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Campe. Zweifelmut, m., bei Schiller M. St. 1, 8, mhd. 22ννmuot m.«Unentschlossenheit. zweifelsohne, adv.: nicht durch den min- desten Zweifel beeinträchtigt. 1642 bei Tscherning Ged. Frühl. 340 aweiffelsohn, 141 æweijfels-ohn, 1575 im Garg. 428 2wei ffels on. Vgl. Gombert 5, 7.
Zweig, m.(-Lels, Pl.-e): aus Stengel, Stamm oder Ast entsprießender Trieb, dann bildlich. Mhd. zuννς(Gen. a1˙ges) n. m., ahd. auνg n.; da- zu and. tævich n.2«.weig, Geweib», ndl. tewijg f., ags. Twig n.(pl. foigu), engl. foig; daneben mhd. 2uνν n., ahd. 2 ⁰ n., ags. feæi n. Wohl aus urgerm. *tenaiςevä-, entsprechend aind. dvilcds, s. Zwei- fel, also zu zæwei. Vgl. noch Zwiesel. RA. gräner Zab. als Sinnbild des Glücks, bei H. Sachs Fab. 10, 79. 4BL. zweigen, v.:(bei Goethe 1, 25) Zweige treiben, fast nur nochin ab-, verzweigen, mhd. 2uν⁵(g)en«pfropfem(noch südwestdtsch).
zwerch, adj.: quer;(wetterau. auch) in An- sicht, Benehmen u. dgl. verkehrt. In der 2. H. des 15. Jhs. bei Ehingen Reisen 28 zwerch, noch etwas früher auwirg, mhd. toerch(Gen. fwerhes), dawerch, querch, s. guer, ahd. deberah, dewerawer, im 11. Jh. fewerch«schräg, quers; dazu mnd. daver«querꝰ, nd.'ndl. daars«quer»(jetzt auch ins Hochd. gedrungen), ags. Peweorh«quer, ver- kehrt, zornigy, anord. pverr der die Lüngsrich- tung kreuzt, entgegengesetzt, widerstrebend), schwed. wãr, dän. tver«eigensinnig, querkõpfigy, got. Haaërhs«ornig. Wohl zunächst Abl. von der in ahd. deveran«schnell herumdrehen? vor- liegenden Wz.(s. Quirl), wozu nach Schade auch noch lit. tvérti cfassem, tvũrtas m.«Einzäunungy, abg. tvoriti«machenꝰ; andre stellen es unmittel- bar zu lat. forquére drehen. ZUS. Zwerch- fell, n.: quer durch den Leib gehende starke Haut. 1678 bei Kramer. Zwerchgang, m.: schräg gehende Metallader. Bergm. Bei G. Agri- eola querchgang. Zwerchpfeife, f.(jetzt meist Querpfeife), 1664 bei Duez, aber 1625 im Esel- könig quergpfeify.
Zwerg, m.(-Lels, Pl.-e): Wesen od. Mensch von ungewöhnlich kleinem Wuchse. Mhd. twerc(Gen.-ges) n., md. auch m., auch gquerch, meist getaerc n., ahd. fawerg, meist getwerc n.; dazu and. gicheverg, mnd. daverch, nd. dawarf, ndl. daverg m., afrs. dæirg, ags. dæweorg m., engl. devarX, anord. duergr m., schwed. duärg, dän. derg. Zu einer Nebenform querg gehört viell. Quarz, s. d. Viell. Erweitrung zu aind. dhvärati«bringt durch Täuschung zu Fallb, dhvarãäs ctäuschend, verblendend. Vgl. Zschr. d. deutschen morgenl. Ges. 40, 352. 4BL. Zwergin, f., mhd. fver-
ginne; aber anord. mit Ablaut dyrgja f. ZUS. Zwergbaum, m., 1716 bei Ludwig Zaerg- bäumlein n. zwerghaft, adj., 1811 b. Campe. Zwergobst, n., im 19. Jh. Zwergvolk, n: Volk von durchschnittlich kleinen Menschen. Im 19. Jh.
Zwetsche, auch Zwetschge, bayr. auch Quetschef.(Pl.-n): dunkelblaue längliche Pflau- menart. Bei Adelung Zoetschke, als nd. Quet- sche, aber auch thür.-wetterau. u. b. Lonicerus 692, 1678 bei Kramer Zaelsche, 1664 bei Duez Zabelschlce, 1647 bei Schönsleder u. 1561 bei Maaler Zwetschgen, 1540 b. Alberus dict. Gg 2 b quetschlce, 1449(b. Schilter thes. 3, 69 b) quetzig, nochzu Wertheim am Main Quetschig. Mundartl. in sehr verschiednen Formen verbreitet, bayr. zweschn, zueschpm, els. quetschel), quetschge, zwwetschge(auch schwäb.), luxemb. Kuetsch, ob- hess.-westerw.- thür. qeoetsch(e). Von Schmel- ler aus(prunum) damascenum«Pflaume von Damaskus» abgeleitet, was aber trotz siebenb. masen, mãsen sehr unsicher bleibt. Vgl. Jahrb. f. nd. Sprachf. 12, 97.
Zwick, m.(-Lels, Pl.-e): kurzer dünner Holznagel; ein einmaliges Kneipen; rasch vor- übergehender Schmerz. Mhd. zzwic, tawic m. in den 2 ersten Bedd. Von zwicken. Dazu auch Zwickel, m.(*J, Pl. wie Sg.): keilartiger Zwi- scheneinsatz. Mhd. zuickel m.«Keils. ZUS. Zwickelbart, m.: zugespitzter Bart. 1716 b. Ludwig, bei Alberus Fab. 16, 16 zwclhart. 1zwicken, v.: zwischen die Spitzen zweier zu- sammenfassender Körper klemmen, kneifen; mit einer dünnen Spitze schlagen; im kleinen plagen. Mhd. 2en«mit Nügeln befestigen, einklemmen, zupfen, rupfen» u. a., auch twicken, ahd. gizwickan czusammenklemmer'v»; dazu ndl. twilcken, ags. twiccian, engl. tæwitch. Von Zweckc. Dazu im Ablaut zabacken. 4 BL. Zwicker, m.: Werkzeug zum Zwicken(1716 bei Ludwig); Klemmer(um die Mitte des 19. Jhs., aus Nasen- æwicker nach frz. pince-nez, s. Pincenéz). VJUS. Zwickmühle, f.: Fickmühle(s. d.). Bei Lu- ther 8, 219² Jen.
²zwieken, v., von der Schnepfe: einen Laut hören lassen. Lautnachahmend.
zwie-: zwei. Nur in Abl. u. Zss. Mhd. zwi-, nd. tawi-, ndl. ‧eνυe-, ags. tewi-, anord. fvi-; verw. mit gr. di-, lat. bi-, lit. dui-, aind. dvi- zu zubei. Vgl. Btr. 27,354. ZUS. Zwieback, m.(-, Pl. -eu.-bäcke, nicht bayr.- öst.): zweimal gebacknes Weißbrot. 1711 b. Rädlein wοε᷑e*ε, zwihack, 1647 bei Olearius orient. Reise 64 22,back, 1617 bei Wellhausen corp. milit. Tafel zwee᷑back. UÜber-


