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Concordia.
Er ſtellte einige Fragen über das Begräbniß ſeines F Freun⸗ des. Es ſollte am folgenden Tage um drei Uhr ſtattfinden, und Churchill wollte mit dem Frühzuge nach London gehen, um demſelben als erſter Leidtragender beizuwohnen
„Ich werde da ſein,“ ſagte Maurice Cliſſold, und ſie ſchieden mit einem freundlichen Händeſchütteln.
Cliſſold war durch Mr. Penwyn's Freundlichkeit gerührt. Das Brandmal, das er zu tragen fürchtete, hatte Churchill's Meinung in keiner Weiſe beirrt.
Er folgte Matthew Elgood und ſeiner Tochter auf die Straße und vereinte ſich mit ihnen, als ſie langſam heim⸗ wärts gingen, wobei das Geſicht des Mädchens halb durch ihren Schleier verhüllt war.
„Ich wünſche mit Ihnen zu ſprechen, Mr. Elgood, wenn Sie nichts dagegen haben,“ ſagte Maurice.„Außer, Sie be⸗ trachten mich für befleckt durch den Verdacht, der in den letzten drei Tagen über mir ſchwebte, und wünſchen, keinen Verkehr mit mir zu haben.“
„Nein, Sir, ich verdächtige keinen Menſchen,“ antwortete der Schauſpieler mit Würde.„Obgleich es Ihnen geſiel, gegen
die Neigung Ihres beklagten Freundes für meine Geſellſchaft zu ſein, trage ich Ihnen deshalb nichts nach und bin ge⸗ recht genug gegen Sie, zu glauben, daß Sie keine Schull tragen an ſeinem unzeitigen Ende.“
„Ich danke Ihnen, Mr. Elgood, für Ihr Vertrauen. Seit ich in dem abſcheulichen Gefängniſſe Gefühl würde.
habe ich ein als ob mich das Odeur eines Verbrechers umgeben Mit Rückſicht auf meine Geguerſchaft, auf Sie anſpielen, kann ich Ihnen verſichern, perſönliche Abneigung gegründet war, ſondern auf Vernunfts⸗ gründe, über die ich mich wohl nicht weiter auszuſprechen nöthig habe.“
„Genug, Mr. Cliſſold, es wäre jetzt nutzlos! Wenn Sie mir nach unſerer beſcheidenen Wohnung folgen und das Mahl theilen wollen, das unſere Mittel uns erlauben, will ich Ihnen bezüglich dieſes Themas volle Klarheit verſchaffen, ſo weit, als eben meine eigene Kenntniß reicht,“ ſagte ſpieler.
geweſen, 7 welche
daß ſie auf keine
der Schau⸗
(Fortſetzung folgt.)
Aus der Börſenwelt.
Erzählung von Karl Schmeling.
(Fortſetzung.)
Römer reichte dem jungen Manne die Hand hin. Well⸗ mann ergriff dieſelbe. In demſelben Momente öffnete Paul die Thür.
„Herr Amtmann Buchholz!“ meldete derſelbe.
Prinzipal und Prokuriſt blickten einander erſtaunt an.
„Der Mann bereut wohl die Pachtung von Lomath?“ ſagte Römer endlich.„Nun, mag er; bitte, führen Sie ohne Säumen den bewußten Auftrag aus, lieber Wellmann!— Laß den Herrn eintreten!“
Wellmann und Paul verließen das Zimmer. Unmittelbar darauf betrat der, als Amtmann Buchholz angemeldete Beſuch daſſelbe.
Der Landmann war in der großen, robuſten Geſtalt des Amtmannes allerdings nicht zu verkennen. Aber von der Biederkeit, welche man ſtets ſchon im Aeußern, im Weſen und Auftreten eines ſolchen finden will, war bei Herrn Buch⸗ holz nichts zu entdecken. Seine ganze Erſcheinung war nur plump, ohne gefällige Nüancirung; die Züge ſeines dunkel⸗ rothen, gedunſenen Geſichtes hatten einen widerlich gemeinen Ausdruck und die kleinen, unruhigen, grauen Augen deuteten auf Schlauheit, Liſt oder gar Hinterliſt im Charakter des Mannes.
Als der Amtmann über die Schwelle trat, brachte er zwar einen Gruß hervor, hielt aber nicht nöthig, nebenbei eine Verbeugung zu machen. Ueberhaupt zeigte ſein ganzes Ge⸗ bahren, daß er mit dem Vorſatze eingetroffen, hier recht feſt und ſicher oder nachdrücklich, das will ſagen, patzig und maſſiv grob, aufzutreten.
Römer ſah den Mann, welcher ihm durch ſeinen, von Wellmann ſtets mit Mißtrauen behandelten Agenten Meißner zugeführt worden, heute zum dritten Male. Bei ihren früheren Begegnungen hatte ſich derſelbe ſo kriechend wie linkiſch höflich
gezeigt; ſein gegenwärtiges ſchroffes Auftreten mußte daher auch ſeine Bedeutung haben.
Römer's Blick ſtreifte den Mann nur eben leicht, während er dem brüsken Gruße eine kalte Erwiderung zutheil wer⸗ den ließ.
„Nun, Herr Amtmann,“ meinte er dann,„was verſchafft mir das Vergnügen—“
„Unſer Kontrakt!“ antwortete der Gefragte barſch;„im Schluß⸗Paragraphen iſt mir das Recht vorbehalten, zurück⸗ treten zu dürfen, ſolange die Uebergabe noch nicht er⸗ folgt iſt.“
„Das iſt richtig!“ ſagte Römer kalt.
„Und ich will zurücktreten!“ ſchrie der Amtmann.
„Und weshalb— wenn ich fragen darf?“
„Darüber bin ich Niemandem Rechenſchaft
„Auch das iſt richtig!“
„Ich möchte alſo meine Kaution zurück haben!“
Römer lächelte.
„Natürlich— ich begreife das!“ ſagte er; den Kontrakt bei ſich?“
„Ja! Wollen Sie zahlen oder nicht?“
Römer warf dem flegelhaften Patron einen Flammenblick zu. Dann trat er einen Schritt zurück und ſchob einen Vor⸗ hang fort, wodurch ein zwiſchen anderem Geräth befindlicher kleiner Geldſchrank frei ward. Der Bankier öffnete Thür und Treſor deſſelben, entnahm letzterem einen ſechsläufigen Revolver, machte ihn ſchußfertig und legte ihn handrecht neben ſich auf den Tiſch..
Die ſchon ſtark an violett ſtreifende Geſichtsfarbe des Amt⸗ mannes verwandelte ſich bei jener Vorſichtsmaßregel des Bankiers in ein fahles Grau; die Unterlippe hing tief herab und die Augenlider bewegten ſich gans ungemein ſchnell auf und ab⸗
ſchuldig!“
„haben Sie


