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Concordia.
„Gewiß nicht!— Sie gaben ja Ihre Einwilligung!“
„Heiliger Gott!“ rief er erſchüttert aus, indem er das Geſicht mit den Händen bedeckte.
Endlich, nach einer Pauſe, begann er dumpf und kalt:
„Ich habe Sie mißverſtanden und nehme mein Wort zurück!“
„So?“ entgegnete Arthur ſarkaſtiſch;„Sie machten mich alſo erſt recht ſicher und treuherzig, um mich dann deſto be⸗ quemer auszulocken—“
„Gehen Sie jetzt, ich bitte Sie, laſſen Sie mich allein.“
„Wie ſoll ich das von einem Manne begreifen, der mir immer ſeine Offenheit vorſpiegelt, der noch vor wenig Augen⸗ blicken ſagte, daß er Verſtellung haſſe?“
„Menſch, ich rathe Ihnen—“
„Nur noch einige Worte,“ entgegnete Arthur kalt.„Daß Sie es nur wiſſen, ſchon lange traute ich Ihrer religiöſen Larve nicht mehr; ſchon lange war ich dieſes Knabenzwanges, der mich ſaft⸗ und kraftlos preßte, überdrüſſig. Sie wiſſen, wir haben nur noch ein Jahr miteinander zu ſchaffen— es ſteht bei Ihnen, ſich gleich jetzt der Laſt zu erleichtern. Wollen Sie, gut, ſo danke ich Ihnen für die gehabte Mühe!“
„Undankbarer, abſcheulicher Menſch!“ brauſte Elsner auf. „O, mein Kind! Mein armes, armes Kind!“
„Sollten Sie vielleicht andere Abſichten gehabt haben?“ fragte Arthur ahnend.
„Ja, ich hatte ſie und war berechtigt hierzu, als ein Elen⸗ der meinem Kinde von Liebe vorgeſchwatzt— ihm die heilig⸗ ſten Verſicherungen gegeben hatte— Sie ſind der Elende! Meine Abſicht beſtand darin, meine einzige Tochter an Sie
zu verſchwenden! Gehen Sie, prahlen Sie damit in der Stadt, hängen Sie Ihren Namen zur Schande aus— und den meinen dazu.“
„Es thut mir herzlich leid, daß—“
Elsner ließ ihn nicht zu Worte kommen, ſondern fuhr erregt fort:
„O, ich kurzſichtiger Thor! Mein armes, unglückliches Kind! War es Ihnen nicht genug, mir das Leben zu ver⸗ bittern, mußten Sie auch mein Kind unglücklich machen?“
„Herr Elsner, ich habe—“
„Schweigen Sie!“ unterbrach ihn Elsner,„und verlaſſen Sie ſofort mein Haus! Ihre verfluchten Liebeleien könnten Ihnen ſonſt theuer zu ſtehen kommen.“
Arthur ſchien tief bewegt.
„Herr Elsner,“ ſprach er mit zitternder Stimme,„ich darf Ihnen die Verſicherung geben, daß ich mit der größten Achtung von Ihrer Fräulein Tochter denke.“
„Das Mädchen iſt tugendhaft und bedarf das Zeugniß eines— Ihres Zeugniſſes nicht. Aber das verſichere ich Ihnen, wenn Sie meiner Tochter Ruf zunahetreten, nur ein Haar breit zunahetreten, bei dem ewigen Gott! dann zittern Sie vor mir!“
Er trat zurück, trocknete ſich die Stirn und fuhr nach einer Pauſe kalt fort:
„Die Sache iſt alſo abgethan, jetzt gehen Sie, Herr Walther. Was Ihre Verheiratung anbetrifft, ſo ſollen Sie in drei Tagen meinen Beſcheid erhalten.“
(Fortſetzung folgt.)
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Die brandenburgiſche Ohrfeige.
Hiſtoriſche Erzählung von Wilh. Grothe.
1. Kapitel. Die Andienz.
Es war am 15. Mai 1609, als der Großſtallmeiſter des franzöſiſchen Königs, Graf Roger de Bellegarde, den bergiſchen Edelmann Werner von dem Bongart in das Louvre zur Audienz führte. Der ſchöne hochgewachſene Franzoſe, der ge⸗ naue Freund Heinrich's IV. und der liebenswerthen Gabriele d'Eſtrées, eilte leichten Schrittes die weiten, herrlichen Säulen⸗ gänge entlang, ſodaß der ſchwerfälligere Deutſche ihm kaum folgen konnte. Bei der breiten Treppe, welche zu den Vor⸗ zimmern des Königs führte, trafen die Beiden auf einen Kar⸗ dinal, der kalt und vornehm den Fremden anblickte. Trotz⸗ dem hatte der in Purpur gekleidete Geiſtliche in ſeiner Er⸗ ſcheinung viel Einnehmendes. Die feingebogene Naſe, das runde Geſicht, der dunkle, gepflegte Schnurr⸗ und Knebelbart ſtimmten zu der hohen, geiſtreichen Stirn, den klugblickenden Augen. Herr von Bellegarde verneigte ſich vor ihm und ſtellte ſeinen Begleiter dem geiſtlichen Würdenträger Franz von Joyeuſe vor.
„Eure Eminenz, ich nehme mir die Ehre, Ihnen in dieſem Kavalier den Geſandten des Pfalzgrafen von Neuburg und der bergiſchen Stände vorzuſtellen, Herrn Werner von dem Bongart.“ 3
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Joyeuſe ſchien einen Augenblick nachzuſinnen, dann ſagke er:„Führt Ihr Weg nicht durch die Ardennen?“
„In der That, Eminenz,“ antwortete der Deutſche. Der Kardinal lächelte eigenthümlich, dann bemerkte er:„Ich möchte Ihre beſchwerliche Reiſe nicht getheilt haben, mein Herr; denn ſoviel ich weiß, ſind dort die Gewäſſer im April ſehr hoch und die Wege kaum paſſirbar. Es müſſen dringende Gründe geweſen ſein, welche Sie die Gefahren zu beſtehen ver⸗ anlaßten.“ Bei den Worten machte er, das Geſpräch ab⸗ brechend, den Beiden eine tiefe Verbeugung.
Bellegarde und der Geſandte ſtiegen nun die Treppe em⸗ por und fanden die Vorzimmer faſt gefüllt. Dort geſellte ſich Louis de l'Hopital wie auch der Graf von Crequi zu ihnen. Letzterer richtete einige Fragen über die bergiſchen Verhält⸗ niſſe an Werner.
„Nicht wahr,“ ſagte er unter Anderem,„in Ihrem Lande giebt es noch gar viele Bären?“
„Nicht alſo, Herr Graf,“ lautete die Antwort;„der letzte wurde 1455 getödtet.“
„Das hätte ich nicht erwartet,“ riefen l'Hopital und Crequi wie aus einem Munde, und der Letztere fügte noch hinzu: „Iſt doch Deutſchland die Heimat der Bären.“
Ehe Bongart antworten konnte, hatte der Großſtallmeiſter ſeine Hand ergriffen und ihn zu einem Manne gezogen, der,


