, als ſie die Mutter verlaſſen durfte, deren Mahnungen und Vorwürfe doch eine große Unruhe in ihr Herz brachten. Sie ging zu Adelen; als ſie dieſe aber in ihre Bücher vertieft fand, zog ſie ſich in ihr Zimmer zurück.

Bald darauf hörte ſie auf der Treppe Schritte nahen.

Das iſt Robert! jubelte es in ihrem Innern.Das iſt Robert vergiß Deinen Zweck nicht, Meta! glaubte ſie Adele ſagen zu hören.

Sie trat zu ihrem Blumentiſche und wendete bei Robert's Eintritt die Augen nicht von einem prächtig blühenden Roſen⸗ bäumchen.

Meta, meine Meta! ſagte er mit ſeiner vollen, weichen Stimme.

Mächtig regten ſich Liebe und Zärtlichkeit in ihrer Seele und ließen ſie Zwang und Verſtellung abwerfen. Ohne ein Wort zu ſprechen, lehnte ſie ihren Kopf nach rückwärts, an Robert's Bruſt. Er zog ſie noch näher zu ſich heran und wendete ſie ſo, daß er ihr tief in die Augen blicken konnte.

Was hatteſt Du geſtern? fragte er mit leiſem Vorwurfe Warum wollteſt Du mich nicht ſehen?

Die Erinnerung an den geſtrigen Tag rief Meta alle ihre Entſchlüſſe und das Verſprechen, das ſie Adelen gegeben hatte, zurück. Sich von den umſchlingenden Armen ihres Geliebten losmachend, ſagte ſie, mit einem ſchüchternen Ver⸗ ſuche, trotzig zu ſprechen: 8

wohlbekannte