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Concordia. 15
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theiligt iſt. Falk iſt ein Pfiffikus, aber kein eigentlicher Ge⸗
ſchäftsmann. Sein mir gemachter Vorſchlag muß nothwendig noch ein anderes Fundament, als das angedeutete, haben!“
„Ich bin derſelben Meinung!“ antwortete Wellmann,„und hätte auch ohne Ihre Aufforderung die Angelegenheit weiter verfolgt. Ich werde aufbrechen, ſobald ich—“
Wellmann hielt inne und beide Männer horchten hoch auf. Aus dem Saale tönte eine laute, heftige Stimme herüber.
„Das muß ich ſehen!“ rief dieſelbe,„was da— ſtören! Er wird doch mit ſeinem Prokuriſten keine Verſchwörung an⸗ zetteln? Nun alſo—!“
Die Thür des Zimmers ward aufgeriſſen und der Doktor Rohrbeck polterte herein.
„Ich muß das Wunder anſtaunen!“ fuhr er fort,„gehor⸗ ſamſter Diener, meine Herren! Sie haben heute ein großes, verdienſtvolles Werk vollbracht, mein Herr Wellmann; ich zolle Ihnen meine größte Hochachtung für die Vertreibung des Haus⸗ dämons. Und nun Sie, Freundchen— alſo ganz geſund, wie durch einen Schlag! Ja, bei Gott! ſo ſieht kein Kranker
aus! Das iſt ein komplett geſunder Mann, den ich da vor mir ſehe, und der alte Rohrbeck, ſowie viele andere ſeiner Kollegen können ſich das Lehrgeld wiedergeben laſſen! Aber, Römer, die Liebe erweiſen Sie mir und theilen mir das Re⸗ zept mit, durch welches Sie kurirt wurden!“
„Setzen Sie ſich, Rohrbeck!“ ſagte Römer, während er eine einladende Bewegung mit der Hand machte.
In Wellmann's Zügen war nichts als Groll und Grimm zu leſen. Mußte ihn dieſer Doktor, für den er ohnehin ſo wenig Neigung empfand, in den Wurf kommen, während er im Begriff war, den wichtigſten Schritt ſeines ganzen Lebens zu thun. Das war wirklich unerhört, rein zum Verzweifeln.
Rohrbeck war der Einladung Römer's nachgekommen und bemerkte daher nichts von dem Zürnen des Prokuriſten. Auch für den Bankier gingen die äußeren Zeichen der inneren Stimmung des jungen Mannes verloren. Ihn ergötzten augenblicklich die Zweifel des lebhaften Arztes.
(Fortſetzung folgt.)
Betronel. Roman aus dem Engliſchen von Florence Marryat. (Gortſetzung)
In drei oder vier Jahren ſchon! Der Gedanke war eben nicht troſtlich für ihn. Jetzt, da ſie noch ein Kind war, ſollte er ſich von ihr trennen, wer wußte, ob ſie als junge Dame ſich nicht von ihm trennen würde. Dann konnte ſie bei ihm doch nicht gut leben! Derſelbe Gedanke ſchien dem Freunde auch zu kommen, denn lächelnd fuhr er fort:„Später wird ſie Dir nicht lange zur Laſt fallen, oder Du müßteſt alle Freier fern von ihr halten; Miß Fleming ſcheint mir nicht dazu beſtimmt zu ſein, lange allein im Leben zu bleiben, ſie wird gewiß ein ſehr hübſches Mädchen werden.“
„Glaubſt Du?“ war Alles, was Ulih darauf erwiderte.
„Ja, gewiß! ich bezweifle es gar nicht, und das müßteſt Du ſchon lange eingeſehen haben, wenn Du nicht ein ſo ein⸗ geſchrumpfter alter Junggeſelle wäreſt. Wo haſt Du Deine Augen? Ihr Haar, ihr Teint, ihre ganzen Züge verſprechen jetzt ſchon, daß ſie eine Schönheit erſten Ranges werden wird, und dazu noch der bezaubernde Ausdruck im Munde und die ausdrucksvollen Augen, die bis in die Seele dringen!“
„Laß uns noch ein Glas Wein trinken!“ ſagte Ulih Ford, bediente ſich und Bertram, und Petronel's wurde nicht weiter erwähnt. Doch gleich nach Bertram's Fortgehen, als Alles im Hauſe zur Ruhe war, ſetzte Ulih ſich hin und ſchrieb an die Mutter des Pfarrers und erbat ſich genaue Auskunft über die Antwerpener Penſion, namentlich auch darüber, ob Petronel dort wohl augenblicklich Unterkommen würde finden können, denn da die Trennung einmal beſchloſſen war, hielt er es für’s Beſte, wenn dieſe ſofort einträte.
Nach wenigen Tagen ſchon erhielt er ein in jeder Be⸗ ziehung befriedigend lautendes Antwortsſchreiben. Mrs. Bertram, eine ſehr gebildete Dame und zugleich Mutter vieler Kinder, ſprach ſich ſehr lobend über die fragliche Auſtalt aus. Ihre jüngeren Töchter waren auf dem Lande aufgewachſen, wo ſie rückſichtlich ihrer geiſtigen Ausbildung manche Vortheile, die die Stadtkinder haben, entbehrten, daher hatte man ihr
gerathen, ſie noch in eine Penſion zu geben, in der ſie in möglichſt kurzer Zeit das Verlorene nachholen könnten. Lange hatte ſie ſich dagegen geſträubt und ihre Vorurtheile nicht überwinden können. Jetzt aber war ſie froh, daß ſie dieſes gethan und ſich dazu entſchloſſen hatte. Das Juſtitut, wohin ſie ihre Töchter geſchickt, war in Nr. 40 der Kapuziner⸗ Straße und ſtand unter der Leitung einer Madame Gabeaux und einer Miß Little. Jeſſy und Ellen hatten dort wunder⸗ bare Fortſchritte gemacht und fühlten ſich nebenbei ſehr glück⸗ lich. Mrs. Bertram ließ ſich ſchließlich noch in ihrem Schreiben weitläufig über Anzug, Verpflegung u. ſ. w. aus, kurz über Alles, was eben noch wiſſenswerth ſein konnte. Seufzend ließ er den Brief, nachdem er ihn durchgeleſen, fallen; offenbar ließ ſich gegen die Ausführnng des Planes nichts mehr ſagen, und es blieb ihm kein Grind, dieſen mit gutem Gewiſſen aufzugeben. Er hatte ſich früber mehrfach geſagt, daß Petronel noch zu jung ſei, um ſo weit von Haus⸗ geſchickt zu werden, doch Jeſſy und Ellen waren unicht älter⸗ geweſen und auch ſie hatten für eine ſo große Schule nur wenig Vorbereitung gehabt.
Er hatte gelobt, für Petronel's Gluck zu ſorgen, darüber aber war er ſich klar, ſein Widerſtreben gegen Petronel's Fortſendung war nicht frei von Selbſiſucht, darum durfte es nicht berückſichtigt werden; Ulih hatte es ſich zum Grundſatz gemacht, ſich nicht um Kleinigkeiten(und was er dafür hielt) zu quälen, deshalb wurde er faſt ärgerlich über ſich ſelbſt und machte ſich einen Vorwurf daraus, ſich bei einer Schwäche zu ertappen; dieſes aber beſtimmte ihn ohne Weiteres, Petrouel's Schickſal zu entſcheiden. Nach einigen Korreſpondenzen zwiſchen Rockbury und Antwerpen brachte er ſie ſelbſt dorthin und ließ ſie unter der ſicheren Obhut der Madame Gabeaux und Miß Little.
An dritten Tage kehrte er von ſeiner Reiſe zurück. Miß Marcia war zwar innerlich etwas empört darüder geiveſen,


