Jahrgang 
1 (1879)
Seite
11
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ʃ

Brougham,

bemerken, daß er ſeine große Popular

Concordia.

Nein! ſtieß endlich Römer heftig hervor ſchnell abwendete,geh' hinaus!

Paul wendete ſich ebenfalls ab und ſchlürfte grinſend zur Thür. Jetzt war er wieder vollkommen Schleicher, doch ſicht⸗ bar mit innerer Befriedigung hunſichtlich des Reſultates ſeines widerwärtigen Auftretens und Benehmens.

So wie der Patron aus dem Gemache verſchwunden war, warf ſich Römer in den Seſſel. Seine hohe Geſtalt ſank förmlich in ſich zuſammen. Die unnatürlich erhöhte Se ſeines Geſichtes machte einer ebenſo ungewöhnlichen Bläſſe Platz und ſein Ange verlor den Glanz bis zum Erl zſchen. Auf ſeinem Antlitz zeigte ſich ein eigenthi imliches Zucken der Muskeln, welches immer heftiger ward. Endlich griff der leidende Mann mit beiden Händen nach dem Kopfe und ſtieß einen lauten Schrei des Schmerzes aus.

indem er ſich

Wiederum ward die Thür des Zimmers leiſe geöſſnet und der Kopf des Dieners kam zum Vorſchein. Mit hämi⸗ ſchem Grinſen betrachtete der Menſch einen Augenblick ſeinen Herrn, wonach ſein Kopf wieder verſchwand und die Thür ſo leiſe geſchloſſen ward, wie ſie geöffnet worden.

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11.

Der Bankier ſchien es nicht bemerkt zu haben, daß er einen Angenblick von dem Diener beobachtet worden. Er blieb ungefähr fünfzehn Minuten, mit den Häuden vor dem Geſicht e, in der Ste e lung, welche er im Momente ſeiner Schmerzens⸗ äußerung angenommen hatte. Als er jene wieder entfernte, batte das Zucken der Muskeln aufgehört. Doch das ganze Antlitz legte jetzt Zeugniß von einem qualvollen Zuſtande Nümnere ab, der vielleicht nur zum geringeren Theile von körperlichen Leiden herrührte, in der Hauptſache dagegen auf⸗

reibender enpein zugeſchrieben werden mußte.

Unßurdfa lag zwiſchen Herrn und Diener ein Etwas, wodurch ihrem Verhältniß der Charakter des Unerträglichen aufgeprägt ward.

Es mußte ein Geheimniß zwiſchen ihnen geben, welches vielleicht Beide den Wunſch hegen ließ, durch Länder und Meere von einander getrennt zu ſein, das ſie aber dem⸗ ungeachtet eng aneinander kettete.

Und am ſchwerſten hatte unter dieſer geheimnißvollen offenbar der Bankier der Herr, zu leiden gehabt

3 4 eſſel Der 01 (Fortſetzung folgt.)

und noch zu dulden.

Betronel.

Roman aus dem Engliſchen von

1. Kapitel.

Doktor Jord's Vergangenzßeit.

An der Südküſte Englands liegt die ausgebreitete Garni⸗ ſon⸗ und Hafenſtadt Rockbury, ein befeſtigter, volksreicher Ort, in dem Handel und Gewerbe aller Art blühen. Im oberen Theil der Stadt, der ſich am Strande hin ausdehnt und daher Rockbury am Meere genannt wird, befinden ſich das Fort, der Paradeplatz und die erſten Hotels, die zur Zeit der Bade⸗ Saiſon von der vornehmen Welt ſehr beſucht ſind; der andere Theil, Niederrockbury, der das Arſenal und das Seemagazin umſchließt, wird größtentheils nur von den unteren Angeſtellten und von Trödlern bewohnt und iſt der Tummelplatz der See⸗ leute, die vielfach in angeheiterter Stimmung mit ihren Genoſſen die Straßen durchziehen und beunruhigen.

In Nockbury war, wie nicht anders zu erwarten, nie Mangel an Aerzten; zu der Zeit aber, in welche der Anfang unſerer Geſchichte fällt, das heißt, etwa vor zehn Jahren, war es unter manchen tüchtigen und geſchätzten beſonders einer, dem Reich und Arm im weiten Umkreiſe Vertrauen ſchenkten, und der kaum im Stande war, allen Anforder⸗ ungen zu genügen, und dieſer eine war Doktor Ulih Ford.

Sein im Mittelpunkte der Stadt belegenes Wohuhaus war ſo allgemein bekannt, daß es nicht des Schildes mit ſeinem Namen bedurft hätte; ſeine Muneldegloche atie keine znuhe weder bei Tage, noch bei Nacht. mit den geräuſchloſen Rädern und heſpunt uit Pferden der edelſten Race, konnte man zu jeder Tageszeit ent⸗

Straße zu Straße eilen, oder vor den Wohnungen

weder von Stra ſeiner- zohlreichen Patienten halten ſehen. Dabei muß ich eität keineswegs einem

Florence Marryat.

auffallend hübſchen Aeußern oder einem Jedermann einnehmen⸗ den Weſen verdankte, daß alle ſeine Kollegen eben iſo voll ſeines Ruhmes waren, wie das übrige Publikum, und daß er dabei ſtets anſpruchslos und beſcheiden blieb.

Im ärztlichen Stande ſowohl, wie auch in jedem anderen jebt es immer einzelne Perſönlichkeiten mit beſonderen Eigen⸗ hümlichkeiten, die ſich im öffentlichen Leben ſehe bald be⸗ merklich machen. Oft ſchon begegneten wir einem Arzte, der, voll von ſüßlichen, ſchmeichelnden Redensarten, ſeine Stimme kaum über ein leiſes Geflüſter erhebt, uns durch ſanften Händedruck ſeine Theilnahme verſichert und durch Fragen aller Art an uns und unſere Umgebung die Krankheits⸗ ſymptome zu ergründen ſucht, bevor er es wagt, zu den ge⸗ eigneten Mitteln zu greifen. Wie oft auch hat man unter der rückſichtsloſen Behandlung eines anderen eine Art von Feuer⸗ probe zu beſtehen, wenn dieſer in unzarter Weiſe ſein Examen anſtellt, dann ſchonungslos die Krankheit bei ihrem rechten Namen nennt und mit einer Stimme, die durch's ganze Haus erſchallt, auch an den Beſcheidenſten die unglaublichſten Zu⸗ muthungen ſtellt und ſchließlich, arge Verwüſtung auf dem Seͤl zbiich anrichtend, zu Tinte und Feder greift und ſein t niederkritzelt. Doch man hofft von dem Gekritzel Hilfe und Linderung der Leiden, der barſche Arzt hat trotz ſeines abſtoßenden Weſens Vertrauen bei ſeinen Patienten, er hat einen ſcharfen Blick und ein ſicheres Verſtändniß, nine Freunde neunen ihn einen ungeſchliffenen Diamanten. Dann auch giebt es aufgebla dine geſchwätzige e Jünger des Aeskulap, die ſich wie hinrollende E oſen im Zimmer umhertummeln, ſtets mit heiteren

Worten gegen die Verſtimmung ihrer Kranken ankämpfen, in

allen Fällen völlige Geneſung in kurzer Zeit zuſichern, neben⸗ bei eine Fülle von Stadtneuigkeiten auskramen, und die dann