Jahrgang 
1 (1879)
Seite
65
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wieder. Es würde Deinen Schmerz auch nur erhöht haben, wenn Du ihre letzten Leiden noch geſehen hätteſt!

Bei dieſen Worten brachen meine Thränen auf's Neue hervor, doch unter dem Druck ſeiner Hand wurde mein Schmerz etwas ruhiger und milder; meine Kraft war auch dahin und die Quelle meiner Thränen verſiegt, und mit roth⸗ verweinten Augen und brennenden Schläfen legte ich meinen Kopf auf die Bettdecke. Inzwiſchen ließen ſich im Neben⸗ zimmer Stimmen hören, und Frau Mitchell und Herr Burrell traten herein. Erſtere weinte in ihrem Mitleiden mit mir und bot mir Thee an, Letzterer forderte mich auf, mich zu⸗ ſammenzunehmen und artig zu ſein, wie meine Mama es wünſchen würde, wenn ſie mich ſehen könnte; doch ich ließ die Beiden unberückſichtigt, auch der fremde Herr drängte ſie zur Seite und bat ſie, mich in Ruhe zu laſſen. Dabei legte er ſeinen ſtarken Arm um mich und richtete mich auf wie ein Kind; ich ließ ihn ruhig gewähren, meine Kräfte waren er⸗ ſchöpft, ich konnte ſelbſt nicht mehr weinen, und fragte nur mit zitternder Stimme, als er mich hinausführen wollte: Wohin bringen Sie mich?

Nach Deinem Lager, antwortete er mir, und obgleich ich mich nicht dahin wünſchte, widerſprach ich ihm nicht, legte geduldig meinen Kopf an ſeine Schulter und ließ mich dahin geleiten.

Sorgſam und liebreich legte er mich auf mein Bett nieder, bereitete mir eigenhändig einen beruhigenden Trank und hieß

Concordia.

mich dieſen nehmen, und wenngleich mir zu Muthe war, als ob ich nimmer wieder Ruhe finden könnte, fiel ich doch als⸗ bald in einen feſten Schlaf, aus dem ich erſt am anderen Morgen erwachte. Dann aber ſtürmten die trüben Gefühle mit erneuter Kraft auf mich ein und noch mehr, als man mir mittheilte, der fremde Herr ſei ein Verwandter der ver⸗ ſtorbenen Mama und wolle mich ſelbigen Tages noch mit ſich fort von Saltpool nehmen. Die Trennung von der Theuren, während dieſe noch auf ihrem Sterbelager ruhte, ſchien mir mehr als grauſam. Doch ich war noch zu ſehr Kind, um es zu wagen, gegen geſetzliche Gewalt Widerſtand zu leiſten; ſo ſah ich geduldig zu, wie Frau Mitchell meine beſcheidenen Habſeligkeiten in einen Koffer packte, und ließ mich, nach einem peinvollen Abſchied von der Hülle der heiß⸗ geliebten Mutter und von meinen Freunden, in einen Wagen heben, der uns nach der Bahn brachte. Nun folgte eine lange Fahrt; während derſelben ſaß der fremde Herr ziemlich ſtumm neben mir, fragte mich nur mitunter nach meinem Be⸗ finden. Mir erſchien er als das einzige Weſen in der weiten Welt, das ſich meiner erbarmen könnte, und ſo beſchlich mich das Gefühl, als müſſe ich mich ihm ganz anſchließen. End⸗ lich langten wir in einer großen, geräuſchvollen Stadt an, und ganz vernichtet von Schmerz und kaum meiner Sinne mächtig, beſtieg ich wiederum einen Wagen und fuhr mit ihm durch die Straßen.

(ortſetzung folgt.)

Furchtlos und treu.

Roman. (Fortſetzung.)

Frau Elsner und Agnes ſchauten Edgar ſtaunend an; dieſer aber fuhr fort:

Darum, nur in dieſer einzigen Rückſicht, konnte ich den Anſchein der Unthätigkeit ertragen! Ich habe Hilfsmittel zu meinem Vorhaben, das zunächſt nichts Geringeres iſt, als die Schurken zu entlarven, die meinen alten Onkel, um ihn be⸗

rauben zu können, für wahnſinnig erklären ließen

Edgar! rief freudig Elsner,o, wüßten Sie, welchen Kummer Sie mit Ihren Worten von meinem Herzen nehmen! Auch Agnes reichte dem Jüngling die Hand und ſprach:

Verzeihen Sie! Wir Alle haben Sie verkannt!

Edgar drückte einen Kuß auf die ihm dargereichte Hand und fuhr fort:

Ich habe Ihnen nichts zu verzeihen! Und doch, warum ſoll ich's leugnen, daß es mir bisweilen weh recht weh gethan hat, mich gerade von den Menſchen verkannt zu ſehen, die ich am meiſten liebe und denen ich ſo viel Dank ſchulde!

Elsner reichte ihm bewegt die Hand.

Nach einer Pauſe fuhr Edgar fort:

Schon lange ſammele ich Beweiſe, um die Ungeheuer, die den Onkel für wahnſinnig erklärt, in ihrem eigenen Gifte zu erſticken; und will' Gott, ſo iſt der arme Onkel Blumau bald wieder in ſeine Rechte eingeſetzt. Ich habe den Miniſter ſchon vorläufig benachrichtigt und von ihm Schutz und Ge⸗ rechtigkeit zu hoffen, wenn meine Beweiſe ausreichen.

Unbegreiflich iſt mir die Schwäche, womit der Fürſt ſeine

Unterthanen einem Schurken, wie dem Geheimrath von Salfeld, preisgiebt, bemerkte Elsner.

Der Fürſt iſt zu edel und zu gut, als daß er an ſolche Nichtswürdigkeit glauben kann. Doch hoffentlich gelingt es mir bald, die Schurken zu entlarven. Mein einziges Ziel iſt, noch den ſprechendſten Beweis gegen ihn zu erlangen.

Und der iſt? fragte Elsner, indem er Edgar erwartungs⸗ voll anblickte.

Der Onkel Blumau ſelbſt!

Wie, er ſollte wirklich noch leben?

Gewiß! Ich habe ſeine Flucht aus der Anſtalt, in welcher man ihn gefangen hielt, erkauft. Ich ſchickte Leute in dieſe Gegend, allein ſie haben ihn verfehlt, Niemand weiß jetzt, wo er ſich befindet. Der Geheimrath läßt ihn ſuchen, ich auch. Jenen ſpornt die Furcht dazu an, mich die Pflicht. Iſt er aber gefunden, woran ich nicht zweifle, dann ſprenge ich die angelegten Minen und wenn es mit Glück und Liebe für immer vorbei ſein ſollte! fügte er dumpf hinzu.

Edgar, rief Elsner,Sie lieben doch nicht etwa die Toch⸗ ter des Geheimrathes?

Ja, ich liebe ſie! Warum ſoll ich's leugnen? Das Mädchen iſt ein Engel und hat weder mit der Verworfenheit des Vaters noch des Bruders zu thunk 3

Armer Edgar! ſprach Agnes bewegt, indem ſie dieſem die Hand drückte,wird Ihre Liebe glücklich ſein?k

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A.