Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1353-1354
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1355 Zwiebel

zwinken 1356

setzung von frz. biscuit m., ital. biscotto, s. Bis- kuit. Zwiebrache, f.: das zweite Pflügen des Brachackers zur Wintersaat. Mhd. zaibrächen v. zwiefach, adj., heute auch zweifach, adj., mhd. z‿νναςE., zwiefältig, adj., bei Luther 1. Mos. 43, 15; 5. Mos. 15, 18 z²feltig, mhd. zubivaltec neben einfacherm zwivalt, ahd. ui- falt, auch quifalt. Zwiegespräch, n., erst im 19. Jh., auch Zweigespräch. Zwielicht, n.: Zustand zwischen Licht und Dunkel. Erst nhd. nach nd. fwelecht, engl. feoilight. 1811 bei Campe mit Beleg aus Voß. Bei Bürger Zwei- licht. 1788 b. Musäus physiognom. Reisen 4, 28 der schwache Dat. Sg. im Zoielichten. Vgl. Campe Bereich., dafür mhd. im voc. opt. Nr. 47, 56 2wischanlicht. Zwiespalt, m.(I, Pl.-e): Getrenntsein durch gegenseitiges Widerstre- ben. 1525 in Ordnung. 130 2 22⁰ Spalt, 1561 bei Maaler ze᷑spalt f., auch noch 1716 bei Ludwig zweyspalt. Davon zwiespältig, adj., spätmhd. zuwispeltic,-Spaltic. Zwiesprache, f.: Unter- redung von zweien. Erst 1811 bei Campe als Zuwei-, Zwiesprache verzeichnet. Bei Goethe 26, 208 Zuwiesprache, bei J. G. Müller Siegfried V. L. 3, 81 des Prät. zaᷣsprachten. Daneben Zweisprache, f., bei Schiller Jungfr. Prolog u. auch Zweisprach m. b. Musäus Straußfedern 2, 60, 150; 3,25. Zwietracht, f.: feindliches Widerstreben in der Gesinnung gegeneinander. 1482 im voc. theut. qd 2υꝓtracht, md. 2u-, zweitraht, gebildet wie Eintracht(s. d.). Davon zwieträchtig, adj., mhd. ον, zweitrehtic.

Zwiebel, f.(Pl.-n): aus übereinanderliegen- den Schalen bestehender rundlicher Wurzel- knollen. Bei Luther zuwibel. Noch bayr. 2ꝛιl m., auch bei Heine 3, 121 Zowlefel, bei Schiller Wallensteins Lager 530 Zuawiebel m. 1482 im voc. theut. qq 6 b 2⁰0ſfel, 1469 im mrhein. voc. ex quo zvebel, mhd. 2(ο‿)bolle m., 2ν⁶υννν⁶), ewip pell,=wippel, 2ivolle, zipolle(daher noch nhd. mundartl. Zipolle) u. a., ahd. 2 ναεε ο⁵lo m. u. a. (vgl. Zfd W. 6, 198). Wohl umgedeutet aus lat. caepula f.«kleine Zwiebel» mit Anlehnung an Bolle. Vgl. Archiv f. lat. Lexicographie 1, 544. 4BL. zwiebeln, v.: quälen(eig. mit Zwiebel würzen). 1778 bei Hermes Soph. R. 6, 313 mit Erklärung, 1716 bei Ludwig, u. im 17. Jh. bei Chr. Weise Bös. Cath. 125, 28. ZUS. Zwie- belfisch, m.:(bei den Setzern) wie ein Haufen kleiner Fische durcheinander geratene Buch- staben. Schon im 18. Jh.

zwiefach, usw., s. 2⁵e-.

zwier, adv.: zweimal. Nur noch altertüm- lich, z. B. Uhland Roland Schildträger, E. M.

Arndt(1843) 287. Bei Luther Luk. 18, 12 200er. Mud. 2wi(e)r, 2wi᷑re, ahd. 2wiro(r) aus*zνis- Verw. mit lat. bis, gr. dic, aind. dui.

Zwiesel, f.(Pl.-n): Gabelzweig. Bei Ade- lung und Campe M. Noch bayr.(auch in Orts- namen), bei Rückert 2, 441. Mhd. zaisel(e) f. Gabeb, ahd. 2⁰⁵α; dazu ags. fwisla m.«Fluß- teilung». Abl. von zwie-. 4B L. zwieseln, v.: sich in2 Teilespalten. Mhd. ziselen; dazu ags.

Zwiespalt usw., s. 2⁰¹e. ſtwislian.

Zwilch, Zwillich, m.(*s, Pl.-e): Gewebe mit Doppelfäden. Mhd. 2Qο⁴⸗ h m., das subst. Adj. mhd. 2vν⁴(i)k, ah. zzwili-h. Dem lat. biliæ, zgs. aus bi zwien u. lig zu licium n.«Faden nachgebildet. Ebenso ags. tilic. Vgl. Drillich.

Zwilling, m.(*s, Pl.-e): eins von zwei Kindern einer Geburt; aneinandergewachsnes Paar von Früchten eines Holzgewächses; Dop- pellauf eines Gewehrs, doppelläufiges Gewehr; Sternbild. Bei Luther zwwilling. Mhd. schon im 12. Jh. 2willinc aus zwinelinc(noch um 1500 im voc. inc. teut. E 7 b zainling, umgebildet zoweineling), ahd. 2wwiniling. Vom ahd. zwinal caus einer u. derselben Geburt geparto, das von zubi- gebildet ist; dazu ndl. 7veeling, engl. fewin- ling, dän. tvwilling. Vgl. lit. dinà«Zwillingey, viell. lat. bni«ein paar», vgl. Brugmann Abh. d. k. sächs. Ges. d. W. 25, 5, 31.

Zwinge, f.(Pl.-n): Werkzeug zum Fest- klammern; einem Stock od. Schirm angefügtes eisernes Ende. 1786 bei Adelung. Von zwin- gen, v.(Prät. zuwang, Konj. zwänge, Part. ge- zoungen, Imp.=‿νnge]): durch Gewalt wozu be- stimmen; durch Gewalt unter den Willen brin- gen. Mhd. dawingen, auch guingen, ahd. devingan (Prãs. dzingu, Prät. Gang, Pl. dawungum, Part. gidavwungan)«zusammenpressen,-drücken, Not od. Gewalt antun»; dazu asächs. fhawingan, ndl. dawingen, afrs. thawinga, dawinga, tawinga, engl. tawinge«kneifen?, spätanord. Puinga, schwed. tvinga, dän. tyinge. Nasalierte Form zu zwagen, wo weitres. Vgl. aber noch KZ. 40, 554. 4BL. Zwinger m.: auf allen Seiten durch Gebäude, Mauern eingeschloßner Raum. 1647b. Schöns- leder«pomoerium». Mhd. fwingœre, zuinger m. winger, Dränger, Raum zwischen einer Stadt-, Schloßmauer u. dem Graben, Befesti- gung daselbsts. ZUS. Zwingherr, m., 1791 als Verdeutschung von Despot vorgeschlagen, vgl. 1801 Campe unter Despot. Davon Zwing- herrschaft, f., 1811 bei Campe.

zwinken, v.: das Auge verengt zusammen- ziehen, blinzeln. Mhd. zzwinken, zwingen, auch erzwinggen«u besserm Erkennen die Augen