Jahrgang 
1 (1879)
Seite
185
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Concordia. 185

ſehr entzückt darüber, Vetter Ulih aber beſah ſie ſtillſchweigend der Reihe nach und legte ſie wieder hin. Ungeduldig und etwas verdroſſen rief ich aus:Ich wünſchte ſo ſehnlichſt, Unterricht in der Oelmalerei zu bekommen, darin könnte ich doppelt ſo viel leiſten, als in der Malerei mit Waſſerfarben, und hätte auch noch viel mehr Freude daran! Sein Schweigen war mir empfindlich, ich ſah darin eine Nichtachtung meiner Leiſtungen.

Haben keine Deiner Mitpenſionärinnen derartigen Unter⸗ richt? fragte er endlich.

Nein, jetzt nicht. Im vorigen Jahre hatten ihn einige, doch da war ich noch nicht ſo weit und konnte keinen Theil daran nehmen; jetzt ſcheint die Paſſion dafür ausgeſtorben zu ſein. Es iſt ſo langweilig! Damit legte ich mit nieder⸗ geſchlagener Miene meine Machwerke zuſammen.

Man muß im Leben zufrieden ſein mit dem, was man hat, erwiderte der Vetter verweiſend. Ich nannte ihn inner⸗ lich gefühllos, als ich aber das Zimmer verließ und ihn anblickte, bemerkte ich, daß er lächelte und ſich über meine Ungeduld ergötzte.

Ich bildete mir ein, daß er mein Talent nicht erkannte, kein Intereſſe für meine Wünſche und Leiſtungen hatte, es auch gar nicht liebte, wenn ich mich mit Enthuſiasmus auf irgend einen Zweig meiner Studien würfe. Aber wie hart und unrecht hatte ich ihn beurtheilt! Bei meiner Rückkehr nach Antwerpen überlieferte ich Miß Little einen Brief von ihm, deſſen Inhalt dieſe mir ſofort mittheilte. Doktor Ford äußerte ſich darin ſehr befriedigt über meine Fortſchritte im Zeichnen und ſprach ſehr beſtimmt den Wunſch aus, daß mir baldmöglichſt die Gelegenheit gegeben würde, mich in der Oelmalerei auszubilden, und daß zu dem Zweck für mich ein tüchtiger Lehrer dieſer Kunſt beſorgt werden ſolle, wenn augenblicklich keiner in der Penſion beſchäftigt ſei. Madame Gabeaux war gegenwärtig, als der Brief ab⸗ gegeben und mir deſſen Inhalt mitgetheilt wurde; beide Vor⸗ ſteherinnen brachen in Lobeserhebungen über die Großherzig⸗

keit des Vetters aus, ſie ſagten, er wäre freigebig ohne Gleichen in allen ſeinen Einrichtungen für mein Wohl und ich könne von Glück ſagen, einen ſolchen Vormund zu haben; ſie hofften nur, daß ich mich beſtreben würde, ihm für alle ſeine Liebe durch erneuten Fleiß zu danken.

Es iſt aber auch ein merkwürdig glückliches Zuſammen⸗ treffen, wandte ſich Miß Little an Madame Gabeaux,es paßt ſo gut zu unſeren Verabredungen von voriger Woche.

Ja, jetzt, da wir ſechs Schülerinnen haben, iſt es möglich, erwiderte Madame Gabeaux, geheimnißvoll mit dem Kopfe nickend,nun ſind die Koſten gedeckt; nun müſſen Sie aber auch gleich an ihn ſchreiben; in der Oelmalerei finden wir keinen beſſeren Lehrer, und wenn wir zaudern, laufen wir Gefahr, ihn zu verlieren.

Ja, der Anſicht bin ich auch. Miß Fleming, Sie dürfen zu Ihren Gefährtinnen gehen und können mit Sicherheit darauf rechnen, daß Ihr Unterricht in der Oelmalerei nächſte Woche beginnt.

Ich war überglücklich. So war der Wunſch erfüllt, den ich ſo lange gehegt und kaum auszuſprechen gewagt. Ich konnte es dem Vetter Ulih nicht genug danken, daß er ihn berückſichtigt, trotzdem ich ihm denſelben in einer ſo wenig liebenswürdigen Art und Weiſe geoffenbart. Meine frohen Ausſichten hatten nur eine Schattenſeite daß Felicite, über deren Zeichenverſuche ich oft herzlich gelacht, das Ver⸗ gnügen, das mir bevorſtand, nicht theilen konnte, ich fürchtete ſogar, daß mein Vorſprung ſie verdrießen könnte. Doch die übrigen Stunden hatten wir ja gemeinſchaftlich, und in der Muſik war ſie mir bedeutend überlegen, ſodaß ſich auf dieſe Weiſe wieder Alles ausglich. Noch bevor ich zur Ruhe ging, ſetzte ich mich hin und ſchrieb dem Vetter einen wohlſtyliſirten Brief, der gut geſchrieben und ganz frei von Tintenflecken war. Es wurde mir ordentlich ſchwer, die Worte zu finden, um die Fülle meiner Dankbarkeit auszudrücken, ich hoffe aber doch, daß der Vetter ſie herausgeleſen hat.

(Fortſetzung folgt.)

Furchtlos und treu.

Roman. (Fortſetzung.)

Mann, wer ſind Sie? fragte Frau Elsner haſtig den Greis. Ich will es Ihnen wohl ſagen. Sehen Sie, man ſtellt

mir gewaltig nach, denn ich bin reich ſehr reich. Früher

ward immer groß traktirt bei mir aber jetzt iſt's vorbei und meine ſchönen Kleider habe ich lange nicht mehr angehabt.

Es war Anno Anno marten Sie nur wenn ich mich auf etwas beſinne, thut mir der Kopf ſo weh doch ich werde mich ſchon noch beſinnen. Ja, ich ward eines Abends mit Gewalt weggeführt und ſaß lange lange in einer troſt⸗ loſen engen Stube ich hätte gegen den Fürſten geſprochen, ſagte man mir, und es wäre eine Gnade, daß ich nicht noch härter beſtraft würde

Weiter, weiter! drängte Werner.

Ich bin bald Alles gewohnt geworden. Wenn ich aber über mir Muſik und luſtige Menſchen hörte, dann hätte ich doch wohl wieder in die Welt gemocht. Endlich, wie ich gar ſo alt ward, bewachte man mich nicht mehr ſo ſcharf. Nachts

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blieb einmal meine Thür offen und ich ging hinaus in die ſo lange erſehnte Freiheit aber ach, ſie nützt mir ja nun doch nichts mehr. Ich fand im Walde eine Köhlerhütte, dort nahm man mich auf.

Habt Ihr denn keine Verwandten? fragte Agnes.

O ja, ich habe Verwandte, aber ich weiß nicht, wo ſie ſind vielleicht ſind ſie auch längſt geſtorben. Meine Schweſter iſt auch todt aber ihre Kinder wollen mich nicht loslaſſen meines Geldes wegen. Ach, und ich habe es ja doch für ſie erſpart! Wenn ich daran denke, ziehen ſich meine Augen heiß zuſammen. O, daß Edgar und Arthur, die ich ſo oft auf meinen Knieen geſchaukelt, ſo hartherzig ſein konnten! Ach, und es ſind doch meiner Schweſter Kinder!

Heiliger Gott, Blumau! riefen Frau Elsner und Werner faſt zugleich.

Ja, der bin ich. Kennt Ihr mich noche. behaltet