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Concordia. 63
„Laſſen Sie uns nur machen,“ rief ich ſorglos aus und griff tüchtig zu den harten Mehlklöſen und zu den Ueber⸗ bleibſeln des Tages vorher,„uns iſt Alles gleich, Betſy und ich haben den köſtlichſten Appetit. Wie geht es aber oben bei Mama, ſind die Bruſtſchmerzen vorbei?“
„Ja, Kind, die ſind beſſer, doch der Arzt ſieht das nicht für ein gutes Zeichen an, Deine Mama iſt auch auffallend ſchwach geworden.— Ich glaube, es iſt ein Telegramm nach einem anderen Herrn geſchickt mit der Aufforderung, zu kommen und ſie zu ſehen.“ Dabei nickte ſie wichtig mit dem Kopfe.
„Nach einem anderen Herrn?“ rief ich erſchrocken aus und warf Meſſer und Gabel zur Seite.„Was kann ihr denn der nützen?“
„Der Herr iſt auch ein Arzt. Doch ſprich nicht ſo laut, man hört Dich ſonſt oben!“
„Doch was kann ihr denn ein zweiter Arzt helfen? Mama hat ja Herrn Burrell.“
Frau Mitchell wurde durch mein eindringliches Fragen etwas in Verlegenheit geſetzt und ſagte:„Nun ja, Kind, aber die beiden Aerzte beſprechen ſich und ſuchen Etwas auszufinden, was der armen Mama helfen könnte.“
„Iſt Mama denn ſo ſehr krank, Frau Mitchell?“
„Das mag Gott verhüten, mein liebes, gutes Kind!“ ſagte Frau Mitchell, indem ſie ihre rauhe Hand auf meinen Kopf legte;„Du wirſt ſehen, daß ſie allmälig beſſer wird. Doch ich darf hier nicht länger bleiben und ſchwatzen, während man oben meiner vielleicht bedarf.“
„Dürfte ich nicht mit Ihnen gehen?“ fragte ich ſchüchtern. In ihrer Art und Weiſe lag etwas, was plötzlich in mir ein beängſtigendes Gefühl von Sorge wachrief.
„Bleib' lieber unten, Pet, Herr Burrell hat es ausdrück⸗ lich angeordnet, daß Deine Mama ſo ruhig wie irgend mög⸗ lich gehalten werden ſoll; deshalb iſt es beſſer, Du bleibſt hier. Rufe Betſy und ſorget für Euer Mittageſſen!“
Frau Mitchell's Mittheilungen hatten mir allen Appetit genommen, und ſo wie ſie hinaus war, dachte ich nicht mehr an's Eſſen und ging in's Wohnzimmer. Das Herbeirufen eines zweiten Arztes war mir ganz unverſtändlich, ich konnte mir nicht erklären, was dieſes ſollte; wir hatten nun ſchon manches Jahr in Saltpool gelebt und Mama war ſchon oft krank geweſen, doch nie war die Rede davon, noch eknen Arzt zuzuziehen. Nach meinen kindlichen Ideen ſchien mir ein Doktor ſchon Plagen genug bringen zu können, und nun gar zwei zugleich ſchienen mir nur dazu da zu ſein, die Pillen und andere unangenehme Medicamente zu verdoppeln. Wie tief bedauerte und beklagte ich Mama! In dem kleinen Wohn⸗ zimmer, das ungeheizt und daher bitterkalt war, blieb ich und verſank in Nachdenken über das eben Gehörte und bemerkte nicht, daß es dunkel und ich verklamt und blau vor Kälte wurde. Endlich ſtand ich von dem Sopha, auf dem ich ge⸗ ſeſſen, auf, ſchlich die Treppe hinauf nach der Thür, die zum Krankenzimmer führte, und legte lauſchend mein Ohr an's Schlüſſelloch. Drinnen war Alles ſtill und ich dachte, ich dürfte es wohl wagen, einzutreten, doch ſchon beim erſten Ton, den die Thür verurſachte, trat der Doktor Burrell auf die Schwelle.
„Was willſt Du, mein Kind?“ ſagte er mit ungewöhnlich reundlicher Stimme⸗
„Ich möchte ſo gern zur Mama, ich habe ihr ſeit heute Morgen keinen Kuß gegeben.“
„Ich will es Dir erlauben, doch Du mußt mir verſprechen, nur einen Augenblick zu bleiben. Dann trinkſt Du Deinen Thee und gehſt wie ein artiges Kind gleich zur Ruhe.“
„Ja, ich verſpreche es Ihnen.“
„Kann ich mich ſicher auf Dich verlaſſen, Petronel?“
Hierauf erwiderte ich kurz, daß ich noch nie die Unwahr⸗ heit geſagt, und er öffnete mir behutſam die Thür. Ein⸗ gedenk des eben gegebenen Verſprechens, ſchlich ich auf den Fußſpitzen an die Seite der Mama und ſah ſie ſchweigend an.
Mama lag ganz ſtill und bewegungslos, mit geöffneten Augen, vor mir, ſchien aber doch im Schlummer zu ſein. Als ich mich niederbeugte und ſie auf die Stirn küßte, öffnete ſie plötzlich ihre Augen noch weiter, ſah mich ſtarr an und ſagte mit aufgeregter, lauter Stimme:
„Halt, halt! Bleib' bei mir! Warum kamſt Du nicht, als ich Dich rief? Es iſt ſo dunkel hier, ſehen kann ich Dich nicht, ich fühle Dich nur.“
„Mama, Mamal ich bin bei Dir, Deine liebe Pet!“ rief ich erſchrocken aus.„O, ſagen Sie, Herr Burrell, was be⸗ deutet das?“
„Nichts, mein liebes Kind, nichts Beſonderes!“ antwortete dieſer, indem er ſeine Hand auf meinen Arm legte und mich zur Thür zu dirigiren ſuchte.„Mama iſt etwas fieberhaft und weiß nicht, was ſie ſpricht. Gegen Morgen wird ſie ruhiger werden. Geh' nun und denke daran, was Du mir verſprochen haſt, ſonſt darf ich Dich nicht wieder herein⸗ laſſen.“
Ich fügte mich ohne Widerrede, ging hinaus und die Treppe hinunter, weinte aber bitterlich. Plötzlich war es mir klar geworden, daß Mama's Krankſein dieſes Mal ernſthafter war als je zuvor, doch davon, daß ihr Leben in Gefahr ſei, hatte ich noch keine Ahnung. Gegen acht Uhr, als es Zeit war für mich, zu Bett zu gehen, kam Frau Mitchell zu mir und ich ſah deutlich, daß ſie geweint hatte. Dieſes erweckte wieder Verdacht in mir, und raſch fragte ich nach der Urſache ihrer Thränen.„Ich habe nicht geweint, Pet,“ ſagte ſie, wurde aber ganz roth dabei.„Wer ſetzte Dir das in den
Kopf?“
„Daß Sie Thränen vergoſſen, ſehe ich deutlich, Frau Mit⸗ chell! Mama's Zuſtand iſt doch nicht beſorgnißerregend? Bitte, ſeien Sie offen gegen mich!“
„Das arme Kind denkt nur an ſeine Mama!— Sei ruhig, Mama iſt augenblicklich nicht kränker. Der Doktor Burrell hat Dir ja eben ſelbſt die Verſicherung gegeben, daß ihr Befinden morgen früh beſſer ſein wird.“
„Wenn aber noch ein zweiter Arzt zugerufen iſt, ſo müſſen Sie doch um ſie in Sorgen ſein.“
„Du kommſt immer wieder auf den zweiten Arzt, wir wollen von dem weiter nicht ſprechen, wenn Dich der beun⸗ ruhigt.— Denke nun aber an das, was Du Herrn Burrell verſprochen haſt; nimm Dein Abendbrot und gehe ruhig zu Bett. So Gott will, können wir Dir morgen früh gute Nach⸗ richt bringen.“
„Herr Burrell iſt mir ganz gleichgiltig, ich habe mit ihm nichts zu ſchaffen, ich bin nicht krank! Eſſen mag ich nicht und werde ich nicht, drum ſprechen Sie nicht weiter davon.“


