Jahrgang 
1 (1879)
Seite
191
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Concordia.

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Worten zu ringen. Da ging die Thür auf und Erich Felden, Meta's Bruder, trat ein. Er war ein ſehr hübſcher und noch ſehr junger Mann. Sein dunkelbraunes Haar fiel in großen natürlichen Ringeln auf eine ſchmale, aber intelligente Stirn. Stahlgraue Augen mit einem eigen treuherzigen Blicke belebten das anziehende, nur etwas zu volle Geſicht. Sein Lächeln war angenehm und

enthüllte zugleich eine Reihe der weißeſten, tadelloſeſten Zähne.

Ach, das liebe Couſinchen hat ſich ſchon wieder erholt von den Reiſeſtrapazen, rief er mit einer tiefen, wohlklingenden Stimme.Nun wirſt Du mir wohl Kuß und Handſchlag, die Du mir bei der erſten Begrüßung verweigert haſt, nicht länger vorenthalten.

Er ſtreckte Adelen ſeine etwas große und nicht ſehr gut gepflegte Hand hin. Sie hatte ſchon wieder den Eishauch über ihren Zügen und maß Erich mit einem kalten, ſtolzen Blick.

Ich habe noch keinen Mann geküßt, Couſin Erich, und werde bei Ihnen nicht den Anfang machen. Aber ſieh' nur, Meta, was Dein Bruder für große Hände hat. Und Tinte klebt ſogar daran. Sie müſſen ſie erſt abwaſchen, ehe ich Ihnen meine Hand reiche. Uebrigens will ich hier nicht länger ſtören. Ich gehe mich ein wenig ausruhen. Wenn Du wieder allein biſt, laß es mich wiſſen, Meta.

Meta erwiderte nichts. Sie hatte ſich an den Bettpfoſten gelehnt und ſtarrte mit unruhig athmender Bruſt vor ſich hin. Adele zuckte die Achſeln und rauſchte aus dem Zimmer.

Und Erich? Die verletzenden Worte ſeiner Couſine hatten eine brennende Röthe in ſein Geſicht bis zur Stirne hinauf⸗ getrieben; mit der einen Hand wühlte er in ſeinen Locken, die andere verbarg er, vielleicht ganz unwillkürlich, am Rücken. Verblüfft und ſchmerzlich blickte er Adele nach und dann zu ſeiner Schweſter hinüber. Meta rührte ſich noch immer nicht; erſt als der Bruder ihr nähertrat, fuhr ſie wie aus einem Traume auf.

Was willſt Du, Erich? fragte ſie mit einem gezwungenen Lächeln.

Es iſt heute Sonnabend, ſagte er faſt ſchüchtern,da werde ich nicht zur gewöhnlichen Zeit heraufkommen können, weil es im Geſchäft gar ſo viel zu thun giebt. Hätteſt Du nicht jetzt ein halbes Stündchen für mich übrig?

O, ja, ſagte ſie raſch und öffnete den Flügel. Sie fuhr ſich einigemal mit der Hand über die Augen, wie um ein ängſtigendes Bild zu verſcheuchen. Erich ſetzte ſich an das Klavier und ſpielte mit der ganzen liebevollen Aufmerk⸗ ſamkeit eines verſtändigen Dilettanten. Von Zeit zu Zeit warf er einen erſtaunten Blick auf ſeine Schweſter; ſie ſaß neben ihm, den Kopf in ihre Hand geſtützt und das Geſicht ſo trübe, ſo ängſtlich angeſpannt. Auch hatte ſie heute noch gar keine belehrende oder tadelnde Bemerkung über ſein Spiel gemacht.

Was fehlt Dir, liebe Meta? konnte er ſich endlich nicht mehr enthalten zu fragen.Biſt Du krank?

Was fällt Dir ein? verſetzte ſie etwas ungeduldig. Ich bin durch die Ankunft der Couſine nur zerſtreut. Wir plauderten ſo viel und haben uns noch ſo Vieles zu ſagen. Entſchuldige mich für heute, Erich. Morgen ſollſt Du doppelte Lektion haben. Und noch Eines muß ich Dich bitten.

Schaffe Dir einige neue Muſikalien an. Es langweilt doch endlich, immer die alten Stücke zu hören.

Sie reichte ihm flüchtig die Hand und ſchlüpfte in das Zimmer ihrer Couſine.

Erich erhob ſich voll Ueberraſchung. War das ſeine Schweſter geweſen, ſeine Meta mit der immer gleichen Theil⸗ nahme für ihn, mit der freundlichen Nachſicht und der ſtets heiteren Laune? Wie aufmerkſam hatte ſie ſonſt ſeinem Spiele zugehört, wie warm es ihm empfohlen, ſich vor dem Beginne einer neuen Muſikpièce erſt die alte recht zu eigen zu machen! Und nun? Aber an alledem war gewiß nur die ſchwarzäugige Hexe Adele ſchuld. Das hochmüthige Geſchöpf! Mit welch' verächtlicher Miene war ſie ihm gegenübergeſtanden! Was hatte er ihr gethan? wodurch ihre Geringſchätzung verdient?

Er ſchloß das Piano und entfernte ſich langſam. Mit ſo ſchwerem Herzen war er noch nie von ſeiner Klavierlektion gegangen.

3. Kapitel.

Am nächſten Tage ſah es in Adelens Zimmer recht bund und unordentlich aus; ſie hatte ihren Koffer ausgepackt, den Inhalt deſſelben auf Tiſch, Sopha und Stühle verſtreut, und da ſie nirgends mehr einen Platz zum Sitzen fand, ſo ließ ſie ſich ermüdet auf den Boden nieder, wo ſie ſich in die Lektüͤre eines dicken, abgegriffenen Buches vertiefte. In dieſer Be⸗ ſchäftigung wurde ſie von ihrer Couſine unterbrochen, die, einen gleichfalls wohlbeleibten Quartband am Arme tragend, eintrat. Zu jeder anderen Zeit würde Adelens Stellung und das wüſte Ausſehen des Gemaches Meta gewiß ein großes Erſtaunen abgenöthigt haben; heute aber blieb ihre Miene unverändert, ſie ſchien ſich ihrer Umgebung nicht ein⸗ mal recht bewußt zu werden. Still legte ſie das Buch auf die noch halbwegs leere Kommode und verbarg ihr Geſicht in den Händen.

Was fehlt Dir denn, Meta? fragte Adele außblickend, jedoch ohne ihre Stellung zu verändern.Warum biſt Du ſo nachdenkend und ſchweigſam?

Du haſt mich einen Blick in eine mir ganz neue Welt thun laſſen, erwiderte Meta trübe.Was ich darin ſah, hat mich nicht erfreut, es hat mich betrübt und verwirrt. Ich fürchte, ich werde mich in meinem eigenen Leben nicht mehr zurechtfinden. Du biſt klüger als ich, Adele, ſei Du, meine Führerin durch das Gewühle von Fragen und Zweifeln, die mich jetzt beſchäftigen. A

Gern, gern! ſagte Adele faſt jubelnd. Leicht ſprang ſie vom Boden auf und eilte auf ihre Couſine zu.Sei nicht verzagt, liebes Kind, fuhr ſie mit herablaſſender Freund⸗)

ſteht zu Deiner Verfügung. Sage mir vorerſt, welche Zweißl quälen Dich? 7 Meta ergriff dankbar Adelens dargebotene Hand. Du biſt ſehr gut, daß Du mir beiſtehen willſt, ſprach ſ 5 ſiehe, bis jetzt glaubte ich den Hauptreiz und die größte An⸗ ziehungskraft des Weibes in Sanftmuth, Freundlichkeit und zärtlicher Hingebung gefunden zu haben. In dieſem Sinne ſuchte ich zu leben, in dieſem Sinne wollie ich meinem Rober⸗ eine glückſpendende Gattin ſein. Jenes Buch dort, was

lichkeit fort,meine ganze Erfahrung, meine ganze Veununi⸗

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