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Tonco 206 Co
ihn noch kürzlich geſehen. Ihre letzte Frage kann ich nicht beantworten.“
„Wo iſt er denn? Bitte, ſagen Sie ihm, daß er kommt und ſein armes Kind ſieht, das ihm ganz fremd iſt.“ „Er wird kommen, liebe Petronel, ſeien Sie ohne Sorgen, doch Sie müſſen Alles, was ich Ihnen erzähle, geheim halten. Vertrauen ganz zu gewinnen.“
Ich werde verſuchen, Ihr. Bei dieſen Worten zog er eine Kapſel aus der Taſche und was das bedeutet?“
eate ſie in meine Hände.„Wiſſen Sie, 5 Pnhenn und haſtig öffnete ich. Ich fand darin h altes Daguereotypbild, erkannte aber ſofort das liebliche Ssdit meiner theuren Mama, die lächelnd ein Kind na Arud hie l. Ich beſaß kein Bild von ihr, dieſes aber erinnerte nich auf einmal ſo lebhaft an ſie, als ſtände ſie vor mir, und benwrgte mein Herz ſo tief, daß mir die Thräuen aus den Augen
ſtürzten. 8 ., wief ich=us, ſank auf dem Raſen auf „Mama! Mama!“ rief ich„
into—c ein Kind.
die Sdr un warneer, und Sie in ihren Armen! Sie ent⸗ ſinree e der Zeit nicht mehr, wo dieſes Bild aufgenommen wurde,“ fügte er lächelnd hinzu,„doch ich ſtand dabei und ſah es mit an.“
„Sie?“ rief ich aus, indem ich aufſprang.„Waren Sie denn mit meinen Eltern bekannt? O, warum ſagten Sie mir das nicht früher?“
„Weil ich erſt Ihrer und Ihres Vertrauens verſichert ſein wollte, bevor ich Sie ſo auf die Probe ſtellte. Jetzt, Petronel, leſen Sie dieſe Briefe; indem ich ſie Ihnen zeige, begehe ich keinen Freundſchaftsbruch.“
Ich nahm die Papiere und las ſie flüchtig durch; ſie waren von meiner Mutter Hand und von Saltpool datirt; waren ſie auch nur kurz und trübe, ſo trugen ſie doch den Stempel unzweifelhafter Echtheit.
„Dieſe Zeilen ſind ja an meinen Pater gerichtet; wie kamen Sie denn in Ihre Händar äuße Oavid?“
Ich habe ſeine Erlater hätte esIhnen zu zeigen, und bin
ich beauftrach ſchon von fruen, ob Sie bereit ſind, ihn
der Kſchem Blick betracht zu empfangen.“
weuch ſich eine Zee ich, wie mein Herz ſich dem fremden
zorglühen ich fragte weiter nicht darnach, weshalb er
ern geblieben war und durch weſſen Schuld wir bisher
it waren, ich hörte nur, daß er lebte und Anſprüche nuf mich als ſein Kind machte.
„Ob ich bereit bin?“ rief ich überglücklich aus,„Herr David, wie können Sie daran zweifeln? Sagen Sie ihm, ich ſei mehr wie bereit, ich brenne vor Sehnſucht, mich in ſeine Arme zu werfen!“
„Steht es ſo bei Ihnen, ſo iſt auch er bereit, Sie zu
rarmen,“ erwiderte mein Lehrer, indem er ſich erhob und
mich zukam, und ſchloß mich ohne Weiteres in ſeine Arme. Zurück, Herr David! Laſſen Sie nüch allein, wie unter⸗ Sie ſich, ſo etwas zu wagen?“ Das waren die ein⸗ Worte, die ich zitternd vor Wuth hervorbringen konnte; wie Eis in's Feuer, ſo fiel ſeine Erwiderung in mein ennend heißes Gehirn. agen? Komm', Petronel, ſolch' ein Wort darfſt Du nicht wieder über die Lippen bringen, ich bin—
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rdia. b 3 14. Kapitel.
1 Fortſetzung.
Ben dieſen Worten gerann mir das Blut in den Adern, ich fuhr zurück von ihm mit ſichtlichem Erſchrecken und mit dem feſten Gefühl, daß uns Beiden jegliche natürliche Sym⸗ pathie fern war.
Herr David ſah dieſes und wandte ſich ab; ich bedeckte mein Geſicht mit beiden Händen.
Während wir ſoeben von meinem unbekannten Vater ge⸗ ſprochen, haute ich mir raſch in meinem Geiſte ein Bild von ihm zu entnerfen verſucht. Arm war er und gramgebeugt, wahrſcheinlih krank und bedürftig der Pflege einer liebenden Tochter, ſer arm ohne Zweifel, denn ſonſt hätten wir ja auch nich ſo oft Mangel leiden müſſen. Doch bei alledem und trotz Allem mußte er ein Ehrenmann ſein, den ich mit Stolz Vaer nennen könnte; ganz ſo wie der Vetter Ulih vielleicht ncht, den ſtellte ich ſo hoch, daß es mir undenkbar ſchien, daß es in der ganzen Welt noch einen Zweiten gäbe, der ihm gleichkäme; doh, ein Mann nach ſeiner Art, den Unglück und ſchwere Prüfunfn nur heruntergedrückt. Aber ſo wie mein Zeichenlehrer! Neine, der Gedanke war mir unerträglich!
Ich habe mehrfach geſagt, daß ich für hn eingenommen war, das ſtelle ich auch nicht in Abrede; als Miler bewunderte ich ihn wegen ſeiner Talente und Fähigkeiten, alsLehrer war ich ihm dankbar für ſeine Nachſicht und Geduld, aͤß Freund meiner Eltern hatte ich mich voll Herzlichkeit und Inigkeit ihm angeſchloſſen; doch nun ſtand er vor mir als Mann dem ich mein Leben verdankte, dem ich kindliche Liebe und Gehoſam ſchuldig war, dem ich meine ganze Zukunft vertrauensvoll in die Hände legen ſollte! Das ſchien mir unmöglich! ſch hatte ein Gefühl in mir, als könnte ich ihn— haſſen!
„Meine Neuigkeit ſcheint Dich eben nicht angenehm zu berühren, kleine Mademoiſelle!“ ſagte Herr David und nahn ruhig ſeinen Platz an meiner Stoffelei ein; ich zog meiſe zitternden Hände von den Augen und ſtarrte ihn an.
Da ſaß er ganz wie früher, ſein langer, graugeſprenkelter Bart hing ihm bis auf die Bruſt, die dunklen Augen hafteten an meiner Leinwand, ſeine Adlernaſe war das Einzige von ſeinem Geſicht, was ich ſah, er war das Bild eines ſorgloſen, gut ausſehenden Künſtlers, das Modell eines Zeichenlehrers, eines naturaliſirten Franzoſen, doch nie und nimmer wie mein Vater! O nein, ich konnte es nicht glauben!
„Es iſt nicht wahr,“ ſagte ich mit leiſer Stimme,„es kann nicht wahr ſein! Sie treiben nur Scherz mit mir, Herr David.“.
Lächelnd, aber forſchend dabei, ſah er mich an, zweifels⸗ ohne verrieth ſich mein halsſtarriger Charakter in jedem meiner Worte.
„Willſt Du noch andere Beweiſe haben?“ Dabei griff er in ſeine Bruſttaſche.„Da ſind ſie. Hier iſt unſer Trauſchein, dort Dein Taufſchein; überzeuge Dich ganz davon, daß ich die Wahrheit ſprach! Oder glaubſt Du, ich hätte Alles ge⸗ ſtohlen? Jenes Daguereotyp auch?“ 5
Seine beißenden Worte waren an mir verſchwendet; durch meine Thränen ſah ich vor mir die Dokumente, die die Hei⸗ rath von Ciſſy Halſtedt und David Fleming, und die Taufe von deren Tochter in der engliſchen Kirche zu Boulogne sur-mer
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