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Concordia. 213
„O, laßt ſie nur!— Wen ſolcher Schmerz nicht tödtet, wie ſie ertrug, den tödtet auch die Freude nicht.“
Und als ſie die Augen wieder öffnete, fügte er, einen Kuß auf ihre Lippen drückend, hinzu:
„Siel', Marie, ich bringe Dir mich ſelbſt als Geburtstags⸗ geſchenk!“
Erlaß mir, lieber Leſer, die Szene noch weiter auszumalen.
Wer ſie nicht fühlen kann, dem würde ja auch die glühendſte Beſchreibung nichts nützen. Scchon wenige Stunden nach Elsner's Ankunft bei den Seinen erſchienen Gerichtsbeamte, um die Siegel wieder ab⸗ zunehmen, da das Verfahren gegen Elsner auf Befehl des Fürſten eingeſtellt worden war.
Als der Abend hereinbrach, vereinigten ſich Alle zu einem frohen Familienfeſte. Arthur hatte auch Frida, die Tochter des Geheimrathes, vermocht, an demſelben theilzunehmen, und führte ſie Edgar zu. Auch der alte Blumau war herbei⸗ geholt worden. Ein feſtliches Mahl vereinte Alle an der Tafel und ein Toaſt folgte dem anderen.
Lange ſaßen die Glücklichen beiſammen; ſo viel aber auch von der Vergangenheit geſprochen wurde, vermied doch ein Jeder mit feinem Takt, das Geſpräch auf den Geheimrath zu leiten, und Alle waren ängſtlich beſorgt, die noch friſch blutende Wunde in Frida's Herzen zu berühren.
Die Uhr verkündete bereits die elfte Stunde, als man an den Aufbruch dachte. Blumau blieb im Hauſe Elsner's. Edgar aber begleitete Frida nach Hauſe und dort nahm die Liebenden noch eine trauliche Laube auf.
Was ſie dort noch plauderten?*
Ja, es iſt etwas Sonderbares um ein Plaudern treu und rein Liebender!— Ein einziger Kuß, ein Händedruck erſetzt Tauſende von langen Wörtern— und ach! ſolche Stunden ſind doch ſo namenlos ſüß!
Ein Jahr war verſtrichen. Auf's Neue überzog der Frühling Wälder und Auen, und auch in die Herzen der Perſonen, die
wir kennen gelernt, war ein neues Leben eingezogen. Die Sonne des Glückes hatte die herben Leidenstage verdrängt und ſogar der Geheimrath athmete freier. Die durch ihn Ge⸗ ſchädigten hatten nicht nur keinen Strafantrag geſtellt, ſondern hatten auch Frida's wegen an die Gnade des Fürſten appellirt, und dieſer war den Bitten inſofern nachgekommen, als er den Geheimrath nur ſeines Poſtens entſetzte und ihn zur Rück⸗ erſtattung der an dem Blumau'ſchen Vermögen veruntreuten Gelder anhielt.
Der Hofrath, ſein Sohn, hatte es vorgezogen, ſich jenſeits des Ozeans ein neues Heim zu gründen, und Niemand war ihm daran hinderlich geweſen.
Arthur hatte ſeine Schuld redlich geſühnt, und als er bei Elsner um Agnes' Hand anhielt, ſagte dieſer bewegt:
„So habe ich mich damals doch nicht geirrt!“
Arthur verſtand den Sinn der wenigen Worte nur zu gut, und mit innigen Dankesthränen warf er ſich Elsner an die Bruſt.
Endlich nahte der Tag, der die glücklichen Paare am Altare vereinen ſollte, und gleich als wollte auch die Natur dieſen Freudentag verherrlichen helfen, ſtrahlte die Sonne klar und mild von dem blauen Himmelsdome herab.
Die Kirche glich einem Blumen-Garten, und als Edgar mit Frida und Arthur mit Agnes durch das Portal traten, brauſten die Töne der Orgel durch den weiten Raum, bis die Brautpaare und der lange Zug der Gäſte Platz genommen hatten.
Zur Traurede hatte der Prediger die Worte gewählt: „Die mit Thränen ſäen, werden mit Freuden ernten“, und in mehr als einem Augenpaare glänzten während derſelben Thränen.
Die Hochzeitsfeier fand nur im engen Faumilienkreiſe ſtatt und der einzige Fremde war Werner, der 1 theilnahm.
Blumau freute ſich noch lange des Glückes ſeiner N keffen, und dieſe, wie ihre jungen Frauen ſind eifrig vonhe ſowohl ihm, als auch Elsner die ſchweren Leidenstage vergeſſen zu machen.
Wirklichkeit und Dichtung. Novelle von K. Labacher. (Fortſetzung.)
Adele blickte etwas erſchrocken auf ihre Couſine und ihr hübſches, pikantes Geſichtchen nahm für einen Augenblick einen recht mitleidigen Ausdruck an.
„Poſſen!“ ſagte ſie aber, gleich wieder munter werdend. „Das Uebel iſt freilich ſchlimm, wie Du's geſchildert haſt. Un⸗ heilbar iſt es indeſſen nicht. Wer hindert Dich, Deine, dem Geliebten gegenüber ganz unpraktiſche Sanftmuth und Er⸗ gebenheit in Trotz und ſcheinbare Kälte zu verwandeln? Du entgehſt dadurch einem zweifach ſchlimmen Looſe, dem, tyranniſirt zu werden, und dem, die Langweile Deines ge⸗ ſtrengen Gebieters zu erregen.“
„Nein, damitt iſt's zu ſpät,“ erwiderte Meta niedergeſchlagen, „auch iſt meine Natur nicht dafür geſchaffen. Welchen Zwang, welche Mühe würde es mich koſten, ein einziges unfreundliches Wort zu ihm zu ſprechen!“
„Eine gute Maxime kann man zu jeder Zeit annehmen,“ ſagte Adele eifrig.„Und was die Mühe der Verſtellung an⸗
betrifft, ſo brauchſt Du ſie Dir nur durch den Reiz der Poeſie verſüßen zu laſſen. Warte, ich will Dir einige Stellen aus dem Buche anführen, das ich gegenwärtig leſe. Die Heldin des Romanes ſteht dem Manne gegenüber, der ſie liebt über Alles, und den ſie ebenſo wieder liebt. Nur hat dieſe Liebe das Eis des jungfräulichen Stolzes noch nicht durchbrochen. Wie herrlich klingt es zum Beiſpiel:„Er reichte ihr, mit einem ſeligen Aufleuchten ſeiner Augen, die Hand hin. Sie ſchien es nicht zu bemerken; kalt verbeugte ſie ſich und wollte ſich entfernen.“ Oder:„Tief ſenkte ſie ihre dunklen Wimpern und ſagte in verletzendem Tone: Mein Herr, Ihre Vertrau⸗ lichkeiten beläſtigen mich. Ich wünſche, ſie nicht wiederholt zu ſehen.“— O, Meta, geht Dir nicht das Herz auf? Ja, ſo müſſen die Bräute ſein, wenn ſie einſt die Lebensgefährtin⸗ nen des Mannes und nicht ſeine Sklavinen werden wollen. Verſuche es, Meta, laſſe Deinem Robert merken, daß ein Theil edler Würde und berechtigten Stolzes auch in Dir wohnt,


