Jahrgang 
1 (1879)
Seite
161
Einzelbild herunterladen

in's

vird. umer

hlaſ⸗ agen und agere toßen ¹ ge⸗ e am nden deren punkt auch Ent⸗ mnher, o die r auf Theil llocke raſch Pen⸗ üßem

Bün⸗

jett

haben aus unten ahmen

t von d ver⸗ in ein in den

ragen,⸗

nda danke! gehen⸗

oſſen? gte⸗

in delt Weiſe erſt jn , daß

Doch ertappt

meine r Miß

noch Madame ſollen uns erwiſchen! Wenn das Abenteuer ſo ganz ohne Gefahr wäre, wo bliebe denn der Spaß? Aber Du biſt Engländerin durch und durch!

Nicht wahr, daran denkſt Du nicht, daß Miß Little und Madame Gabeaux heute Abend im zoologiſchen Garten ſind? ſagte ich und gewann allmälig etwas mehr Muth.

Ich weiß es nicht, Mamie, ich bezweifle es aber nicht, heute iſt alle Welt dort, denn es iſt ein Extra⸗Konzert.

Aber ſie werden uns doch nicht ſehen?

Wie ſollten ſie wohl, in dem Menſchengetriebe! Doch was ſage ich? Ich denke gar nicht daran, daß Du arme Seele noch nie etwas der Art geſehen haſt. Vorwärts, Mamie, jetzt hänge Deinen Mantel um. Wenn uns der Vogel Greif begegnen ſollte, brauchen wir nur die Kapuzen über den Kopf zu ziehen.

So ſcherzend, zog ſie mich vorwärts, und ich folgte ihr willig. Bei der Seitenpforte hatten wir einige Schwierigkeit, das verroſtete Schloß zum Schließen zu bringen; nachdem wir dieſes aber glücklich fertig gebracht, ſchlüpften wir durch, gingen durch den äußeren Kloſtergarten und ſtanden auf der breiten Straße.

Dort war es ziemlich dunkel, die Straßenlaternen brann⸗

Concordia.

161

ten, doch der Mond war noch nicht aufgegangen. Das un⸗ ſichere Licht machte unſere dunklen Geſtalten ganz unkenntlich, was hier unſerem Unternehmen nur günſtig war.

Nachdem wir die kleine Pforte wieder zugeſchloſſen, wollte ich gern den Schlüſſel im Schlüſſelloch ſtecken laſſen, doch Felicite fürchtete, daß er dann ſpäter, wenn der Mond darauf ſchiene, bemerkt werden könnte.

Er iſt in meiner Taſche gut aufgehoben, ſagte ſie, in dem ſie ihn da hinein verſenkte,Miß und Madame kommen nicht vor Mitternacht zurück, wir müſſen aber ſchon gegen elf Uhr wieder hier ſein und kämen arg in Verlegenheit, wenn Jemand den Schüſſel an ſich nähme. Hier aber iſt er ſicher. Jetzt vorwärts, es lebe das Vergnügen!

Damit ergriff ſie meinen Arm und vergnüglich begaben wir uns auf unſeren Weg. Der zoologiſche Garten lag nahe bei dem Bahnhofe, faſt fünfzehn Minuten von der Kapuzinerſtraße, doch wir mit unſeren leichten Füßen durchwanderten die Ent⸗ fernung in wenigen Minuten; ich wurde ganz aufgeregt, Felicite erzählte unaufhörlich von all' den Herrlichkeiten, die

ich nun bald ſehen ſollte.

(Fortſetzung folgt.)

Jurchtlos und treu. Roman. (Fortſetzung.)

Nun, was willſt Du hier, Frida? fragte der Geheimrath ſeine Tochter nochmals, doch diesmal etwas milder.

Verzeihe, lieber Vater, ich war von namenloſer Unruhe gequält, ſprach ſie mit ſanfter Stimme,ich wußte, daß Du allein warſt, und da ich Dich laut mit Dir ſelbſt ſprechen hörte, fürchtete ich, Du ſeieſt krank.

Thorheit! entgegnete der Vater,willſt Du etwa wieder die Romanheldin ſpielen und mir moraliſche Vorleſungen wegen der Elsner'ſchen Familie halten?

Zürne mir nicht, Vater! Ja, es iſt wahr, mein Herz iſt ſtets mit namenloſem Weh erfüllt, wenn ich an die un glücklichen Leute denke und ſieh', lieber Vater, die Welt urtheilt

Wie ſie es verſteht! unterbrach ſie der Vater mit ernſtem Blicke.Im Uebrigen ſage doch, wem zu Liebe ſetze ich mich dem Urtheile der Menge aus? Wem zu Liebe ſuche ich mein Vermögen zu vergrößern?

Doch nicht wegen mir, Vater? fragte Frida, indem ihr Geſicht einen ernſten Ausdruck annahm.Lieber will ich arm bleiben, als von dem Gelde leben, an welchem ſo viele Thränen hängen.

Schweig', Thörin! entgegnete der Vater;wenn es Dir nachginge, Du kröcheſt um ein Wort Schiller's zu gebrauchen Dein Leben lang im Staube.

Gut, Pater, ſo will ich auch mit Schiller antworten: Immer beſſer, im Staube herumkriechen, als um den Thron herum.

Der Geheimrath huſtete verlegen, und nach einer Pauſe begann er auf's Neue:

Du ſprichſt, wie Du es verſtehſt, deshalb iſt es wohl

beſſer, wir brechen von dem Thema ab und knüpfen, da Du

V

nun einmal hier biſt, ein anderes an. Du biſt jetzt in dem Alter, Frida, in welchem es Zeit iſt, an eine ſchickliche Ver⸗ bindung zu denken.

Ich glaube, lieber Vater, man müſſe dies der Fügung der Umſtände überlaſſen, entgegnete Frida verlegen.

Ganz recht, fuhr der Vater fort,allein die Umſtände haben ſich bereits gefügt mit einem Wort, Du mußt be⸗ merkt haben, daß Arthur Walther ſich mit aller Aufmerkſam⸗ keit eines jungen Mannes von Bildung um Deine Gunſt bewirbt; und obgleich Walther nicht adelig iſt, glaube ich doch wegen ſeines beträchtlichen Reichthumes und ſeiner ſonſtigen guten Eigenſchaften meine Einwilligung zu dieſer Verbindung nicht verſagen zu dürfen.

Frida hatte längſt bemerkt, daß ihr Vater ſolche Pläne habe. Schon deshalb fühlte ſie ein edles, inneres Wider⸗ ſtreben gegen dieſe Verbindung, die nur der kalte Egoismus ihres Vaters diktirte. Aber noch entſchiedener ſprach ihr Herz Nein zu dieſer Verbindung, nicht nur, weil ſie Arthur's Leichtſinn kannte, ſondern auch, weil ein edleres Bild in ihrem Herzen ruhte, das ſie mit der ganzen Kraft einer reinen, treuen Jugendliebe feſthielt. 1

Es war das Bild Edgar's.

Sie erröthete daher bei den Worten ihres Vaters mehr aus Unwillen, als aus Scham, und wiewohl ſchüchtern, doch feſt antwortete ſie ihm:

Herr Arthur Walther ſcheint gar keine Neigung mit mir gemein zu haben, aber noch weniger eine für mich, und kann bei einem Manne von guten Eigenſchaften die Rede ſein, der ſich nicht ſcheut, Klage gegen ſeinen braven Vormund zu führen und ihn wie deſſen Familie dem Elend preiszugeben, der ſogar ſeinen edlen Bruder verſpoltet und verläſtert, der

21