Jahrgang 
1 (1879)
Seite
21
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N

Concordia.

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Weil er mir die beſten Repliken durch ſeine Flucht genommen hat; doch er ſoll ſehen

Der Eintritt Elsner's unterbrach ihn.

Beim Anblick des Referendars runzelte der Kaufmann die Stirn, und nachdem er Frau und Tochter begrüßt, verneigte er ſich kühl gegen den Referendar, worauf er ſeiner Frau einen Wink gab, ihn mit Herrn von Salfeld allein zu laſſen.

Beide erhoben ſich nach einer geſchickt angebrachten geſell⸗ ſchaftlichen Höflichkeitsform und verließen das Zimmer.

Der Referendar ſchickte ſich an, die Damen zu begleiten, und ſprach:

Ich werde mit Ihrer Erlaubniß

Bleiben Sie, Herr von Salfeld, ich habe einige Worte mit Ihnen zu ſprechen, unterbrach ihn Elsner.

Kaum hatten die Damen das Zimmer verlaſſen, ſo begann Elsner:

Herr Referendar, Sie thun ſeit geraumer Zeit meinem Hauſe die Ehre an, es oft zu beſuchen.

Bitte recht ſehr; Ehre und Vergnügen ſind ganz auf meiner Seite..

Ohne Schmeichelei was das Vergnügen anbetrifft, ſo iſt das nicht auf meiner Seite.

Ei, mein Herr Elsner ſtammelte der Referendar ver⸗ legen,ich will doch nicht hoffen

Kommen wir gleich zur Sache, unterbrach ihn Elsner ernſt und fuhr dann fort:

Die Urſache Ihrer Beſuche iſt welche Sie für meine Tochter Agnes

Allerdings.

Haben Sie die Abſicht, meine Tochter zu heiraten?

Ja wenn nur ſehen Sie, wenn es von mir ab⸗ hinge ſtotterte er verlegen.

Eine andere Abſicht aber traue ich Ihnen nicht zu. Da aber von ernſten Abſichten Ihrerſeits nicht die Rede iſt, ſo muß ich Sie bitten, den Ruf meiner Tochter zu ſchonen und mein Haus ferner nicht mehr zu beſuchen.

Er hatte die letzten Worte äußerſt ſchonend, ja faſt in bittendem Tone geſprochen. Allein der Referendar ließ ſich nicht ſo leicht abſchrecken und entgegnete:

Sie ſetzen mich wirklich in Erſtaunen, Herr Elsner.

eine gute Meinung, hegen.

Verzeihen Sie Vaterſorge ringt mir dieſe unange⸗ nehme Unterredung ab.

Aber ſagen Sie, was haben Sie für Einwendungen gegen mich? Wenn auch leider eine Verbindung nicht ſtattfinden kann, warum mich quasi aus dem Hauſe werfen?

Ich bat Sie nur, mein Haus zu meiden, weil Ihre öfteren Beſuche den guten Ruf meiner Tochter gefährten.

Das ſind nur Ausflüchte, Herr Elsner, entgegnete er heftig,Ausflüchte, um irgend einen geheimen Groll damit bedecken.

Ich hege keinen Groll gegen Sie! entgegnete Elsner mit Ruhe.

Und doch haben Sie den! Aber ich rathe Ihnen

Ich bin gewohnt, mir ſelbſt zu rathen, und bedarf alſo Ihres Rathes nicht. Daß Sie mir übrigens nicht gefallen, das bemäntele ich nicht.

Ich bemerke Ihnen aber, daß Sie es bitter bereuen dürften, wenn Sie Ihr Wort nicht zurücknehmen. Bedenken Sie

Was ich thue, iſt von Wort zu Wort bedacht.

Nun denn! rief der Referendar in vollſter Heftigkeit, noch eine Stunde gebe ich Ihnen Bedenkzeit, ob Sie Ihre Grobheit wieder gutmachen wollen, wo nicht, ſo will ich Ihnen zeigen

Elsner's Geſicht bedeckte dunkle Röthe, und einen Schritt auf den Referendar zutretend, rief er:

Herr! Ich gebe Ihnen nach dieſem Betragen nur noch zwei Sekunden Zeit, mein Haus zu verlaſſen wo nicht Er hielt inne, ging an den Schlüſſelhalter und legte einen Schlüſſel auf den Tiſchwo nicht, fuhr er ruhiger, aber kalt fort,ſo bitte ich, das Zimmer abzuſchließen, wenn Sie gehen.

Im Begriff, das Zimmer zu verlaſſen, ſtellte ſich der Referendar mit zornfunkelndem Blick vor Elsner hin und mit von Wuth erſtickter Stimme ſprach er:

Bleiben Sie, ich gehe, Herr, ich gehe! Aber das ſchwöre ich Ihnen heilig Sie ſollen den Augenblick bereuen, oder ich will das Leben nicht haben!

ſtürzte wüthend hinaus. 3(Cortſetzung folgt.)

zu

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1

Anprobemäßig!

Humoreske.

Na, Freiwilliger, nun lest uns'mal'was Ordentliches

vor! ſagte der Kommandant der Kaſernenwa e, ein alter 9

Arttlllerieunteroffizier, zu dem ihm gegenüberſitzenden Gefreiten,

denn ich ſehe ſchon, wie die Faulpelze von Kanonieren gähnend nach den Pritſchen ſchauen, und verwette meine Menage gegen eine Pfeife Grünſiegel, wenn's ſo ſtill bleibt wie jetzt, ſo giebt's in einer Stunde ein Schnarchkonzert, daß uns Hören und Sehen vergeht. Ich habe nichts hier, alsUriel Acoſta, antwortete der ſo Angeredete. Uriel Acoſta? Hm, ſapperlot, war das nicht der be⸗ rühmte Räuberhauptmann, der in den böhmiſchen Wäldern ſein

Weſen trieb?

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Weit gefehlt, Herr Unteroffizier! entgegnete der Frei⸗ willige, mit Mühe das Lachen verbeißend;haben Sie noch nichts von den geflügelten Worten Ben Akiba's gehört:Es iſt ſchon Alles einmal dageweſen? die

Die nicht wahr ſind! ſprach in dieſem Augenblicke der alte Trompeter Schurig, welcher ſoeben vomAbfüttern⸗Blaſen in die Wachtſtube zurückkehrte.Euer Ben Akiba mag ein ganz geſcheuter Kerl geweſen ſein, aber Artilleriſt iſt er jeden⸗ falls nicht geweſen, ſonſt müßte er wiſſen, daß da Dinge vor⸗ kommen, die gewiß noch nicht dageweſen ſind.

Na, Herr Trompeter, nur nicht zu viel behauptet, fiel der Freiwillige lächelnd ein;wenn man nun Bexweiſe forderte?