Jahrgang 
1 (1879)
Seite
9
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dbeit n Theil der Hand⸗

Fuuchen. Das mir vor zwei Cavendiff⸗Tabak unte die Maul⸗

ine Erwartungen

uns nicht vor. melte die Zigeu⸗ lche das Meſſer wückgelaſſen.

daß ich jung

in die Plantten

enziös.

rverſtändnißvoll ttient, der Herr e und Klärchen,

Morgen⸗Anzugen

atte das Lächeli, 8.7 dtt das Lächehn.. treff des Prokuriſten haben Sie durchaus fehlgeſchoſſen; der

tals vermindert. s Doktors alleil, welchen ſeine legte große Be⸗ ch ſtets ſehr er⸗ riſſenen Sätzen. interhaltung ge⸗ nlich vertrauten

erwiderte Frau erbergen, ſobald

und mein guter

en. Hoffentlich ben, indem fe

ngen; bedenken

Saiſon!

ges Geſicht und

mit Nachdruc, nicht hören wil⸗ geſagt, es iſt reiben aufgiebt,

nichts, ich vet⸗

des Lächelis ingſtlicher Aus⸗ bönen ſe ſie he auf,

mit leich meiſe

n Geſichtes

2*

Concordia.

2 velchen das Geklingel auf ihn gemacht, abzuſtreifen geſucht

und mit leichtem Kopfſchütteln ſeinen Sitz wieder eingenommen. Nunmehr aber ſtahl ſich ein Zug über ſein Geſicht, welcher etwas wie Schadenfreude erkennen ließ.

Meinen Sie Herrn Wellmann? fragte endlich der Diener den Doktor. Gewiß wen ſonſt? brummte dieſer verdrießlich.

Ja, der kommt nicht, wenn ich ihn rufe! erwiderte der

Diener grinſend.

(Es war jetzt wieder an Doktor Rohrbeck, überraſcht zu er⸗ ſcheinen. Mit einem unbeſchreiblich komiſchen Ausdruck

ſeiner etwas verſchwommenen Geſichtszüge ſah er von dem an Diener auf den Herrn und umgekehrt. Römer konnte ſich eines leichten Lachens nicht erwehren.

Geh', Paul! ſagte er zu dem Diener,ſende eines der Mädchen mit dem Auftrage in das Komptoir, Herrn Well⸗ mann zu erſuchen, mir einen Augenblick ſeine Gegenwart zu ſchenken!

Der Diener ging und man konnte ſein Murren oder Brummen noch deutlich aus dem Vorzimmer vernehmen.

2;.. k Hören Sie, Römer! begann der Doktor nach einem

tiefen Athemzuge,manchmal werde ich an Ihnen irre. Sie ſind nicht allein der ſonderbarſte Kranke, welcher mir je vor⸗ gekommen, ſondern auch der wunderlichſte Menſch überhaupt. Sie laſſen ſich alſo nicht nur von dieſem Schurken Paul, ſondern auch noch von dem Prokuriſten tyranniſiren hm!

und von meinem Arzte, fügen Sie nur gleich hinzu! ergänzte Römer ebenfalls in ſpöttiſchem Tone,aber in Be⸗

iſt mir kein Tyrann, wohl aber iſt er mein zweites Ich, und gegen ſich ſelbſt darf man immerhin einige Rückſichten vor⸗ walten laſſen. Nebenbei iſt er der Einzige im Hauſe, der Ihren Günſtling Paul zu bändigen weiß, und es fällt mir deshalb nicht ein, ſeiner Art, denſelben zu behandeln, etwas in den Weg zu legen. Aber Sie werden vielleicht Gelegenheit haben, zu erkennen, daß mir Herr Wellmann auf's Wort gehorcht!

Alle Achtung! rief der Doktor wieder lebhafter,wenn Wellmann dieſe menſchliche Beſtie von Diener zu zähmen ver⸗ mag, iſt er meiner Freundſchaft ſicher, und ich werde ihm dies

Halt, Doktor! unterbrach ihn Römer,Wellmann iſt von Ihnen nicht ſo erbaut, daß er Ihre Freundſchaft ſo ohne

Weiteres annehmen dürfte. Er hat zwar feſte, aber ſehr fein⸗ fühlige Nerven! Wie was?! rief der Doktor auffahrend,was ſoll das heißen? Was hat der Prokuriſt, ein Buchhalter ein Kommis, ſo gut oder ſo geringe wie viele Andere, an 3 mir auszuſetzen he? Ah da iſt er ſchon! 5 Die beiden Herren hatten bei ihrem Geſpräch den leichten, aber regelmäßigen Schritt eines nahenden Menſchen überhört. Derſelbe öffnete für jene ganz unvorbereitet die Thür und ſtand demnächſt in der Geſtalt des Prokuriſten vor ihnen. Wellmann war nicht eben hoch, aber gut gewachſen und 6 namentlich kräftig gebaut; ſein Haar war blond, ſeine Augen ag blau und in ſeinen Zügen lag ein hoher Grad von Feſtig⸗ 21 keit oder Entſchloſſenheit ausgeprägt. Auf ſeiner linken Wange zeigten ſich drei oder vier faſt gleichlaufende, dunkle Streifen

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Hartenn welche vfjenbar von Hiebwunden, verurſacht durch ein

ſcharfes Inſtrument, herrührten.

aed e dhr KerrenePeeheerchee n W es Doktors gehört hatte, läßt ſich

ſchwer ſagen. Die ſtumme Verbeugung, welche er machte, ſo

wie er die Thür wieder geſchloſſen, verrieth nichts der Art;

ſie war ruhig und gemeſſen, aber höflich.

Sie haben mich rufen laſſen, Herr Römer! ſagte er hiernach mit tiefer, ſonorer Stimme.

Der Bankier dankte freundlich auf den Gruß des jungen Mannes; der Doktor hielt ſtatt deſſen ein leichtes Kopfnicken für genügend. Der Erſtere wollte ſprechen, doch der Letztere, welcher noch immer das ominöſe Buch hielt, kam ihm zuvor.

Hier, Herr! ſagte er in ſeiner heftigen Weiſe, indem er dem Prokuriſten das Buch entgegenſtreckte;dieſen ver⸗ trakten Band nehmen Sie an ſich und laſſen ihn unter ſechs Monaten nicht wieder in die Hände des Herrn Römer kommen!

Wellmann machte keine Bewegung, das ſchwere Buch dem Arzte abzunehmen, und ſomit mußte dieſer daſſelbe wieder ſinken laſſen; er antwortete auch dem Doktor nicht, ſondern blickte nur fragend zu ſeinem Prinzipal hinüber.

Nehmen Sie nur das Hauptbuch an ſich, Wellmann! ſagte jener lächelnd,wir müſſen daſſelbe einſtweilen vor dem Grimme dieſes Herrn zu ſchützen ſuchen; ich werde ſpäter weiter mit Ihnen deswegen ſprechen!

Erſt jetzt nahm Wellmann dem Doktor das Buch ab, der durch das Benehmen des Erſteren ſichtlich gereizt worden.

Hm! brummte er biſſig,ſehr gentlemanlik; liegt ſo etwas vom Studioſus in Ihrem Bene hmen, junger Mann. Wo haben Gie denn eigentlich die Menſur betreten, um die Schmiſſe da zu beſehen, wenn man fragen darf?,

Erſt jetzt zeigte ſich eine lebhaftere Regung im Auge und in den Zügen des Prokuriſten; letztere verzogen ſich nebenbei zu einem ſpöttiſchen Lächeln.

Die Menſur heißt Nachod und liegt in Böhmen, ſagte er ſcharf betont,und die Schmiſſe, wie Sie ſich auszudrücken belieben, empfing ich in der Offiziers⸗Uniform, was mir zur Pflicht macht, jede burſchikoſe Aeußerung eines Fremden darüber ernſtlich zurückzuweiſen. Sie haben wohl die Güte, dieſe Aufklärung ihrem vollen Werthe nach zu würdigen.

So, ſo, hm, hm! machte der Doktor in ſichtlicher Ver⸗ legenheit,habe jenes allerdings bis jetzt nicht gewußt und werde mich in Zukunft danach zu richten wiſſen. Scheinen aber ſehr empfindlich zu ſein; wundere mich nur, daß

Der Doktor verſchluckte das Uebrige, da Wellmann's Blick ind Stirn drohend wurden. Demungeachtet äußerte der Letztere nichts auf jene Worte, ſondern wendete ſich wieder dem Bankier zu.

Sonſt haben Sie nichts zu beſtimmen, Herr Römer? fragte er.

Vorläufig nicht! antwortete dieſer.

Wellmann verbeugte ſich wiederum nur und verließ das Zimmer, indem er das Buch mit ſich nahm.

Na! begann der Doktor, als man den Schritt des Pro⸗ kuriſten im Nebenzimmer verhallen hörte,den Stein des An⸗ ſtoßes wären wir los; nun kommt das zweite Rezept!

Es war zweifelhaft, ob der Doktor mit dem Stein des An⸗ ſtoßes auf das Buch oder den Prokurſſten nſpielen wolle Wie

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